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Nachrichten

27.08.2013 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Die USA planen Medienberichten zufolge nach dem mutmaßlichen Giftgaseinsatz in Syrien offenbar einen Militärschlag. Die "Washington Post" schreibt unter Berufung auf hochrangige Regierungsvertreter, Präsident Barack Obama prüfe ein Eingreifen von begrenztem Umfang und begrenzter Dauer. Denkbar seien bis zu 2-tägige Angriffe mit Langstreckenbombern und Marschflugkörpern auf militärische Ziele, so die Zeitung. Zuvor müsse geklärt werden, ob die syrische Führung tatsächlich für den angeblichen Giftgasangriff von voriger Woche verantwortlich ist. Nach Aussage von US-Außenminister Kerry bestehen jedoch kaum noch Zweifel daran, dass Syriens Machthaber Baschar al-Assad hinter dem Giftgaseinsatz stecke. Assads Armee wird vorgeworfen, bei Angriffen mit Giftgas nahe der Hauptstadt Damaskus Hunderte Menschen getötet zu haben. Die Organisation "Ärzte ohne Grenzen" spricht von 355 Toten, die Rebellen gehen von mehr als 1300 Opfern aus. Die syrische Führung weist die Vorwürfe zurück, gewährte im Land befindlichen UN-Inspektoren aber erst Tage später Zugang zu den Orten, an denen die Attacken stattgefunden haben sollen.

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Die USA stoßen nach Angaben von Finanzminister Jacob Lew Mitte Oktober an die gesetzliche Schuldenobergrenze. Lew forderte deshalb die Republikaner auf, einer Anhebung des Limits zuzustimmen. Derzeit beträgt die Obergrenze für die Staatsschulden der Vereinigten Staaten 16,7 Billionen Dollar. Sollte die Regierung nicht mehr zahlungsfähig sein, könne es zu großen Störungen der Wirtschaft kommen, warnte Lew. Daher müsse der US-Kongress vor Mitte Oktober handeln. Die Anhebung der Schuldenobergrenze ist traditionell Anlass für ein heftiges Kräftemessen zwischen Demokraten und Republikanern. 2011 hatte der Streit die USA an den Rand der Zahlungsunfähigkeit gebracht. Zuletzt erreichte das Land den erlaubten Höchststand am 31. Dezember. Ende Januar einigte sich der Kongress darauf, die Schuldenobergrenze bis Mitte Mai auszusetzen. Derzeit gelten Sondermaßnahmen wie das Aussetzen von staatlichen Beiträgen in Pensionskassen.

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Nach dreitägiger Pause haben Kolumbiens Regierung und die Guerilla-Organisation FARC ihre Friedensgespräche wieder aufgenommen. Die Rebellen wiesen dabei den Vorschlag von Präsident Juan Manuel Santos zurück, einen möglichen Friedensvertrag per Volksabstimmung bestätigen zu lassen. Die marxistisch ausgerichteten "Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens" (FARC) fordern hingegen eine verfassungsgebende Versammlung, die über ein Abkommen abstimmen soll. Da Santos das Referendum mit der Parlaments- oder Präsidentenwahl im kommenden Jahr verknüpfen will, fürchten die Rebellen offenbar, er könnte die Abstimmung zu seinem Vorteil nutzen. Übereinstimmung gibt es zwischen Regierung und Rebellen dagegen hinsichtlich eines nationalen Forums über illegale Drogen. Unter UN-Schirmherrschaft sollten die Kolumbianer in mehreren öffentlichen Debatten den künftigen Umgang mit Rauschgift erörtern, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung.

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Der brasilianische Außenminister Antonio Patriota hat seinen Rücktritt eingereicht. Grund ist ein Streit mit dem Nachbarland Bolivien. Ein Mitarbeiter der brasilianischen Botschaft in La Paz hatte einen bolivianischen Oppositionspolitiker, der in der Vertretung Zuflucht gesucht hatte, bei der Flucht nach Brasilien geholfen. Allerdings laufen gegen den Bolivianer in seinem Heimatland zahlreiche Prozesse wegen Korruption und anderer Verbrechen. Brasiliens Staatschefin Dilma Rousseff ernannte den bisherigen UN-Botschafter Luiz Alberto Figueiredo zum neuen Außenminister. Patriota soll dessen Posten am New Yorker UN-Sitz einnehmen, wie das Nachrichtenportal G1 berichtete.

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Die venezolanischen Behörden haben nach eigenen Angaben ein Mordkomplott gegen Staatschef Nicolás Maduro und Parlamentspräsident Diosdado Cabello aufgedeckt. Die Polizei habe zwei Kolumbianer festgenommen, die ein Attentat auf die beiden Politiker geplant hätten, teilte das Innenministerium in Caracas mit. Die Ermittler hätten Gewehre, Militäruniformen sowie Fotos von Maduro und Cabello sichergestellt. Der Parlamentspräsident machte den ehemaligen kolumbianischen Präsidenten Álvaro Uribe für die Anschlagspläne verantwortlich. Uribe gilt als erbitterter Gegner der linkspopulistischen Regierung in Caracas. In einem Fernseh-Interview wies er die Vorwürfe aber zurück. Auch Venezuelas Opposition sprach mit Blick auf die Anschlagspläne von Legendenbildung.

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Das Unterhaus des indischen Parlaments hat am Montag ein umfassendes Ernährungsprogramm für 820 Millionen Menschen verabschiedet. Zwei Drittel der indischen Bevölkerung sollen damit monatlich fünf Kilogramm Getreide zu Cent-Preisen erhalten. Schwangere und stillende Frauen sowie Schulkinder bekommen kostenlose Mahlzeiten. Das Gesetz sei ein historischer Schritt, um Hunger zu beseitigen, sagte die Chefin der regierenden Kongresspartei, Sonia Gandhi. Laut Weltbank lebt ein Drittel der weltweit Armen in Indien, etwa die Hälfte der Kinder ist unterernährt. Kritiker bemängeln allerdings, dass es für die Umsetzung nicht ausreichend Lebensmittelvorräte gebe und Indien derzeit nicht das Geld besitze, um das 16 Milliarden Euro teure Mammutprojekt zu schultern. Wenige Stunden nach ihrer Parlamentsrede wurde Gandhi ins Krankenhaus gebracht. Nach Auskunft eines Kongresspartei-Sprechers ist der Zustand der 66-jährigen einflussreichen Politikerin stabil, Einzelheiten wurden nicht bekannt.

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