1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

26.09.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Montag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Der Besuch des deutschen Papstes in seinem Heimatland hat gemischte Gefühle hinterlassen. In der evangelischen Kirche macht sich Ernüchterung darüber breit, dass handfeste Fortschritte in der Ökumene ausgeblieben sind. Der Vorsitzende der Nordelbischen Kirche, Bischof Gerhard Ulrich, sagte dem "Hamburger Abendblatt", er hätte sich zumindest einige Hinweise zu konkreten ökumenischen Problemen gewünscht. Papst Benedikt XVI. habe mit seinem Aufruf zur "Treue zu Rom" deutlich gezeigt, wie unterschiedlich das Kirchenverständnis der Konfessionen sei. Dagegen vertritt der katholische Hamburger Erzbischof Werner Thissen die Ansicht, dass von dieser Reise eine "deutliche Wegweisung in der Ökumene" bleibe. Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Alois Glück, äußerte sich zufrieden über den Papst-Besuch in Deutschland. Angesichts des großen Zuspruchs bei den Papstmessen könne niemand mehr behaupten, die deutschen Katholiken stünden Rom und Benedikt kritisch gegenüber, sagte Glück der "Passauer Neuen Presse".

***

In der Debatte um eine Insolvenz Griechenlands und eine stärkere Beteiligung der Banken warnt Bundeskanzlerin Angela Merkel vor unkontrollierbaren Folgen. Es sei sicher notwendig, mit dem dauerhaften Euro-Rettungsschirm ESM einen Mechanismus zu schaffen, mit dem man auch Insolvenzen von Staaten in der Euro-Zone bewältigen könne, sagte die CDU-Chefin, nur dürfe man nicht vorher die Spielregeln ändern. Das könne das Vertrauen aller Anleger zerstören. In der ARD drängte Merkel auf härtere Strafen für Schuldensünder in der Europäischen Union. Wenn ein Land der Eurozone sich nicht an die Stabilitätskriterien halte, müsse es notfalls vor dem Europäischen Gerichtshof verklagt werden können. Die Kanzlerin ergänzte, sogenannte Schuldenbremsen wie in Deutschland sollten überall in der Euro-Zone in Kraft gesetzt werden. Entsetzt äußerte sich Merkel über die fehlende Bereitschaft der zwanzig größten Industrie- und Schwellenländer zur Bankenregulierung.

***

In Frankreich haben die linksgerichteten Parteien erstmals seit 1958 die Mehrheit im Senat errungen. Sozialisten, Kommunisten, Grüne und die gemäßigte Radikale Linkspartei stellen künftig 177 der insgesamt 348 Sitze in der zweiten Parlamentskammer. Bislang war die Vertretung der französischen Gebietskörperschaften immer konservativ dominiert gewesen. Das Ergebnis der Senats-Teilwahl vom Sonntag stellt eine schwere Schlappe für die konservative Regierung von Präsident Nicolas Sarkozy dar. Die Abstimmung, bei der die Hälfte der Senatssitze neu bestimmt wurde, galt als letzter wichtiger Stimmungstest vor den Präsidentschaftswahlen im kommenden Frühjahr.

***

Die Hoffnungen auf eine Wiederbelebung des Nahost-Friedensprozesses haben einen Dämpfer erhalten. Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas machte die Aufnahme von Verhandlungen mit Israel von einem vollständigen Stopp des Siedlungsbaus im Westjordanland abhängig. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu bestand im Gegenzug auf Verhandlungen ohne jede Vorbedingung. Abbas hatte am Freitag bei den Vereinten Nationen einen Antrag auf die UN-Vollmitgliedschaft eines Staates Palästina eingereicht. Das sogenannte Nahost-Quartett hatte daraufhin einen Zeitplan für neue Friedensgespräche vorgelegt. Der UN-Sicherheitsrat wird sich an diesem Montag erstmals mit dem Antrag der Palästinenser beschäftigen.

***

Bundesaußenminister Guido Westerwelle hat die EU zu einer einheitlichen Linie gegenüber dem Streben der Palästinenser nach Anerkennung eines eigenen Staates aufgefordert. Die Europäer sollten mit einer Stimme sprechen, betonte Westerwelle, der an diesem Montag vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York eine Rede hält. Wie ein Sprecher des Auswärtigen Amtes sagte, will sich Westerwellle bei seinem Auftritt bei der UN auf die Umbrüche in der arabischen Welt, die Lage im Nahen Osten sowie in Afghanistan konzentrieren.

***

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Wieder viel Sonnenschein und meist trocken. Vom Weser-Ems-Gebiet bis nach Schleswig-Holstein vereinzelt etwas Regen. Tageswerte 22 bis 27 Grad, an den Küsten etwas kühler.

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links

Audio und Video zum Thema