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Nachrichten

26.09.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Mittwoch – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Mit Blick auf die Proteste gegen einen islamfeindlichen Film hat US-Präsident Barack Obama in seiner Rede vor der UN-Vollversammlung das Recht auf freie Meinungsäußerung verteidigt. Das Video sei eine "Beleidigung nicht nur für Muslime, sondern ebenso für Amerika", erklärte er. Er verteidigte jedoch die in der Verfassung verankerte Meinungsfreiheit, die auch für Meinungen gelte, "denen die US-Regierung nicht zustimmt". Weitere Themen seiner Rede waren das iranische Atomprogramm und die Lage in Syrien. Auch Frankreichs Staatspräsident François Hollande sprach über die Lage in Syrien und forderte die Vereinten Nationen zu raschem Handeln auf. Er wolle die von den Rebellen eroberten Gebiete unter UN-Schutz stellen lassen, sagte Hollande. Die UN müssen ab sofort der syrischen Bevölkerung alle Unterstützung gewähren, um die sie bitte. Hollande bekräftigte, Frankreich werde eine von der syrischen Opposition gestellte Übergangsregierung anerkennen, sobald diese gebildet sei.

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Die Gewerkschaften in Griechenland haben für diesen Mittwoch zu einem Generalstreik aufgerufen. Der Protest richtet sich gegen weitere Kürzungen von Löhnen, Renten und Sozialleistungen. An dem landesweiten Ausstand wollen sich auch die Fluglotsen beteiligen. Bestreikt werden zudem Krankenhäuser, Schulen, der Öffentliche Dienst und der Nahverkehr. Finanzminister Yannis Stournaras verlangte erneut einen Zahlungsaufschub von zwei Jahren für sein Land. In diesem Fall werde kein zusätzliches Geld gebraucht, sagte er dem "Tagesspiegel". Stournaras wies damit Berichte zurück, wonach Athen weitere 30 Milliarden Euro benötigt, um der Insolvenz zu entgehen.

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Japan und China setzen ihre Gesprächen über eine Lösung des Inselstreits im Ostchinesischen Meer fort. Die Außenminister beider Länder trafen sich dazu am Rande der UN-Vollversammlung in New York, wie die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua meldete. Chinas Außenminister Yang Jiechi betonte gegenüber seinem japanischen Kollegen, dass die Inseln für China seit jeher heiliges Gebiet seien. Unterdessen wurde in Japan der frühere Ministerpräsident Shinzo Abe zum Vorsitzenden der oppositionellen Liberaldemokratischen Partei (LDP) gewählt. Abe war 2006 zum Premier gewählt worden, nach nur einem Jahr jedoch überraschend abgetreten. Der konservative Hardliner, der bekannt ist für seine harte Haltung gegen China ist, hat gute Chancen, bald wieder Ministerpräsident zu werden. Noch im laufenden Jahr soll in Japan ein neues Parlament gewählt werden.

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Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig trifft am heutigen Mittwoch eine Grundsatzentscheidung zur Kirchensteuer in Deutschland. Es geht um die Frage, ob man sich von der Zahlung der Kirchensteuer befreien, gleichzeitig aber Mitglied der katholischen Kirche bleiben kann. Der Freiburger Kirchenrechtler Hartmut Zapp hatte 2007 seinen Austritt aus der Kirche als Körperschaft des öffentlichen Rechts erklärt und keine Kirchensteuern mehr gezahlt. Er erklärte jedoch, er sei weiterhin gläubiges Mitglied der Kirche. Dagegen hatte das Erzbistum Freiburg geklagt. Zapp erhielt mit seiner Klage in erster Instanz recht. Der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg in Mannheim entschied aber, dass es keinen teilweisen Kirchenaustritt geben kann. Dagegen hatte Zapp Revision eingelegt.

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Die Beschneidung von Jungen soll in Deutschland erlaubt bleiben. Das Bundesjustizministerium legte ein Eckpunkte-Papier für eine gesetzliche Regelung dazu vor. Der Kernpunkt der Vorlage ist, dass die Beschneidung eines männlichen Kindes zwar als Körperverletzung angesehen wird, aber nicht als rechtswidrig. Sie bleibt damit straffrei, wenn zwei Bedingungen erfüllt sind. Die Einwilligung der Eltern muss vorliegen und der Eingriff muss nach den Regeln der ärztlichen Kunst erfolgen. Eine Ausnahmeregelung soll bei gesundheitlichen Risiken für das Kind gelten. Die geplante Regelung soll die Verunsicherung nach einem Gerichtsurteil vom Mai beseitigen, in dem Beschneidungen von Jungen aus rein religiösen Gründen als strafbare Körperverletzung gewertet worden waren. Jüdische und muslimische Verbände hatten das Urteil scharf kritisiert.

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