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Nachrichten

28.03.2013 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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In den Streit um Plätze für Journalisten beim bevorstehenden Prozess um die Morde der Neonazi-Terrorzelle NSU kommt möglicherweise Bewegung. Die Ombudsfrau für die Opfer der Mordserie, Barbara John, teilte mit, das Oberlandesgericht München habe ihr zugesagt, die türkischen Medien einzubinden. Für das Verfahren, das am 17. April beginnt, hat kein türkisches Medium einen der 50 für Journalisten reservierten Plätze im Gerichtssaal erhalten, obwohl acht der zehn Opfer der Morde, die dem NSU zugeschrieben werden, türkischer Abstammung waren. Dies war von türkischen Organisationen, Journalistenverbänden und Politikern kritisiert worden.

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Im Euro-Krisenstaat Zypern bereiten sich die Behörden auf die Wiedereröffnung der seit fast zwei Wochen geschlossenen Banken vor. Die Polizei kündigte eine umfassende Präsenz vor Bankfilialen an, um Chaos und Kriminalität zu verhindern. Um einen Kapitalabfluss im großen Stil zu verhindern, können die Zyprer nur maximal 300 Euro täglich abheben. Auch für Überweisungen ins Ausland gibt es Einschränkungen. Anfang der Woche hatte sich die zyprische Regierung mit der Euro-Gruppe und dem Internationalen Währungsfonds auf ein milliardenschweres Hilfsprogramm geeinigt. Die Öffnung der Banken ist um 11.00 Uhr MEZ geplant.

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Die Regierung Thailands hat Friedensgespräche mit den muslimischen Separatisten aufgenommen, die im Süden des Landes aktiv sind. Der Generalsekretär des thailändischen Sicherheitsrats, Paradorn Pattanathabut, sagte, in der ersten Runde der Gespräche mit der Rebellenorganisation "Nationale Revolutionsfront" gehe es um die Bildung von Vertrauen. Die Verhandlungen finden in Kuala Lumpur, der Hauptstadt Malaysias statt. Durch den Konflikt im Süden Thailands wurden seit 2004 mehr als 5000 Menschen getötet. Die Region war bis zur Annektion durch Thailand Anfang des 20. Jahrhunderts ein unabhängiges islamisches Sultanat. Die Muslime in Thailand beklagen sich seit langem über Diskriminierung durch die Zentralregierung in Bangkok.

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Das Kriegsverbrechertribunal für Ex-Jugoslawien hat zwei ehemals hochrangige bosnische Serben zu je 22 Jahren Haft verurteilt. Der ehemalige Innenminister Mico Stanisic und sein Polizeichef Stojan Zupljanin seien schuldig des Massenmordes, der Folter, Vertreibung und Verfolgung von Kroaten und Muslimen während des Bosnienkrieges 1992, urteilten die Richter im niederländischen Den Haag. Beide Männer wären in der Lage gewesen, diese Verbrechen zu verhindern, sagte der Vorsitzende Richter Burton Hall. Die beiden Verurteilten waren Vertraute des ehemaligen Serbenführers Radovan Karadzic, dem zurzeit in Den Haag der Prozess gemacht wird.

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Der ehemalige südafrikanische Präsident Nelson Mandela ist erneut wegen einer Lungenentzündung ins Krankenhaus gebracht worden. Der 94-jährige Friedensnobelpreisträger war deshalb bereits im Dezember in einer Klinik behandelt worden. Während des 18-tägigen Krankenhausaufenthaltes waren bei Mandela außerdem mehrere Gallensteine entfernt worden. Kurz nach Weihnachten war er aus der Klinik entlassen worden. Anschließend hieß es, Mandela habe sich gut erholt. Wegen seines Kampfes gegen das rassistische Apartheid-Regime in Südafrika verbrachte Mandela 27 Jahre im Gefängnis und kam erst 1990 frei. 1993 wurde er mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Von 1994 bis 1999 war Mandela der erste schwarze Präsident Südafrikas.

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Papst Franziskus feiert am heutigen Gründonnerstag die traditionelle Abendmahlsmesse in einem römischen Jugendgefängnis. Dabei will das neue Oberhaupt der Katholischen Kirche zwölf Insassen unterschiedlicher nationaler und religiöser Herkunft die Füße waschen. Die rituelle Fußwaschung erinnert an Jesus von Nazareth, der laut Bibel dies mit seinen Jüngern als ein Zeichen der Liebe und Demut praktizierte. Papst Franziskus bricht mit der Messe, die an das Abendmahl durch Jesus mit seinen Jüngern erinnert, eine Tradition seiner Vorgänger. Bereits als Erzbischof von Buenos Aires hatte er den Gottesdienst jedes Jahr in einem Gefängnis, einem Krankenhaus oder einer Unterkunft für Obdachlose gefeiert. Die Päpste zelebrierten die Messe bisher in der römischen Lateranbasilika. Franziskus will die Kathedrale nach Ostern offiziell in Besitz nehmen. Sein Vorgänger Benedikt XVI. wusch bei der Messe regelmäßig zwölf Priestern die Füße.

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