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Nachrichten

28.03.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Montag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

In Baden-Württemberg kommt es nach fast sechs Jahrzehnten CDU-Vorherrschaft zu einem Machtwechsel. Großer Gewinner der Landtagswahl vom Sonntag sind die Grünen. Mit ihrem Spitzenkandidaten Winfried Kretschmann wird die Partei voraussichtlich erstmals in Deutschland den Ministerpräsidenten eines Bundeslandes stellen. Zwar blieb die CDU des amtierenden Regierungschefs Stefan Mappus stärkste politische Kraft - gemeinsam sicherten sich Grüne und die sozialdemokratische SPD jedoch mit 71 Mandaten knapp die absolute Mehrheit im Stuttgarter Landtag. Die Christdemokraten und ihr bisheriger Koalitionspartner, die liberale FDP, kommen gemeinsam auf 67 Mandate. Das vorläufige amtliche Endergebnis sieht wie folgt aus: Die CDU verlor mehr als 5 Prozentpunkte und erreichte mit 39,0 Prozent ihr schlechtestes Wahlergebnis seit 55 Jahren in Baden-Württemberg. Die Grünen konnten unter dem Eindruck der Atomkatastrophe in Japan ihr Ergebnis mehr als verdoppeln und erzielten 24,2 Prozent. Damit platzierten sich die Grünen noch vor der SPD, die auf 23,1 Prozent kam. Der Stimmenanteil der FDP halbierte sich - mit 5,3 Prozent schafften die Liberalen nur knapp den Wiedereinzug in den Landtag. Die Linkspartei scheiterte hingegen mit 2,8 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde.

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In Rheinland-Pfalz bleibt Ministerpräsident Kurt Beck an der Macht, kann künftig aber nicht mehr ohne Koalitionspartner regieren. Bei der Landtagswahl vom Sonntag büßten Becks Sozialdemokraten ihre bisherige absolute Mehrheit ein. Trotz deutlicher Verluste blieb die SPD jedoch knapp stärkste politische Kraft vor der CDU, die ihrerseits zulegen konnte. Beck strebt nun eine Koalition mit den Grünen an, denen er eine "faire Partnerschaft" versprach. Eine herbe Wahlniederlage erlebte die rheinland-pfälzische FDP, die nach 24 Jahren aus dem Mainzer Landtag flog. Die Linke verpasste den erstmaligen Einzug ins Parlament deutlich. Das vorläufige amtliche Endergebnis im Einzelnen: Die SPD erzielte 35,7 Prozent, das sind fast zehn Prozentpunkte weniger als bei der Landtagswahl vor fünf Jahren. Die CDU erreichte 35,2 Prozent, ein Plus von fast zweieinhalb Punkten. Die Grünen verbesserten sich um fast elf Punkte auf 15,4 Prozent und kehrten damit in den Landtag zurück. Die FDP stürzte von 8,0 auf 4,2 Prozent ab und scheiterte damit ebenso an der Fünf-Prozent-Hürde wie die Linke mit 3,0 Prozent.

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Rund eine Woche nach Beginn der alliierten Luftangriffe auf Libyen übernimmt die NATO das vollständige Kommando über den Militäreinsatz. Das teilte Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen nach einem Treffen der 28 Mitgliedsstaaten in Brüssel mit. Bisher war die Allianz nur für die Durchsetzung der Flugverbotszone verantwortlich. Jetzt hat sie auch die Führung über die Luftangriffe inne, die bislang von einer Koalition geflogen werden, die von den USA, Großbritannien und Frankreich angeführt wird. Die komplette Übernahme des Kommandos durch die NATO hatte sich verzögert wegen eines Streits zwischen Frankreich und der Türkei über die politische Kontrolle der Mission. Die Gegner des libyschen Machthabers Muammar al Gaddafi setzten ihren Vormarsch auf Städte im Westen des nordafrikanischen Landes fort. Nach Luftangriffen der internationalen Koalition auf Sirte, die Geburtsstadt Gaddafis, rückten die Rebellen am Montag weiter auf die Stadt vor.

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Bei einem Selbstmordanschlag im Osten Afghanistans sind 13 Menschen getötet worden. Der Anschlag ereignete sich auf dem Gelände einer Baufirma in der Provinz Paktika. Nach Angaben der Behörden war der Sprengsatz in einem Lkw versteckt. Mindestens 50 Menschen seien verletzt worden. Ein Sprecher der radikal-islamischen Taliban-Aufständischen bekannte sich zu der Tat.

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Die Katastrophenregion im Nordosten Japans kommt nicht zur Ruhe. Erneut wurde das Gebiet von einem schweren Erdbeben erschüttert. Es hatte eine Stärke von 6,5. Berichte über Verletzte oder Schäden liegen nicht vor. Eine von den Behörden ausgegebene Tsunamiwarnung wurde später wieder aufgehoben. An dem havarierten Kernkraftwerk Fukushima waren laut dem Betreiber Tepco keine weiteren Schäden durch das neue Beben zu erkennen. Dort war es nach Angaben der japanischen Regierung in den vergangenen Tagen zeitweise zu einer Schmelze von Brennstäben gekommen. Regierungssprecher Yukio Edano sagte, daher rühre vermutlich das hoch radioaktive Wasser, das in dem Reaktor entdeckt worden war.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Überwiegend wechselnd bewölkt, örtlich vereinzelte Schauer. Im Mittelgebirgsraum meist heiter und trocken. Die Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen sechs Grad direkt an der Ostsee und 16 Grad am Oberrhein.

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