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Nachrichten

28.05.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Montag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Nach anfänglichem Widerstand Russlands hat der UN-Sicherheitsrat einstimmig und in scharfem Ton die syrische Regierung für das Massaker in Hula verantwortlich gemacht. Bei den Angriffen habe es eine "Schussserie von Panzern und Regierungsartillerie" auf eine Wohngegend gegeben, erklärte das Gremium. Die Verantwortlichen müssten bestraft werden. Erneut verlangte der Sicherheitsrat von den Konfliktparteien, jegliche Gewalt zu beenden. Der UN-Chefbeobachter in Syrien, Robert Mood, berichtete, in Hula seien 108 Menschen getötet worden, unter ihnen 49 Kinder und sieben Frauen. Das Regime in Damaskus wies jede Verantwortung zurück und gab "Terroristen" die Schuld. Bei einem Armee-Angriff auf die zentralsyrische Stadt Hama wurden am Sonntag laut Menschenrechtsaktivisten mindestens 33 Menschen getötet, darunter sieben Kinder. Landesweit protestierten tausende Menschen gegen das Massaker von Hula.

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Die Welle der Selbstverbrennungen tibetischer Mönche hat mindestens ein weiteres Todesopfer gefordert. Die Protestaktion gegen die Herrschaft Chinas erreichte damit erstmals die Hauptstadt der autonomen Region. Die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua meldet, zwei Männer hätten sich vor dem Jokhang-Tempel in Lhasa in Brand gesetzt. Einer sei gestorben, der andere verletzt in ein Krankenhaus gebracht worden. Der US-Sender Radio Free Asia berichtet, die Sicherheitsmaßnahmen seien sofort verschärft worden. Seit März 2011 haben sich mindestens 34 Tibeter aus Protest gegen die restriktive Politik Pekings selbst angezündet. Diese Selbstverbrennungen fanden fast alle in benachbarten chinesischen Provinzen wie Sichuan, Qinghai und Gansu statt. Einige der Fälle wurden von den chinesischen Behörden bestätigt, andere verleugnet. China hält Tibet seit 1951 besetzt.

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Bundespräsident Joachim Gauck reist an diesem Montag zu einem Staatsbesuch nach Israel. Während seines viertägigen Aufenthaltes wird Gauck auch die palästinensischen Gebiete besuchen. Der israelische Staatschef Schimon Peres hatte den Bundespräsidenten eingeladen. Gauck, der von seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt begleitet wird, möchte in Jerusalem unter anderem die Holocaust-Gedenkstätte Jad Vashem aufsuchen und sich mit Überlebenden des Attentats auf die israelische Olympiamannschaft in München 1972 treffen. Im Vorfeld der Reise hieß es aus dem Bundespräsidialamt, Gauck wolle ein Zeichen der Solidarität mit Israel in schweren Zeiten setzen und das nachhaltige Engagement Deutschlands für den Aufbau eines Palästinenserstaates betonen.

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In der Debatte um die Einführung von Eurobonds hat Bundeskanzlerin Angela Merkel demonstrative Unterstützung vom Koalitionspartner FDP bekommen. FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle schloss die Einführung der gemeinsamen europäischen Staatsanleihen, die der französische Präsident Francois Hollande fordert, kategorisch aus. Bei den Eurobonds handele es sich um Zinssozialismus, den Deutschland und andere erfolgreiche Länder teuer bezahlen müssten, sagte Brüderle der Zeitung "Die Welt". Zugleich warb der FDP-Politiker dafür, Finanzminister Wolfgang Schäuble mit dem Vorsitz der Euro-Gruppe zu betrauen. Dies wiederum stößt in Frankreich auf Vorbehalte.

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Den spanischen Behörden ist ein weiterer Schlag gegen die baskische Untergrundorganisation ETA gelungen. Der mutmaßliche Militärchef der Terror-Gruppe wurde in Frankreich festgenommen. Auch der Stellvertreter des militärischen ETA-Anführers wurde gefasst. Die französische und die spanische Polizei hatten die beiden Männer in einer Gemeinschaftsoperation in einem Dorf im Südwesten Frankreichs gestellt. Sie seien zwar bewaffnet gewesen, hätten aber keinen Widerstand geleistet, hieß es. Die ETA, die für einen unabhängigen baskischen Staat kämpft, hatte im vergangenen Jahr einen Gewaltverzicht erklärt. Sie lieferte aber ihre Waffen nicht ab und gab auch ihre Untergrundaktivitäten nicht auf.

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In Moskau hat die russische Polizei dutzende Demonstranten festgenommen, die gegen Präsident Wladimir Putin protestiert hatten. Die Teilnehmer einer Kundgebung waren in der Nähe des Roten Platzes am Kreml zusammengekommen und wollten sich einem anderen Protest in einer Fußgängerzone anschließen. Augenzeugen zufolge wurden sie daran gehindert und von Bereitschaftspolizisten abgeführt. Die Polizei selbst sprach einer Meldung der Nachrichtenagentur Interfax zufolge von 35 Festgenommenen.

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