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Nachrichten

28.04.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

SPD-Chef Sigmar Gabriel hat alle Politiker aufgefordert, die in der Ukraine stattfindenden Spiele der Fußball-Europameisterschaft zu boykottieren. Er sagte der Zeitung "Bild am Sonntag", im Zweifel sollte man nicht hinfahren. Politiker müssten aufpassen, nicht zu Claqueuren des Regimes in Kiew zu werden. Sie säßen in den Stadien möglicherweise neben Gefängnisdirektoren und Geheimpolizisten. Hintergrund der Äußerung Gabriels ist der Umgang der ukrainischen Regierung mit der inhaftierten Oppositionsführerin Julia Timoschenko. Die Bundesregierung bemüht sich derzeit um eine Ausreisegenehmigung für die unter einem Bandscheibenvorfall leidende frühere Regierungschefin, damit sie in Deutschland behandelt werden kann.

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Die tschechische Regierung hat eine Vertrauensabstimmung überstanden. Trotz zunehmender öffentlicher Wut über Sparmaßnahmen und Korruption sprach eine Mehrheit im Unterhaus des Prager Parlaments dem Kabinett von Ministerpräsident Petr Necas die Unterstützung aus. Ausgelöst durch einen Bestechungsskandal war die aus drei Parteien bestehende Regierungskoalition am Sonntag gescheitert. Für den Fall einer fehlenden Unterstützung seitens der Abgeordneten hatte Necas Neuwahlen angekündigt. - Trotz der überstandenen Vertrauensabstimmung dürfte es für die vorerst nur noch aus zwei konservativen Parteien und einigen Abweichlern bestehende Regierung schwer werden, notwendige Sparmaßnahmen durchzusetzen. Die nächsten Wahlen sind für 2014 geplant.

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UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat den norwegischen General Robert Mood zum Leiter der unbewaffneten Beobachtermission in Syrien ernannt. Der 54-Jährige soll neben seiner Funktion als Berater des Sondergesandten Kofi Annan auch direkt als Chef-Militärbeobachter in Syrien fungieren. Derzeit hält sich ein Voraustrupp von 15 UN-Vertretern in Syrien auf, um die offiziell am 12. April in Kraft getretene Waffenruhe zu überwachen. Unterdessen wurden die muslimischen Freitagsgebete in Syrien wieder von einer Serie der Gewalt überschattet. Bei einem Selbstmordanschlag vor einer Moschee in Damaskus wurden nach Angaben staatlicher Medien mindestens elf Menschen getötet und 30 verletzt. Bei drei weiteren Explosionen in der Hauptstadt gab es ebenfalls Verletzte und mindestens ein Todesopfer. In einigen Orten wurde laut Menschenrechtsaktivisten auf Demonstranten geschossen. Es wurden mehrere Menschen getötet.

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Der aus seinem Hausarrest geflohene chinesische Dissident Chen Guangcheng steht nach Angaben einer Menschenrechtsgruppe inzwischen unter dem Schutz der USA. Ranghohe Vertreter beider Länder verhandelten nun über das weitere Vorgehen, teilte die in Texas ansässige Organisation ChinaAid mit. Weder die amerikanische noch die chinesische Regierung kommentierten bislang Medienberichte, wonach der blinde Bürgerrechtler in der US-Botschaft in Peking Zuflucht gesucht hat. Chen kämpft seit Jahren gegen die rigide Ein-Kind-Politik und Zwangsabtreibungen in China. Er war 2010 nach vier Jahren Haft aus dem Gefängnis entlassen worden und stand seitdem unter Hausarrest.

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Die Piratenpartei kommt an diesem Samstag im schleswig-holsteinischen Neumünster zu ihrem Bundesparteitag zusammen. Erwartet werden mehr als 2000 Mitglieder, zudem 200 Journalisten und zahlreiche Gäste aus dem Ausland. Es soll darüber abgestimmt werden, wie der künftige Bundesvorstand zusammengesetzt ist. Die Delegierten wollen sich inhaltlich auf die im Mai bevorstehenden Landtagswahlen in Schleswig-Holstein und in Nordrhein-Westfalen vorbereiten. - Nach dem Einzug in die Landesparlamente Berlins und des Saarlands werden den Piraten in Umfragen gute Chancen auf Wahlerfolge eingeräumt.

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