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Nachrichten

27.08.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Montag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Die deutsche Regierungskoalition debattiert weiter kontrovers über den Kurs in der Griechenland-Frage. Nach den Äußerungen von CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt zu einem bevorstehenden Euro-Austritt Griechenlands rief Bundeskanzlerin Angela Merkel zur Mäßigung auf. Alle sollten in der entscheidenden Phase der Bekämpfung der Euro-Schuldenkrise ihre Worte wägen, sagte die CDU-Vorsitzende im ARD-Sommerinterview. Dobrindt hatte der "Bild am Sonntag" gesagt, an einem Euro-Austritt Griechenlands führe kein Weg vorbei. Er sehe "Griechenland 2013 außerhalb der Eurozone". Kritik kam auch von Außenminister Guido Westerwelle. Das "Mobbing gegen einzelne Euro-Länder aus parteipolitischem Kalkül" müsse aufhören, sagte der FDP-Politiker. Die Kanzlerin hatte noch am Freitag bei einem Treffen mit dem griechischen Regierungschef Antonis Samaras versichert, dass Griechenland Teil des Euro-Raums bleiben solle.

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Der mit Spannung erwartete Expertenbericht der sogenannten Troika zu den Reformfortschritten in Griechenland wird sich einem Zeitungsbericht zufolge verzögern. Die "Rheinische Post" berichtet unter Berufung auf einen EU-Diplomaten, der Bericht werde frühestens Anfang Oktober vorgelegt. Bisher war er für September erwartet worden. Grund für die Verzögerung sei, dass die Regierung in Athen ihre Privatisierungsbemühungen wahrscheinlich erst im September umsetzen könne. Der Troika gehören der Internationale Währungsfonds, die EU-Kommission und die Europäische Zentralbank an. Der Bericht ist Grundlage für die Entscheidung, ob Griechenland aus seinem zweiten Hilfspaket eine weitere Tranche von 31,5 Milliarden Euro erhält. Ohne das Geld droht dem Land die Pleite. Die Regierung in Athen arbeitet derzeit an einem neuen Hilfspaket von mindestens 11,5 Milliarden Euro, das Voraussetzung für die Hilfe ist.

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Nach dem jüngsten Transplantationsskandal in Göttingen treffen an diesem Montag die an der Organspende beteiligten Institutionen mit Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) zu Gesprächen zusammen. Dabei soll über mögliche Konsequenzen beraten werden. In den vergangenen Wochen wurde der Ruf nach besserer Kontrolle und mehr Sanktionsmöglichkeiten gegenüber Transplantationszentren und Ärzten lauter. Patientenschützer fordern eine grundlegende Reform des Transplantationssystems. Das Spende- und Verteilungssystem in Deutschland müsse in staatliche Hände gelegt werden, sagte Eugen Brysch, Vorstand der Patientenschutzorganisation Deutsche Hospiz Stiftung. Das geht aus einem Bericht der "Berliner Zeitung" hervor. An der Uni-Klinik in Göttingen soll ein Oberarzt Krankenakten manipuliert haben, um Patienten auf der Warteliste für Spenderorgane ganz vorn zu platzieren.

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Deutschland hat nach einem Zeitungsbericht der Polizei im autoritär regierten Weißrussland nicht nur bei der Ausbildung geholfen, sondern diese auch ausgerüstet. Das Bundesinnenministerium habe bestätigt, dass allein zwischen 2009 und 2010 rund 41.200 Euro für Computer- und Videotechnik an Weißrussland geflossen seien, schreibt die "Bild"-Zeitung. Demnach soll das Bundesinnenministerium zudem zwischen 2008 und 2011 mindestens eine Hundertschaft der weißrussischen Polizei mit kompletter Körperschutzausstattung ausgerüstet haben. Es habe sich um Helme, Schilde, Schlagstöcke und Körperprotektoren gehandelt. Mehrere Oppositionspolitiker forderten unterdessen von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) Aufklärung über die Vorgänge und kündigten an, das Thema auf die Tagesordnung des Bundestags-Innenausschusses zu setzen. In Weißrussland äußerten regierungskritische Internetblogger Wut und Enttäuschung über die deutsche Unterstützung.

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Eine Gruppe von etwa 100 europäischen und US-Aktivisten ist bei dem Versuch gescheitert, Hilfsgüter für palästinensische Schüler ins Westjordanland zu bringen. Israel und Jordanien hätten der Gruppe die Einreise verweigert, berichtete eine Sprecherin der Initiative "Welcome to Palestine". Ein Bus sei an der Allenby-Brücke zwischen Jordanien und dem Westjordanland zwar von den jordanischen Grenzbeamten vorbeigelassen worden. Er sei aber von den Israelis zurückgeschickt worden. Den zweiten Bus hätten die Jordanier dann gar nicht mehr durchgelassen. Die Aktivisten aus den USA, Großbritannien, Frankreich und Spanien wollten im Westjordanland Schulmaterialien an Kinder verteilen. Frühere Versuche im Juli 2011 und im April dieses Jahres waren ebenfalls an der Blockade Israels gescheitert. Allerdings wollten die Aktivisten damals über den Flughafen Ben Gurion in Tel Aviv einreisen.

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