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Aktuell Asien

27 Tote bei Unruhen im Westen Chinas

Erneut enden in China ethnische Konflikte blutig: Bei Unruhen in der westchinesischen Region Xinjiang sind mindestens 27 Menschen getötet worden.

Neun Polizisten und Wachleute sowie acht Zivilisten seien in einer Ortschaft der Region Turpan von einer "mit Messern bewaffneten Menge" getötet worden. Das berichtete eine chinesische Nachrichtenagentur. Um sich zur Wehr zu setzen, eröffnete die Polizei das Feuer gegen die Aufrührer und tötete zehn von ihnen. Es gab einige Verletzte, die im Krankenhaus behandelt werden mussten.

Die Unruhestifter hatten in der abgelegenen Ortschaft Lukqun eine Polizeistation und ein Verwaltungsgebäude angegriffen. In der Region leben große Gruppen der muslimischen Minderheit der Uiguren (Foto). Es ist nicht das erste Mal, dass der ethnische Konflikt zwischen den Uiguren und den Han-Chinesen blutig verläuft.

Uiguren fühlen sich verdrängt

Zuletzt starben bei gewaltvollen Auseinandersetzungen zwischen den beiden Volksgruppen im April dieses Jahres 21 Menschen. Der blutige Höhepunkt des Konflikts war im Juli 2009, als fast 200 Menschen starben.

Eine uigurische Frau sitzt vor einer Wand auf dem der Slogan Volk, ziehe in alle Richtungen steht (Foto: AP)

Eine uigurische Frau in Xinjiang

Strittig ist, wer für die Konflikte verantwortlich ist: Die Regierung in Peking gibt "Terroristen" die Schuld an der Gewalt. Uigurische Exilorganisationen hingegen sind der Auffassung, dass der Staat legitime Proteste mit Gewalt niederschlage.

Die Volksgruppe der Uiguren ist in der dünn besiedelte Wüstenregion im Westen Chinas zuhause. Die Muslime fühlen sich jedoch durch die Han-Chinesen zunehmend an den Rand gedrängt. Die Regierung betreibt eine Siedlungspolitik, indem sie die Han-Chinesen systematisch in der rohstoffreichen Grenzprovinz ansiedelt.

nem/sti (dpa, afp, rtr)