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Nachrichten

26.11.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

NATO-Kampfhubschrauber haben im Nordwesten Pakistans einen Militärposten angegriffen und dabei etwa 25 Soldaten getötet. Rund 15 Soldaten seien verletzt worden, teilte ein pakistanischer Armeesprecher mit. Demnach erfolgte die Attacke im Stammesgebiet Mohmand an der Grenze zu Afghanistan. Es habe sich um einen "grund- und wahllosen Beschuss" gehandelt, so der Sprecher. Pakistan schloss inzwischen einen Grenzübergang, über den die NATO Nachschub nach Afghanistan bringt. Vertreter der Allianz kündigten eine Erklärung an, sobald der genaue Hergang der Aktion bekannt sei. Der Militärposten liegt in einer Region, die von den Taliban als Rückzugsraum genutzt wird. Im vergangenen Jahr gab es schon einmal einen ähnlichen Vorfall, als ein US-Hubschrauber versehentlich zwei pakistanische Soldaten tötete. Das führte zu einer erheblichen Belastung der Beziehungen zwischen Washington und Islamabad.

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Bei den Protesten in der ägyptischen Hauptstadt Kairo ist erneut ein Demonstrant getötet worden. Nach Angaben von Aktivisten wurde er während eines Sitzstreiks vor dem Gebäude der Regierung von Fahrzeugen der Sicherheitskräfte überrollt. Die Situation sei eskaliert, als Demonstranten Steine auf die Wagen geworfen hätten. Der Streik richtete sich gegen die Entscheidung des ägyptischen Militärrats, Kamal al-Gansuri zum neuen Ministerpräsidenten zu bestimmen. Al-Gansuri war schon unter dem gestürzten Präsident Husni Mubarak Regierungschef gewesen. Der Sitz des Kabinetts ist weniger als 500 Meter vom Tahrir-Platz entfernt, wo sich weiterhin zahlreiche Demonstranten aufhalten. Bislang sind bei den seit einer Woche andauernden Protesten mindestens 41 Menschen getötet worden.

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Syrische Regierungstruppen haben sich im Osten des Landes schwere Gefechte mit Deserteuren geliefert. Bei den Kämpfen in der Ortschaft Deir el Sur seien zehn Soldaten getötet worden, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London mit. Auch unter den Deserteuren, die sich als Freie Armee bezeichnen, habe es Opfer gegeben. Die wachsende Zahl von Zusammenstößen zwischen desertierten Soldaten und Sicherheitskräften nährt die Furcht vor einem Bürgerkrieg in Syrien. Wegen des Konflikts sind inzwischen 1,5 Millionen Menschen auf internationale Lebensmittelhilfe angewiesen. Diese Zahl nannte die Leiterin der humanitären Einsätze der Vereinten Nationen, Valerie Amos, in New York. Auch seien tausende Syrer aus den Protesthochburgen in andere Regionen des Landes oder in Flüchtlingscamps im Libanon und in der Türkei geflohen.

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Begleitet von Protesten hat der Castor-Transport mit Atommüll Niedersachsen erreicht. In der Nähe von Göttingen musste der Zug wegen Gleisblockaden stoppen. Ein Polizeisprecher in Lüneburg sagte, es seien rund 20 Menschen auf den Gleisen. Auch in der Pfalz und in Hessen hatten Demonstranten den Transport mehrfach zum Halten gezwungen. Die Waggons mit deutschem Atommüll kommen von der Wiederaufbereitungsanlage im französischen La Hague. Im Laufe des Tages wird er dann am Verladebahnhof Dannenberg eintreffen, wo die elf Atommüllbehälter auf Lastwagen umgeladen werden. Die letzte Strecke bis zum Zwischenlager Gorleben wird dann auf der Straße zurückgelegt. - In Niedersachsen gerieten am Freitagabend erneut Umweltschützer und Polizisten gewaltsam aneinander. Nach Agenturberichten setzten die Sicherheitskräfte in Metzingen im Kreis Lüchow-Dannenberg Wasserwerfer gegen Demonstranten ein, die ihrerseits mit Flaschen, Steinen und Holzpfählen nach den Polizisten warfen. Mehr als 20 Beamte wurden dabei verletzt.

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Die Grünen haben in Kiel ihren Bundesparteitag fortgesetzt. Dabei soll das finanzpolitische Fundament der Partei für die Bundestagswahl 2013 festgelegt werden. Die rund 800 Delegierten müssen über einen Antrag des Bundesvorstandes befinden, der unter anderem einen Spitzensteuersatz von 49 Prozent ab einem zu versteuernden Einkommen von 80.000 Euro vorsieht. Zuvor wird der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann auf dem Parteitag für ein Nein zum umstrittenen Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 bei der Volksabstimmung am Sonntag werben. Am Freitag hatten die Delegierten ein europapolitisches Konzept beschlossen, das unter anderem Sanktionen für große Exportüberschüsse vorsieht, um damit Ungleichgewichte zwischen den europäischen Volkswirtschaften zu vermeiden.

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In Marokko hat sich die gemäßigte islamistische Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung PJD zum Sieger der Parlamentswahl vom Freitag erklärt. In allen großen Städten habe die PJD nach den ihr vorliegenden Zahlen einen überwältigenden Sieg davongetragen, sagte der stellvertretende Parteivorsitzende Lahcen Daoudi. Regierungsamtliche Stellen wollten dies bislang nicht bestätigen. Erste offizielle Ergebnisse werden im Verlauf des Samstags erwartet. Die Wahlbeteiligung lag nach Angaben des Innenministers bei 45 Prozent. Das neue Parlament wird nach einer Verfassungsänderung vom Juli mehr Machtbefugnisse haben. So wird der neue Regierungschef nicht mehr von König Mohammed VI. bestimmt, sondern von der stärksten Parlamentsfraktion. Der König behält aber das letzte Wort in Fragen der Verteidigung, der Justiz und der Religion.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: An der Küste und im Süden etwas Regen, der dort auch gefrieren kann. Ansonsten weitgehend trocken. Temperaturen zwei bis elf Grad. Die weiteren Aussichten: Am Sonntag bewölkt und vor allem im Norden regnerisch bei starkem Wind und Sturmböen. Im Süden ist es freundlicher. Höchsttemperaturen sechs bis 13 Grad.

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