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Nachrichten

28.04.2011 - Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Deutschland sollte nach Ansicht von Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière mehr Verantwortung in den Vereinten Nationen übernehmen. Er sei bei seinen Gesprächen mit UN-Vertretern mit einer langen Wunschliste konfrontiert worden, sagte de Maizière in New York. Derzeit seien die Erwartungen der internationalen Gemeinschaft an Deutschland aber noch höher als die Bereitschaft in Deutschland, diesen gerecht zu werden. Darauf eine Antwort zu finden, sehe er als politische Führungsaufgabe einer Regierung. Die Bundeswehrreform, die die Bundeswehr stärker an internationalen Aufgaben ausrichten soll, sei dabei nur der organisatorische Aspekt. Wenn Deutschland militärisch mehr leisten könne, werde es auch häufiger gefragt. - Künftig sollen bis zu 10.000 deutsche Soldaten gleichzeitig an Auslandseinsätzen teilnehmen können. Derzeit ist schon mit 7.000 Soldaten nahezu die Obergrenze erreicht.

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Die europäischen Staaten im UN-Sicherheitsrat sind mit ihrem Vorstoß gescheitert, Syrien wegen der Gewalt gegen friedliche Demonstranten zu verurteilen. Einen entsprechenden Entwurf hatte Deutschland gemeinsam mit Frankreich, Großbritannien und Portugal vorgelegt. Die Vetomächte Russland und China weigerten sich jedoch, die Ereignisse in Syrien als eine Bedrohung des internationalen Friedens anzuerkennen. Der russische UN-Vizebotschafter Alexander Pankin warnte vor einem Bürgerkrieg in Syrien, der durch eine Intervention von außen erst ausgelöst werden könnte. Die Europäische Union will am Freitag über mögliche Sanktionen gegen Syrien beraten. Inzwischen gerät Staatschef Baschar al-Assad auch in den eigenen Reihen zunehmend unter Druck. Aus Protest gegen die blutige Niederschlagung der Demonstrationen traten mehr als 200 Mitglieder aus der regierenden Baath-Partei aus. Durch das gewaltsame Vorgehen syrischer Sicherheitskräfte sollen seit Mitte März schon mehr als 400 Menschen getötet worden sein.

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In Libyen machen die Gefechte um die seit Wochen belagerte Hafenstadt Misrata eine Versorgung der dort eingeschlossenen Menschen immer schwieriger. Mehrere Schiffe, die Flüchtlinge abholen oder Hilfsgüter liefern wollten, konnten wegen des Beschusses durch Truppen von Machthaber Muammar al-Gaddafi nicht im Hafen anlegen. Zwar hätten sich dessen Soldaten weitgehend aus dem Zentrum Misratas zurückgezogen, berichtete ein Rebellen-Sprecher. Die heftigen Kämpfe um die Kontrolle des Hafens dauerten aber an. Die USA gehen inzwischen davon aus, dass in den vergangenen Wochen bis zu 30.000 Menschen in Libyen gewaltsam ums Leben kamen. Die tatsächliche Opferzahl sei allerdings schwer zu ermitteln, erklärte der amerikanische Botschafter Gene Cretz.

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Israel ist nicht bereit, mit einer neuen palästinensischen Regierung unter Beteiligung der radikal-islamischen Hamas Verhandlungen zu führen. Das betonte Außenminister Avigdor Lieberman im israelischen Rundfunk. Das zwischen der Hamas und der gemäßigten Fatah geschlossene Abkommen könnte zur Machtübernahme der Hamas auch im Westjordanland führen, warnte Lieberman. Die lange Zeit verfeindeten Palästinenser-Organisationen hatten sich unter ägyptischer Vermittlung darauf verständigt, sich zu versöhnen. Binnen eines Jahres sollen im Westjordanland und im Gazastreifen Präsidenten- und Parlamentswahlen stattfinden. Bis dahin soll eine Übergangsregierung mit unabhängigen Kandidaten gebildet werden, wie es eine in Kairo unterzeichnete Vereinbarung vorsieht. Die Hamas hat allerdings deutlich gemacht, dass sie ihren Widerstand gegen Israel nicht aufgeben will.

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Die Ethikkommission zur Energiepolitik berät in Berlin in einer öffentlichen Sitzung über die Neuausrichtung der Energiepolitik in Deutschland. Das 17-köpfige Gremium will dazu rund 30 Experten aus Wissenschaft, Energiewirtschaft, Verbraucherverbänden und Umweltgruppierungen zu den wirtschaftlichen, technischen und sozialen Aspekten einer künftigen Energieversorgung anhören. Die Ergebnisse sollen in die zweite Klausursitzung des Gremiums einfließen. Am 28. Mai will die Kommission ihre Empfehlungen vorlegen. Die Bundesregierung will Anfang Juni ihre Entscheidung zum weiteren Betrieb der Atomkraftwerke und zur Beschleunigung der Energiewende treffen. - Die Ethikkommission war von der Bundesregierung nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima eingerichtet worden. Gemeinsam geleitet wird sie vom früheren Umweltminister Klaus Töpfer und dem Präsidenten der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Matthias Kleiner.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Nordosten meist trocken, zum Teil freundlich, sonst vielfach stark bewölkt mit Schauern. Tagestemperaturen 15 bis 23 Grad.

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