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Nachrichten

27.07.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Mittwoch – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel hat von den Islamisten in Somalia mehr Kooperation bei der Bekämpfung der Hungersnot gefordert. Die Schebab-Miliz müsse auch in den von ihr kontrollierten Gebieten den internationalen Hilfsorganisationen Zugang zu den Menschen zu gewähren, sagte Niebel der "Rhein-Neckar-Zeitung" in Heidelberg. Die islamistische Miliz kämpft gegen die schwache somalische Zentralregierung und beherrscht weite Teile des Landes. Bislang ließ sie nur vereinzelt Lebensmittel- und Medikamentenlieferungen zu. Die von den Vereinten Nationen vorgesehene Luftbrücke für die Hungernden in Somalia kann frühestens an diesem Mittwoch eingerichtet werden. Derzeit behindern Zollprobleme den Start eines ersten Flugzeugs mit Nahrungsmitteln in der kenianischen Hauptstadt Nairobi. Geplant sind Flüge nach Mogadischu, in die äthiopische Stadt Dolo und ins kenianische Wadschi an der Grenze zu Somalia. Das UN-Welternährungsprogramm will mit der Luftbrücke rund 2,2 Millionen Menschen in Südsomalia erreichen, allein 350.000 sollen vom Hungertod bedroht sein.

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Nach den Anschlägen in Norwegen hat die Polizei Sprengstoff auf dem Bauernhof des Attentäters zur Explosion gebracht. Anders Behring Breivik hatte den Hof etwa 160 Kilometer nördlich von Oslo nach eigenen Angaben gepachtet, um unauffällig mehrere Tonnen Kunstdünger kaufen zu können. Dünger war einer der Bestandteile, die bei der Bombenexplosion in Oslo verwendet wurden. Bei den Anschlägen in der norwegischen Hauptstadt und auf der Insel Utøya wurden mindestens 76 Menschen getötet. Die Ermittler gehen weiter der Frage nach, ob Breivik Helfer hatte. Offen ist auch, ob der 32-Jährige tatsächlich Verbindungen zu rechtsextremistischen Gruppen im Ausland unterhielt, wie er selbst behauptet. Breiviks Verteidiger kündigte an, in dem Verfahren gegen seinen Mandanten auf fehlende Zurechnungsfähigkeit zu plädieren. Weil die Polizei die Möglichkeit eines Selbstmordversuchs nicht ausschließt, steht der Attentäter im Gefängnis rund um die Uhr unter Bewachung.

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Als Reaktion auf den Doppelanschlag in Norwegen fordern Politiker in Deutschland ein schärferes Vorgehen gegen die rechtsextreme Szene und strengere Kontrollen des Internets. SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles schlug vor, zur Beobachtung der rechtsradikalen Szene im Netz mehr Polizisten einzustellen. Der CSU-Innenexperte Hans-Peter Uhl wies darauf hin, es gebe eine ideologische Aufrüstung unter Extremisten im Internet. Innenminister Hans-Peter Friedrich sagte, Sorge bereiteten ihm vor allem die gewaltbereiten sogenannten nationalen Autonomen unter den Rechtsradikalen, die sich - orientiert an den Linksautonomen - zunehmend formierten. Zu dieser Gruppe gehören nach Angaben des Bundesverfassungsschutzes aktuell etwa 1000 Personen. - EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström schaltete sich in die Diskussion ein und mahnte eine europaweite Neuregelung der Vorratsdatenspeicherung an. Solche Daten würden zunehmend wichtiger bei der Bekämpfung von Cyber- und Internetkriminalität, betonte die schwedische Politikerin.

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Der Bürgermeister der südafghanischen Stadt Kandahar ist bei einem Selbstmordanschlag getötet worden. Nach Polizeiangaben zündete der Attentäter den unter seinem Turban versteckten Sprengsatz, als sich Ghulam Haidar Hameedi im Rathaus mit Bewohnern der zweitgrößten Stadt Afghanistans unterhielt. Kandahar ist die Hauptstadt der gleichnamigen Unruheprovinz, die als Hochburg der radikal-islamischen Taliban gilt. Erst Mitte Juli war dort der Halbbruder von Präsident Hamid Karsai, Ahmed Wali Karsai, ermordet worden.

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Die Palästinenser in den von Israel besetzten Gebieten sind nach Einschätzung der Vereinten Nationen inzwischen fähig zur Gründung ihres eigenen Staates. Es habe in den vergangenen Jahren große Fortschritte gegeben, die palästinensischen Behörden seien jetzt in der Lage, Verantwortung zu übernehmen, sagte der UN-Sondergesandte Robert Serry im Weltsicherheitsrat in New York. Das unterstrich auch der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Werner Hoyer, der die Sitzung leitete. Zugleich kritisierte er Israel wegen seines Siedlungsbaus in den palästinensischen Gebieten und die Palästinenser wegen der Raketenangriffe auf Israel. -- Im Mai hatte Bundeskanzlerin Merkel im Beisein des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu gefordert, es müsse an der Zwei-Staaten-Lösung gearbeitet werden. Die Bundesregierung glaube aber nicht, dass einseitige Schritte weiterhelfen könnten.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: In der Südwesthälfte Wechsel aus Wolken, Sonne und Schauern. Sonst: Meist trocken, vor allem Richtung Erzgebirge und Neiße auch viel Sonnenschein. Tageshöchstwerte: 19 bis 25 Grad. Die weiteren Aussichten: Am Donnerstag im Südwesten teils kräftige Schauer und Gewitter. Im Norden auch sonnige Abschnitte. Es wird etwas wärmer mit Tageswerten zwischen 18 und 25 Grad.

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