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Nachrichten

26.05.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Erhebliche Teile der syrischen Städte sind nach Einschätzung von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon inzwischen unter der Kontrolle der Opposition. In vielen Stadtteilen gebe es eine "de-Facto-Kontrolle" durch Oppositionelle, schreibt Ban in einem neuen Bericht an den UN-Sicherheitsrat. Alle Versuche der Vereinten Nationen, den Konflikt in Syrien zu beenden, hätten bislang nur "kleine Fortschritte" gezeigt, räumte Ban ein. Der UN-Sondervermittler Kofi Annan kündigte an, "demnächst" wieder nach Syrien zu reisen. Laut dem Annan-Friedensplan sollte in Syrien eigentlich eine Waffenruhe herrschen. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtet unterdessen, dass Regierungstruppen erneut versucht hätten, in die Rebellenhochburg Homs einzudringen. Durch Armeebeschuss seien mindestens 50 Menschen getötet worden. Eine Bestätigung des Berichts durch Unabhängige gibt es nicht.

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Mit denkbar knappem Ergebnis ist die erste Runde der ägyptischen Präsidentschaftswahl zu Ende gegangen. Mohammed Morsi, der Kandidat der Muslimbruderschaft, kommt nach Angaben der amtlichen ägyptischen Nachrichtenagentur MENA auf 25,3 Prozent der Stimmen. Er liegt nur weniger als 100.000 Stimmen vor dem früheren Ministerpräsidenten Ahmed Schafik, der auf 24,9 Prozent kam. Vertreter der säkularen und liberalen Kräfte zeigten sich entsetzt über das Wahlergebnis. Denn mehr als 40 Prozent der Stimmen gingen an Kandidaten, die eher mit der Revolution vom vergangenen Jahr im Einklang stehen als die beiden Stichwahlkandidaten. Im zweiten Wahlgang am 16. und 17. Juni müssen sich die Wähler nun zwischen einem religiösen Hardliner und einem Vertreter des alten Regimes entscheiden.

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Bei Kämpfen zwischen zwei Völkern an der Grenze zwischen Burkina Faso und Mali sind nach Behördenangaben bis zu 100 Menschen ums Leben gekommen. Das habe eine Befragung von Zeugen ergeben, sagte der Gouverneur der nördlichen Region Burkina Fasos, Boukary Kalil Bara, im Staatsfernsehen. Die meisten Toten gehörten zum Hirtenvolk der Peul. Die Kämpfe zwischen diesen und dem Volk der Dogon begannen am Donnerstag in dem malischen Ort Sari. Zwischen beiden Völkern kommt es immer wieder zu Spannungen, wenn Herden der Peul die Äcker der Dogon beschädigen.

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Die viertgrößte spanische Bank Bankia hat weitere Staatshilfen in Höhe von 19 Milliarden Euro beantragt. Allein 2011 habe das Finanzinstitut fast drei Milliarden Euro Verlust gemacht, heißt es zur Begründung. Die Ersparnisse der Kunden seien sicher, sagte Bankia-Präsident José Ignacio Goirigolzarri. Das Geldinstitut hat bereits 4,5 Milliarden Euro an Staatshilfen bekommen. Die Ratingagentur Standard & Poor's stufte unterdessen die Kreditwürdigkeit der Bankia und vier weiterer spanischer Banken herunter. Die spanischen Banken sind durch die Immobilienkrise schwer angeschlagen. Die Bankia selbst wurde Anfang des Monats teilverstaatlicht, weil sie die durch den Immobilien-Crash entstandenen Verluste nicht mehr tragen konnte.

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Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich hat davor gewarnt, die radikalislamischen Salafisten zu verharmlosen. Die "ideologische Nähe" zwischen Salafisten und dem Gedankengut der Terrororganisation Al-Kaida sei "offensichtlich", sagte Friedrich der "Leipziger Volkszeitung". Es handele sich bei dieser Gruppe um Menschen, die die freiheitliche Grundordnung bekämpfen wollten und Gewalt anwendeten. Daher werde man mit allen Möglichkeiten des Rechtsstaates hart durchgreifen, sagte Friedrich. Es sei etwa "nicht akzeptabel", dass eine Gruppe die Meinungsfreiheit mit Füßen trete und Journalisten bedrohe. Der CSU-Politiker bezog sich damit auf derzeit kursierende islamistische Mordaufrufe gegen Mitglieder der rechtsgerichteten Partei "Pro NRW". Im Visier der gewaltbereiten Islamisten sollen sich aber auch Medienvertreter befinden.

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Literaturnobelpreisträger Günter Grass hat sich in einem Gedicht zur Griechenland-Krise geäußert. Darin zeigte er Verständnis für die Wut der Griechen auf die EU. Das Land, in dem die europäische Idee geboren worden sei, werde "als Schuldner nackt an den Pranger" gestellt und "unter Schrottwert taxiert", kritisiert der 84-Jährige. Das Gedicht "Europas Schande" wurde von der "Süddeutschen Zeitung" veröffentlicht. Vor knapp zwei Monaten hatte Grass mit einem umstrittenen Israel-kritischen Gedicht für Aufsehen gesorgt. Darin hatte er unter dem Titel "Was gesagt werden muss" Israel vorgeworfen, den Weltfrieden zu gefährden.

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