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Nachrichten

27.01.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Der Deutsche Bundestag gedenkt an diesem Freitag der Opfer des Nationalsozialismus. Hauptredner ist der 91-jährige Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki. Er wuchs in der NS-Zeit in einer jüdischen Familie auf und gehört zu den Überlebenden des Warschauer Ghettos. Für das Parlament spricht Bundestagspräsident Norbert Lammert. An der Veranstaltung zum Holocaust-Gedenktag nehmen auch Bundespräsident Christian Wulff sowie weitere Spitzenpolitiker und Vertreter von Opferverbänden teil. Am 27. Februar 1945 hatten Soldaten der Roten Armee das Vernichtungslager Auschwitz westlich von Krakau befreit. Seit 1996 erinnert der Bundestag jährlich in einer Gedenkstunde an dieses Datum.

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Der Bund hat im vergangenen Dezember offenbar so viele Steuern eingenommen wie noch nie in einem einzelnen Monat. Das schreibt das "Handelsblatt" und beruft sich dabei auf Zahlen des Bundesfinanzministeriums. Der Staat nahm demnach erstmals mehr als 70 Milliarden Euro Steuern in nur einem Monat ein - und zwar genau 70,8 Milliarden Euro. Das waren gut vier Prozent mehr im Vergleich zum Vorjahresmonat. Nach Informationen der Zeitung dürfte der Bund durch die besseren Konjunkturaussichten in diesem Jahr mit rund 17 Milliarden Euro neuen Schulden auskommen. Das sind neun Milliarden Euro weniger als im Bundeshaushalt vorgesehen.

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Vor dem EU-Gipfel am Montag hat die Europäische Kommission Überlegungen aus Deutschland und Frankreich zurückgewiesen, einen Wachstumsfonds zu schaffen, der mit noch nicht genutzten Geldern aus EU-Töpfen finanziell klammen Euro-Staaten unter die Arme greift. Dies sei unrealistisch, da es kaum freies Geld gebe, sagte der zuständige EU-Kommissar Johannes Hahn der "Süddeutschen Zeitung". Zwar stünden den europäischen Strukturfonds für die Jahre 2007 bis 2013 fast 350 Milliarden Euro zur Verfügung. Die Mittel seien aber bestimmten Ländern zugewiesen oder bereits für konkrete Projekte verplant. In Berliner Regierungskreisen hatte es die Idee gegeben, das Geld über einen Fonds vor allem angeschlagenen Ländern wie Italien, Spanien oder Portugal zukommen zu lassen, um deren Wirtschaftswachstum zu fördern und damit der Euro-Schuldenkrise entgegenzuwirken.

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Die USA wollen ihre Militärausgaben deutlich senken. Verteidigungsminister Leon Panetta kündigte in Washington an, das Budget für das im September beginnende nächste Haushaltsjahr solle um neun Prozent reduziert werden. In den kommenden zehn Jahren ist eine Kürzung des Verteidigungs-Etats um knapp 500 Milliarden Dollar geplant. Zudem soll das aktive Heer innerhalb von fünf Jahren um rund 70.000 auf 490.000 Mann verringert werden. Unklar bleibt die Zukunft der amerikanischen Militärpräsenz in Deutschland. Laut Panetta sollen zwei der vier Brigaden in Europa gestrichen werden. Er sagte aber nicht, welche. In der Bundesrepublik sind derzeit drei US-Brigaden stationiert.

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Der Weltsicherheitsrat wird sich nach Angaben Frankreichs an diesem Freitag erneut mit der Lage in Syrien befassen. In New York sei ein Treffen des mächtigsten UN-Gremiums hinter verschlossenen Türen anberaumt worden, teilte die französische Vertretung bei den Vereinten Nationen mit. Die Nachrichtenagentur Reuters meldet unter Berufung auf Diplomaten, bei dem Treffen werde voraussichtlich Marokko einen Resolutionsentwurf westarabischer Staaten vorlegen, der die Forderung der Arabischen Liga nach einem Rücktritt von Präsident Baschar al-Assad unterstützt. Zuletzt hatten sich die Anzeichen dafür gemehrt, dass sich der Sicherheitsrat mit Blick auf das anhaltende Blutvergießen in Syrien auf eine gemeinsame Marschrichtung einigen könnte. Eine Resolution gegen das Assad-Regime war bislang am Widerstand Russlands und Chinas gescheitert.

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In Nigeria ist offenbar ein Deutscher entführt worden. Nach Behördenangaben wurde der Mann in der Stadt Kano von zwei Unbekannten von einer Baustelle verschleppt. Das Auswärtige Amt in Berlin erklärte, man gehe den Hinweisen nach. Am vergangenen Freitag waren in Kano bei einer Serie von Bombenexplosionen und Feuergefechten mindestens 185 Menschen getötet worden. Zu den Gewalttaten bekannte sich die Islamistengruppe Boko Haram.

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