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Nachrichten

27.09.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat weitreichende Eingriffsrechte der Europäischen Union in die nationalen Haushalte der Euro-Staaten gefordert, die sich nicht an die Vorgaben des EU-Stabilitätspakts halten. Merkel, die auch Vorsitzende der CDU ist, sagte auf einer Parteiversammlung in Karlsruhe, sie werde dafür kämpfen, dass es einfacher möglich sei, gegen notorische Defizitsünder vorzugehen. Deren Haushalte müssten für null und nichtig erklärt werden können. Ansonsten könne die aktuelle Schulden- und Währungskrise nicht überwunden werden. Zugleich warb sie innerhalb ihrer eigenen Koalition um Zustimmung zum neuen Eurorettungspaket im Bundestag. Zwei Tage vor der Abstimmung gibt es unter Politikern von Union und FDP noch Vorbehalte gegen die Ausweitung des Rettungsschirms. Merkel sagte, ohne die Hilfen für Griechenland und andere hochverschuldete Staaten stehe die Stabilität des Euro auf dem Spiel. ***

Japans Regierung ist grundsätzlich dazu bereit, sich an der finanziellen Sanierung Griechenlands zu beteiligen. Voraussetzung dafür sei allerdings ein Rettungsmodell der Europäer, das die Märkte beruhige, sagte Finanzminister Jun Azumi in Tokio. Auch müsse die von seinem Land aufzubringende Summe zumutbar sein. Azumi hatte bereits am Rande des G20-Treffens in Washington in der vergangenen Woche den EU-Ländern Hilfe im Kampf gegen die Schuldenkrise zugesagt. Dazu gehöre auch der Kauf von Anleihen des Rettungsfonds EFSF durch Tokio. US-Präsident Barack Obama warf den Staats- und Regierungschefs in der Euro-Zone vor, zu langsam auf die Schuldenkrise reagiert zu haben. So hätten die Euro-Länder nie umfassend auf die Herausforderungen reagiert, denen ihr Bankensystem bereits seit der Finanzkrise 2007 ausgesetzt sei. Obama äußerte sich bei einer Veranstaltung im kalifornischen Mountain View.

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Die Stimmung der deutschen Verbraucher bleibt im September im Vergleich zum Vormonat stabil - trotz der Schuldenkrise im Euro-Raum. Allerdings rechnen die Verbraucher damit, dass sich die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung verschlechtern wird. Das geht aus dem neuen Konsumklima-Index des Nürnberger Marktforschers GfK hervor. Auch die Kauflaune ist demnach etwas zurückgegangen. Gleichzeitig rechnen die Deutschen aber damit, dass ihr persönliches Einkommen im nächsten Jahr steigen wird.

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Wirtschaftsexperten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) haben Geringqualifizierte und junge Menschen als Hauptbetroffene der Finanzkrise ausgemacht. Zum Auftakt eines Treffens der Arbeitsminister der G-20-Staaten in Paris teilte die OECD mit, dass seit Beginn der Krise im Jahr 2007 weltweit 13 Millionen Arbeitsplätze weggefallen seien. Besorgnis erregend sei auch, dass die Einkommens-Ungleichheit ständig zunehme, dass es immer mehr befristete Arbeitsverhältnisse gebe und dass die Reallöhne in vielen Ländern stagnierten oder sogar zurückgingen, heißt es in einer Erklärung der Organisation.

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Gesundheitsminister Daniel Bahr und die SPD haben übereinstimmend Berichte zurückgewiesen, wonach mehrere deutsche Krankenkassen vor der Pleite stehen. Das sei "Unsinn", sagte der FDP-Politiker der "Bild"-Zeitung. Das "Handelsblatt" hatte berichtet, fast der Hälfte der Krankenkassen drohe die Zahlungsunfähigkeit. Die Kassen hätten zu geringe Bezüge über den krankheitsorientierten Finanzausgleich im Rahmen des Gesundheitsfonds. Auch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach wies den Bericht über drohende Pleiten zurück, die Lage sei bei weitem nicht "so dramatisch".

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: In der Südhälfte weiterhin heiter und trocken, im Norden Durchzug dichterer Wolken und gebietsweise etwas Regen. Höchsttemperaturen zwischen 16 Grad an den Küsten und 26 Grad im Breisgau. Die weiteren Aussichten: Verbreitet sonnig und spätsommerlich warm.

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