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Nachrichten

28.02.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Die Rating-Agentur Standard & Poor's hat als Reaktion auf den vereinbarten Schuldenschnitt für Griechenland die Kreditwürdigkeit des Euro-Staates ein weiteres Mal herabgestuft. Die Bewertung für das Land lautet jetzt teilweiser Zahlungsausfall. Wie bereits angedroht wurde die Bonität von der mangelhaften Note "CC" auf "Selective Default" gesetzt. Hintergrund seien die rückwirkenden Umschuldungsklauseln, mit deren Hilfe eine ausreichende Beteiligung der privaten Gläubiger an dem historischen Schuldenschnitt erzwungen werden kann, begründet S&P die Entscheidung. Mit der Umschuldung über einen Anleihetausch sollen Banken, Versicherungen und Hedge-Fonds an der Rettung Griechenlands vor der Staatspleite beteiligt werden. Privatgläubiger sollen auf 53,5 Prozent ihrer Forderungen verzichten.

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Die Polizei hat mit der Räumung des Protestlagers der bankenkritischen Occupy-Bewegung vor der St. Paul's Kathedrale in London begonnen. Etwa 100 Polizisten und Gerichtsbeamte waren im Einsatz, um rund 50 Zelte abzubauen. Sie verfügen über einen Räumungsbefehl, der ihnen zwar den Abbau der Zelte, nicht aber das Entfernen der Demonstranten selbst erlaubt. Das Ende des Lagers bedeute keineswegs das Ende der Occupy-Bewegung, sagten Demonstranten. Die Aktivisten zelten bereits seit Oktober vor der 300 Jahre alten Kirche, um auf Fehlentwicklungen an den Finanzmärkten aufmerksam zu machen. Inspiriert wurde die Aktion von der New Yorker Bewegung Occupy Wall Street. Die Londoner Demonstranten hatten das Lager vor der Kathedrale errichtet, nachdem sie davon abgehalten worden waren, vor der nahe gelegenen Londoner Börse ihre Zelte aufzuschlagen.

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In Syrien sind nach Angaben von Aktivisten allein am Montag mindestens 135 Menschen von Sicherheitskräften des Regimes von Präsident Baschar al-Assad getötet worden. Die meisten Opfer habe es in der Widerstandshochburg Homs gegeben. Dort sollen 64 Zivilisten, darunter Frauen und Kinder, an einem Kontrollpunkt der Armee regelrecht abgeschlachtet worden sein. Die Menschen hätten versucht, sich aus dem heftig beschossenen Stadtteil Baba Amr in Sicherheit zu bringen, berichte n Menschenrechtsaktivisten. Eine unabhängige Bestätigung gibt es nicht. Die EU verschärfte ihre Sanktionen gegen Syrien, um der Gewalt Einhalt zu gebieten. Alle Frachtflüge syrischer Fluggesellschaften nach Europa wurden untersagt und die europäischen Konten der syrischen Zentralbank eingefroren.

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Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) will ihren Streik in Frankfurt am Main verschärfen. Am Mittwoch sollen von fünf bis elf Uhr neben den Vorfeldmitarbeitern auch die Lotsen ihre Arbeit niederlegen. Der GdF-Tarifvorstand Markus Siebers sagte, wenn der Tower bestreikt werde, gehe de facto fast nichts mehr. Der Streik am Tower sei eine Maßnahme der Solidarität mit den streikenden Vorfeldmitarbeitern. Die Verhältnismäßigkeit solle bei dem "Unterstützungsstreik" gewahrt bleiben. Dem hatte die Deutsche Flugsicherung bereits am Montag widersprochen. Bisher streiken in Frankfurt nur die knapp 200 Vorfeldmitarbeiter. Der Flughafenbetreiber Fraport sichert durch den Einsatz von Aushilfen die Abfertigung von mehr als 80 Prozent der Flüge und lässt den Streik damit bisher weitgehend ins Leere laufen. Die Gewerkschaft fordert höhere Löhne und Zulagen sowie bessere Arbeitszeiten.

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Mit dem rasanten Wachstum der Städte nimmt auch die Zahl der Kinder zu, die im Elend der Slums aufwachsen. Inzwischen lebt weltweit die Hälfte aller Kinder und Jugendlichen - rund eine Milliarde - in Städten. Jedes dritte Kind wird in einem der vielen überbevölkerten und unsicheren Slums groß, oft unterernährt, ohne Zugang zu Schulen und Gesundheitsversorgung. Das geht aus dem Unicef-Jahresreport "Zur Situation der Kinder in der Welt 2012" hervor. Zusammen mit dem Programm der Vereinten Nationen für menschliche Siedlungen (UN-Habitat) fordert die Kinderhilfsorganisation Regierungen, Unternehmen und Zivilgesellschaften auf, mehr in städtische Infrastruktur zu investieren. Das betreffe vor allem das Gesundheitswesen, Bildung, Hygiene sowie den Zugang zu sauberem Wasser.

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