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Nachrichten

26.07.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Die norwegische Polizei will in wenigen Stunden die Namen der 76 Todesopfer der Anschläge vom Freitag veröffentlichen. 68 von ihnen hatte der Attentäter Anders Behring Breivik bei einem Massaker auf der Insel Utøya getötet. Die große Mehrzahl sind Jugendliche, die an einem Sommerlager der sozialdemokratischen Partei teilgenommen hatten. Zuvor starben acht Menschen durch eine von dem Norweger gezündete Bombe im Osloer Regierungsviertel. Am Montagabend nahmen hunderttausende Menschen in zahlreichen norwegischen Städten an Trauerveranstaltungen teil. Allein in Oslo schätzte die Polizei die Zahl der Teilnehmer auf 200.000. Hier forderten Ministerpräsident Jens Stoltenberg und Kronprinz Haakon ihre Landsleute auf, auf die Verbrechen mit dem Einsatz für eine weiter offene und liberale Demokratie zu reagieren. Gegen den 32-jährigen Breivik wurden acht Wochen Untersuchungshaft verhängt.

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Nach den Anschlägen in Norwegen haben Oppositionspolitiker von SPD und Grünen mehr staatlichen Einsatz gegen Rechtsextremismus verlangt. Grünen-Chefin Claudia Roth sagte der "Frankfurter Rundschau", vor dem Hintergrund der Attentate sollte die Bundesregierung ihr Engagement gegen Rechtsradikale verstärken und nicht alten Überwachungsfantasien hinterherlaufen. Forderungen aus den Unionsfraktionen nach Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung lehnte sie - ebenso wie SPD und FDP - ab. SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles drängte die Innenminister der Länder, die Voraussetzungen für ein Verbot der rechtsextremen NPD zu schaffen. Die FDP-Bundestagsfraktion warb auch bei EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström für ihr Modell einer Speicherung von Telefon- und Internetverbindungsdaten nur im konkreten Verdachtsfall.

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In einer Rede an die Nation hat US-Präsident Barack Obama vor unkalkulierbaren Schäden durch den festgefahrenen Haushaltsstreit gewarnt. Wenn das staatliche Defizit weiter steige, werde das einschneidende Folgen für die Stabilität der Wirtschaft und für die Arbeitsplätze haben. Zudem könne zum ersten Mal in der Geschichte des Landes die Kreditwürdigkeit der USA herabgesetzt werden, sagte Obama in der Fernsehansprache. Er verteidigte noch einmal seine Forderung nach höheren Steuern für Besserverdienende und forderte die Parteien zu einem ausgewogenen Kompromiss auf. Sonst werde sich der Schuldenstreit in sechs Monaten wiederholen. - Demokraten und Republikaner ringen seit Wochen um eine Anhebung der gesetzlichen Schuldengrenze. Ohne einen entsprechenden Beschluss des US-Kongresses bis zum 2. August sind die USA offiziell pleite.

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Der Weltsicherheitsrat hat die Konfliktparteien in Somalia eindringlich zur Kooperation bei der Hungerhilfe aufgefordert. Die kämpfenden Gruppen müssten den Hilfsorganisationen "den vollen, sicheren und unbehinderten Zugang" zu den Menschen in Not ermöglichen, sagte der deutsche UN-Botschafter Peter Wittig als derzeitiger Präsident des Gremiums. In Ostafrika hungern nach Schätzungen der Vereinten Nationen schon 12 Millionen Menschen. Zehntausende seien bereits gestorben und mehr als eine halbe Million Mädchen und Jungen so ausgezehrt, dass nur sofortige Behandlung ihr Leben retten könne. Auf einer Konferenz des UN-Welternährungsprogramms wurde in Rom dringend zur Hilfe aufgerufen. Ursache für die Katastrophe sei "eine Kombination von Dürre, Inflation und politischen Konflikten". Um die hungernden Menschen ausreichend zu unterstützen seien sowohl humanitäre Soforthilfe als auch langfristige Maßnahmen notwendig. Deutschland hat bereits seine Mittel für Trinkwasser, Lebensmittel und medizinische Versorgung auf 30 Millionen Euro verdoppelt.

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Zwischen den beiden sudanesischen Staaten ist zwei Wochen nach der Loslösung des Südens ein Handelskonflikt entbrannt. Der Südsudan wirft seinem ehemaligen Bürgerkriegsgegner im Norden vor, die Preise für Öldurchleitungen ins Ausland drastisch angehoben zu haben. Die geforderte Gebühr würde etwa ein Fünftel der Öleinnahmen des Südsudan aufzehren, sagte der Generalsekretär der Regierungspartei im Südsudan, Pagan Amum. Das sei nichts anderes als ein feindlicher Akt. Die Regierung des Sudan habe einen Wirtschaftskrieg erklärt, den sie gegen die neugeborene Republik des Südsudan führe. - Mit der Loslösung fielen Dreiviertel der Ölproduktion an den Südsudan. Das Land hängt aber vom Norden ab, um über dessen Pipeline, Häfen und Raffinerien das Öl verkaufen zu können.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: In der Osthälfte häufig sonnig, in der Westhälfte ist es wolkiger und es gibt vereinzelt Regenschauer. Höchstwerte 17 bis 26 Grad Celsius. Die weiteren Aussichten: Am Mittwoch im Westen und Südwesten viele Wolken mit Schauern. Nach Osten hin längere heitere Abschnitte. Höchstwerte bis 24 Grad.

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