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Nachrichten

27.05.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Der in Serbien festgenommene frühere bosnisch-serbische General Ratko Mladic muss erneut vor Gericht erscheinen. Ein Untersuchungsrichter in der Hauptstadt Belgrad will die Vernehmung des 68-Jährigen fortsetzen. Sie war am Vortag abgebrochen worden, weil sich der Ex-Militärchef als schwacher, kranker Mann präsentierte. Er soll sich zur Anklage des Kriegsverbrechertribunals in Den Haag äußern. Danach soll über seine Auslieferung entschieden werden. Mladic wird unter anderem für das Massaker von Srebrenica 1995 mit rund 8000 Toten verantwortlich gemacht. Er war am Donnerstag nach mehr als 15 Jahren Flucht gefasst worden. Die jahrelang ausgebliebene Festnahme galt als eines der größten Hindernisse bei den Bemühungen der Regierung in Belgrad um eine Aufnahme Serbiens in die Europäische Union. Präsident Boris Tadic sagte, nun erwarte er als Gegenleistung einen zügigen EU-Beitritt seines Landes.

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Die Europäische Union und die USA haben Serbien für die Festnahme des mutmaßlichen bosnisch-serbischen Kriegsverbrechers Ratko Mladic gelobt. Kommissionspräsident José Manuel Barroso sprach von einem wichtigen Schritt nach vorne für Serbien und die internationale Justiz. Bundeskanzlerin Angela Merkel bezeichnete die Festnahme als überfällig und "gute Nachricht" für ganz Europa. Mladic habe große Schuld für tragische Ereignisse in den Balkankriegen auf sich geladen. US-Präsident Barack Obama sagte, Mladic müsse zügig vor den Strafgerichtshof in Den Haag gebracht werden. Dort werde er den Opfern und dem Gericht Rede und Antwort stehen müssen.

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Am zweiten Tag des Gipfeltreffens der sieben führenden Industriestaaten und Russlands stehen der Wandel in der arabischen Welt und die Unterstützung für Afrika im Mittelpunkt der Beratungen. Nach den Umbrüchen im Nahen Osten und Ländern Nordafrikas wollen sich die G8-Staaten als Partner anbieten, um den demokratischen Wandel zu unterstützen. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte, es werde Hilfszusagen der internationalen Institutionen geben. Deutschland werde die Reformen in Ägypten durch eine Umwandlung der Schulden unterstützen. Am Vortag hatten die Staats- und Regierungschefs im französischen Seebad Deauville unter anderem über die Themen Atom und Internet gesprochen. Die Gruppe der Acht will sich schärfere Sicherheitsstandards für die Kernenergie zum Ziel setzen. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy sagte, bereits am 7. Juni sollten Minister aus 30 Staaten in Paris zusammenkommen, um Vorschläge für schärfere Sicherheitsvorschriften zu erarbeiten.

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Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat den arabischen Ländern, die sich im politischen Umbruch befinden, Milliardenhilfen in Aussicht gestellt. In einem Bericht für den G8-Gipfel in Deauville schreibt der IWF, er werde Darlehen gewähren, wenn nicht-ölexportierende Länder aus Nahost und Nordafrika dies beantragen würden. Dafür stünden bis zu 35 Milliarden Dollar bereit. Nach Schätzung des Währungsfonds könnte der Bedarf an externer Finanzhilfe an diese Länder bis 2013 160 Milliarden Dollar überschreiten. Davon müsse ein bedeutender Teil von internationalen Geldgebern kommen. Der IWF warnte zugleich vor politischer und sozialer Instabilität, sollten die arabischen Länder nicht wirtschaftlich in Schwung kommen. Die Politik müsse vor allem dem Sektor der Privatwirtschaft ihre Aufmerksamkeit widmen und ein günstiges Klima schaffen.

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Die NATO hat erneut nächtliche Luftangriffe auf Ziele in Libyen geflogen. In arabischen Medienberichten war von mehreren starken Explosionen in der Hauptstadt Tripolis die Rede. Es sei ein Militärareal getroffen worden, das von Machthaber Muammar al-Gaddafi genutzt wird. Zuvor hatten regierungstreue Truppen Ziele in der seit Wochen umkämpften Stadt Misrata angegriffen. Nach Angaben der Aufständischen wurden drei ihrer Mitstreiter getötet und zahlreiche verletzt. Nach Frankreich hat nun auch Großbritannien den Einsatz von Kampfhubschraubern bewilligt, um Bewegung in den militärisch festgefahrenen Konflikt zu bringen. Seit Wochen bombardiert eine Allianz unter Führung von Großbritannien, Frankreich und den USA Ziele in dem nordafrikanischen Land. Ein erneuter Vorschlag Libyens für eine Waffenruhe wurde am Donnerstag von den USA als unglaubwürdig zurückgewiesen.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Am Freitag im Südosten Dauerregen. Sonst ist es wechselnd bewölkt, im Norden und Westen Neigung zu Schauern und Gewittern. Tageshöchstwerte bis 21 Grad, an den Küsten bis 14 Grad. Die weiteren Aussichten: Am Wochenende im Norden noch recht wechselhaft mit etwas Regen oder kurzen Schauern und an den Küsten windig. Sonst Wetterbesserung, im Südwesten oft heiter, von dort langsam wärmer.

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