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Nachrichten

26.10.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Bundeskanzlerin Angela Merkel wird mit breiter Rückendeckung durch den Bundestag zum Euro-Krisengipfel der Staats- und Regierungschefs der EU und der Eurozone nach Brüssel reisen können. Die Koalitionsfraktionen haben sich mit SPD und Grünen im Grundsatz auf einen gemeinsamen Antrag geeinigt, in dem ein sogenannter Hebel zur Erhöhung der Schlagkraft des Euro-Rettungsfonds EFSF auf mehr als eine Billion Euro befürwortet wird. Vor der Abstimmung wird Merkel in einer Regierungserklärung ihren Kurs auf dem Euro-Krisengipfel erläutern, der an diesem Mittwochabend in Brüssel stattfindet. Dort soll ein Befreiungsschlag im Kampf gegen die Schuldenkrise gelingen. Die Staats- und Regierungschefs wollen neben der Hebelung des EFSF neue Hilfen für das hochverschuldete Griechenland beschließen, dessen Lage kritischer ist, als noch im Sommer angenommen. Die Banken sollen deshalb einwilligen, auf rund die Hälfte ihrer Forderungen gegenüber Athen zu verzichten.

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Unter dem Druck aus Brüssel hat sich die italienische Regierungskoalition offenbar auf gemeinsame Vorschläge für Wirtschaftsreformen verständigt. Wenige Stunden vor dem EU-Gipfel ist aber noch unklar, wie weitreichend die Vorschläge sind. Auch wird weiter nicht ausgeschlossen, dass die Regierung von Ministerpräsident Silvio Berlusconi an Meinungsverschiedenheiten über einzelne Reformprojekte zerbrechen könnte. Der Chef der kleineren Regierungspartei Lega Nord, Umberto Bossi, sagte in Rom, er sei pessimistisch, ob die Koalition überleben werde. Die mit Berlusconi erzielte Einigung bezeichnete er als vorläufig. Umstritten ist vor allem die Anhebung des Renteneintrittsalters von bislang 65 auf 67 Jahre. Italien war vor dem Hintergrund der Euro-Krise von der EU dazu gedrängt worden, mehr gegen die hohe Verschuldung des Landes zu tun. Beim Gipfel an diesem Mittwoch werden von Berlusconi hierzu konkrete Zusagen erwartet.

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Nach dem schweren Erdbeben vom Sonntag kommt die Türkei nun doch auf Hilfsangebote aus dem Ausland zurück. Die Regierung habe bei den Ländern, die ihre Unterstützung angeboten hatten, um Hilfe für eine Erstversorgung der Bebenopfer gebeten, sagte ein Vertreter des Außenministeriums in Ankara. Unter anderem würden Notunterkünfte wie Zelte und Container benötigt. Bisher hatte die Regierung stets erklärt, die Türkei komme ohne internationale Unterstützung aus. Auch das israelische Hilfsangebot einer Luftbrücke in das Katastrophengebiet wurde nun angenommen. Die Beziehungen zwischen der Türkei und Israel hatten sich zuletzt dramatisch verschlechtert, nachdem bei einem israelischen Militäreinsatz gegen eine Hilfsflotte für den palästinensischen Gazastreifen neun türkische Aktivisten getötet wurden. ***

In Tunesien hat die gemäßigt islamistische Ennahda-Bewegung Gespräche mit möglichen Koalitionspartnern aufgenommen, obwohl das Endergebnis der Wahl einer verfassunggebenden Versammlung noch nicht vorliegt. Die bislang veröffentlichten Auszählungsergebnisse deuten allerdings darauf hin, dass die Partei als stärkste politische Kraft aus der Abstimmung am vergangenen Sonntag hervorgegangen ist. Sie galt unter dem gestürzten Machthaber Zine El Abidine Ben Ali als extremistisch und war deswegen verboten. Ein führendes Mitglied von Ennahda sagte, aus den nun begonnenen Gesprächen würde keine Partei oder soziale Bewegung ausgeschlossen. Die Bekanntgabe der Wahlergebnisse lässt unterdessen weiter auf sich warten. In der vergangenen Nacht wurde in Tunis zum zweiten Mal eine Pressekonferenz verschoben, bei der vorläufige Zahlen genannt werden sollten. Vertreter der Wahlkommission machen das aufwändige Zählverfahren für die Verzögerung verantwortlich.

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Der Tod des libyschen Ex-Machthabers Muammar al-Gaddafi sollte nach Ansicht von US-Präsident Barack Obama auch anderen Gewaltherrschern eine Warnung sein. Im US-Fernsehen sagte Obama, auch wenn man niemandem ein solches Ende wünsche, gehe davon eine klare Botschaft an die Diktatoren in aller Welt aus. Durch den Arabischen Frühling hätte Gaddafi die Chance auf einen demokratischen Wandel in Libyen gehabt, diese aber nicht genutzt. Gaddafi war vor einigen Tagen in seiner Geburtsstadt Sirte ums Leben gekommen. Ob er bei einem Gefecht starb, oder gezielt von den Truppen der Übergangsregierung getötet wurde, ist weiter unklar. Inzwischen wurde seine Leiche an einem geheimen Ort in der Wüste beigesetzt.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Osten und in Bayern überwiegend stark bewölkt mit Regen. In der Westhälfte nach Nebelauflösung freundlicher, örtlich längere Zeit Sonnenschein. Tagestemperaturen zehn bis 17 Grad.

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