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Nachrichten

28.05.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.


Zehntausende Menschen sind am Samstag für einen schnellen Ausstieg aus der Atomenergie auf die Straße gegangen. Bundesweit hatten Umweltverbände, Anti-Atomkraft- und Friedensorganisationen in 21 Städten zu Protesten aufgerufen. Nach Angaben der Veranstalter soll damit der Druck auf die Politik erhöht werden. Am Sonntagabend wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Spitzen von CDU, CSU und FDP im Koalitionsausschuss über die Energiewende beraten. Am Montag legt die Ethikkommission für eine sichere Energieversorgung unter dem Vorsitz von Ex-Umweltminister Klaus Töpfer ihre abschließenden Empfehlungen vor. Schon vorab war bekannt geworden, dass die Experten einen Abschied von der Atomkraft innerhalb eines Jahrzehnts für möglich halten.

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Die Zahl der Erkrankungen durch den gefährlichen Durchfall-Erreger EHEC in Deutschland steigt weiter an. Bislang seien rund 1000 Verdachts- oder Krankheitsfälle registriert worden, teilte das Robert-Koch-Institut mit. Von einer Epidemie wollte das RKI aber noch nicht sprechen, dazu sei der Ausbruch zu regional und dauere nicht lange genug an. Alles deute aber darauf hin, dass die Infektionsquelle noch aktiv sei. Betroffen ist vor allem Norddeutschland. In Hamburg erreichten die Kliniken die Kapazitätsgrenze für die Versorgung der Patienten. Mittlerweile werden bundesweit acht Todesfälle mit EHEC in Verbindung gebracht. Die spanischen Behörden dementierten unterdessen Informationen der EU-Kommission, wonach zwei Betriebe wegen EHEC-Verdachts vorübergehend geschlossen worden seien. Dort sei lediglich eine bestimmte Menge von Gurken sichergestellt worden, die möglicherweise mit den in Deutschland aufgetretenen EHEC-Infektionen in Verbindung stehen könnten.

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Kampfflugzeuge der NATO haben erneut Luftangriffe auf die libysche Hauptstadt Tripolis geflogen. Ziel sei ein Kommandozentrum von Machthaber Muammar al-Gaddafi gewesen, teilte das Bündnis in Brüssel mit. Gaddafi halte sich manchmal in dem Gebäude auf. Er sei aber nicht Ziel der Angriffe gewesen. Schon in der Nacht zum Samstag war Tripolis von schweren Explosionen erschüttert worden. Es war die fünfte Nacht mit Luftangriffen in Folge. Nach einem Bericht des libyschen Staatsfernsehens griff die NATO auch die Stadt Misda an, 200 Kilometer südlich von Tripolis. Dabei sei "menschlicher und materieller Schaden " entstanden, hieß es. Einzelheiten über mögliche Opfer wurden aber nicht genannt.

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Die neue Militärregierung in Ägypten hat die Grenze zum Gazastreifen weitgehend geöffnet und damit die seit vier Jahren bestehende Blockade des Palästinensergebietes gelockert. Über den Grenzübergang bei Rafah nach Ägypten einreisen dürfen vor allem Frauen und Kinder. Männer im Alter zwischen 18 und 40 Jahren müssen aus Sicherheitsgründen eine Sondergenehmigung bei den ägyptischen Behörden einholen. Täglich sollten nicht mehr als etwa 300 Menschen den Grenzübergang passieren, hieß es von palästinensischer Seite. Nur an diesem Samstag sollen etwa 900 Menschen abgefertigt werden. - Der Übergang Rafah, der einzige nicht von Israel kontrollierte Kontrollposten zum Gazastreifen, war in den vergangenen Monaten nur mit Sondergenehmigung passierbar. Israel und Ägypten hatten die Grenzübergänge zum Gazastreifen 2007 geschlossen, nachdem die radikal-islamische Hamas-Organisation dort gewaltsam die Macht übernommen hatte.

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Erstmals seit seinem Sturz Mitte Februar ist ein Urteil gegen den ehemaligen ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak gesprochen worden. Wegen einer von Mubarak angeordneten Internet-Sperre verhängte ein Verwaltungsgericht in Kairo eine Geldstrafe von umgerechnet 23 Millionen Euro. Während der Proteste zu Jahresbeginn hatten die ägyptischen Behörden einige Tage lang sämtliche Internet- und einige Mobiltelefon-Verbindungen sperren lassen, um weitere Demonstrationsaufrufe zu unterbinden. Das Gericht sah darin eine ungesetzliche Maßnahme, die "der Volkswirtschaft Schaden zugefügt" habe. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden, an den Alpen und in Teilen Niederbayerns noch etwas Regen. Sonst bei einem Wechsel von Sonne und Wolken meist niederschlagsfrei. Höchstwerte 14 bis 23 Grad. Die weiteren Aussichten: Am Sonntag im Norden wolkig und anfangs etwas Regen. Sonst locker oder gering bewölkt und trocken. Höchstwerte 16 bis 27 Grad.

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