1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

27.12.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Beobachter der Arabischen Liga wollen sich an diesem Dienstag über die Lage in der umkämpften syrischen Oppositionshochburg Homs informieren. Die Gruppe traf nach wochenlangen Verhandlungen zwischen dem Staatenbund und der Führung des Landes am Vorabend in Syrien ein. Nach Angaben von Oppositionellen töteten Einheiten von Staatschef Baschar al-Assad in Homs allein am Montag mindestens 25 Menschen. Zunächst reisten 50 von insgesamt 150 Beobachtern nach Syrien. Die Experten sollen beurteilen, ob sich Syrien an einen Friedensplan hält, der den Abzug von Truppen aus Städten, die Freilassung von Gefangenen und einen Dialog mit der Opposition vorsieht. Gegen Assad gibt es seit Monaten Proteste. Die Staatsführung hat erklärt, sie gehe gegen islamistische Terroristen vor, die aus dem Ausland gesteuert würden. Assad stimmte dem Einsatz der Beobachter erst zu, nachdem die Arabische Liga mit einer Überweisung des Falls an den Weltsicherheitsrat gedroht hatte.

***

Ein Gericht in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba hat zwei schwedische Journalisten wegen terroristischer Aktivitäten und illegalen Grenzübertritts zu je elf Jahren Gefängnis verurteilt. Der Reporter Martin Schibbye und der Fotograf Johan Persson waren im Juli in der Unruheprovinz Ogaden festgenommen worden, wo sie nach eigener Aussage über Menschenrechtsverletzungen recherchieren wollten. Sie hatten vor Gericht zugegeben, dass sie von Somalia aus illegal eingereist waren, bestritten aber jegliche terroristischen Aktivitäten. Bei ihrer Festnahme waren sie mit Rebellen der separatistischen Ogaden-Befreiungsfront unterwegs.

***

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel hält ein Scheitern der Regierungskoalition von CDU/CSU und Liberalen für nahezu ausgeschlossen. Die Bundesregierung sei zwar "die schlechteste", die man je gehabt habe, aber sie sei "absolut stabil", sagte Gabriel der Zeitung "Die Welt". Grund dafür sei die "komplette" Unterwerfung der FDP. In dem Moment, in dem sich die FDP den Wünschen von Bundeskanzlerin Angela Merkel widersetze, sei ihr Dasein gefährdet. Die Angst davor diszipliniere die Liberalen und stabilisiere somit die Koalition, bilanzierte der Oppositionsführer. Der neue Generalsekretär der FDP, Patrick Döring, beklagte eine "starke Sozialdemokratisierung" der CDU/CSU. Gegenüber der "Süddeutschen Zeitung" nannte er als Beispiele vor allem den Atomausstieg und Vorschläge zur Zwangskapitalisierung der Banken. Döring sagte, er habe nicht den Eindruck, dass die Kanzlerin und CDU-Chefin die FDP "marginalisieren oder gar vernichten" wolle.

***

Der Chef des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Wolfgang Franz, sieht Deutschland trotz der Euro-Schuldenkrise und des weltweiten Konjunkturabschwungs auf gutem Weg. Die Wirtschaft werde 2012 zwar wohl nur um 0,5 Prozent wachsen, sagte Franz dem "Handelsblatt". Aber eine Rezession in Deutschland sehe er nicht. Zur Begründung verwies der Wirtschaftsexperte auf die hohe Zahl der Beschäftigten und die gute Kapazitätsauslastung der Industrie. Zugleich kritisierte der Chef der fünf Wirtschaftsweisen die Vorsitzende des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, die kürzlich vor einer Weltwirtschaftskrise wie in den 1930er-Jahren gewarnt hatte. Es sei zwar richtig, auf Risiken hinzuweisen, aber Rezessionen ließen sich auch herbeireden, sagte Franz.

***

Russland will mit Deutschland auf dem Energiesektor enger zusammenarbeiten. Energieminister Sergej Schmatko sagte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", sein Land verfüge über Erdgas und Finanzierungsmöglichkeiten. Deutschland habe eine effiziente Technik und einen voraussichtlich großen Markt. So könnte man Gaskraftwerke dort bauen, wo früher Atomkraftwerke gestanden hätten, um die bestehende Strominfrastruktur zu nutzen. Als Voraussetzung für eine engere Kooperation forderte Schmatko Investitionssicherheit durch die deutsche Politik. Die Bundesregierung beschloss nach der Atomkatastrophe von Fukushima eine Kehrtwende in der Energiepolitik und den Ausstieg aus der Kernkraft bis 2022.

***

Mehrere hundert ultra-orthodoxe Juden haben sich in der Stadt Beit Schemesch bei Jerusalem gewaltsame Auseinandersetzungen mit der Polizei geliefert. Die Demonstranten forderten lautstark eine strikte Geschlechtertrennung im öffentlichen Leben. Die Demonstration verlief nicht friedlich. Mehrere Polizisten und Journalisten wurden Augenzeugen zufolge attackiert, Mülltonnen gingen in Flammen auf. Es gab Festnahmen. In Israel hat sich etwa seit Ende der 1980er Jahre in Buslinien, die häufig von Ultraorthodoxen benutzt werden, eine strikte Geschlechtertrennung durchgesetzt. Dies wurde jedoch in jüngerer Zeit immer wieder von Frauen in Frage gestellt. In israelischen Medien häuften sich daher zuletzt Berichte über Aggressionen gegen ultra-orthodoxe Frauen, die sich der Regelung nicht unterwerfen wollten.

***

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden wolkenreich, gebietsweise Regen. Sonst nach Süden hin ein Sonne-Wolken-Mix. Maximal drei bis elf Grad. Die weiteren Aussichten: Am Mittwoch im Norden und Westen meist wolkig. Sonst neben zähen Nebelfeldern gebietsweise heiter. Es bleibt mild.

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links

Audio und Video zum Thema