1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

26.03.2013 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

***

Nach der dramatischen Rettung Zyperns vor dem Staatsbankrott werden die seit Mitte März geschlossenen Banken des Landes - ohne Ausnahme - nun doch erst am Donnerstag wieder öffnen. Dies gab der zyprische Finanzminister Michalis Sarris am späten Montagabend bekannt. Zuvor hatte es geheißen, bis auf die beiden angeschlagenen großen Finanzinstitute - Bank of Cyprus und Laiki-Bank - würden die Banken bereits an diesem Dienstag öffnen. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) aus dem Finanzministerium in Nikosia erfuhr, hatten die kleineren Banken jedoch heftig gegen ihre Öffnung getrennt von den großen protestiert. Sie hätten einen Ansturm der Kunden befürchtet. In der Nacht zum Montag hatte sich Zyperns Regierung mit seinen internationalen Partnern auf Milliardenkredite geeinigt. Im Gegenzug muss die Bankenbranche des Mittelmeerlandes schrumpfen. Anders als bei den Hilfen für Irland und Portugal sollen reiche Kontoinhaber an der Rettung beteiligt werden.

***

Nach dem Umsturz in der Zentralafrikanischen Republik will Rebellenführer Michel Djotodia die Verfassung des Landes außer Kraft setzen. Er werde das Parlament auflösen und die Übergangsregierung absetzen, kündigte Djotodia auf einer Pressekonferenz an. Zuvor hatte er sich selbst zum neuen Staatschef ausgerufen. Während der Übergangsphase, die die Zentralafrikanische Republik zu "freien, glaubwürdigen und transparenten Wahlen" führe, werde er per Verordnungen Gesetze erlassen, sagte der Anführer der Séléka-Rebellen. Diese hatten die zentralafrikanische Hauptstadt Bangui am Sonntag unter ihre Kontrolle gebracht. Der entmachtete Präsident François Bozizé war zuvor nach Kamerun geflohen, wie die dortige Regierung bestätigte. Das Vorgehen der Séléka-Rebellen stieß international auf scharfe Kritik. Der UN-Sicherheitsrat verurteilte den Umsturz, die Afrikanische Union setzte die Mitgliedschaft der Zentralafrikanischen Republik aus. Auch die EU und Deutschland zeigten sich besorgt über die Lage in dem Land.

***

Nordkorea hat nach eigenen Angaben seine gesamten Artillerieeinheiten in volle Kampfbereitschaft versetzt. Auf Befehl des obersten Truppenkommandos gelte ab sofort für die Artillerie, inklusive der strategischen Raketeneinheiten, die "Kampfbereitschaftsstellung" der höchsten Stufe, berichteten die Staatsmedien. Sie sollten auf Angriffe auf das US-Festland, Hawaii und Guam sowie andere US-Militärstützpunkte im Pazifik vorbereitet sein. Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel hatten zuletzt deutlich zugenommen, nachdem Pjöngjang als Reaktion auf die Verschärfung von UN-Sanktionen nach seinem dritten unterirdischen Atomtest den Nichtangriffspakt mit dem Süden aufgekündigt hatte. Zuvor hatte Nordkorea den USA bereits mit einem atomaren Erstschlag gedroht. Die USA und Südkorea vereinbarten am Freitag eine verstärkte militärische Zusammenarbeit. Die US-Regierung verpflichtete sich, Südkorea selbst bei kleineren Provokationen militärisch beizustehen.

***

In Kenia hat der Oberste Gerichtshof eine Überprüfung von Stimmzetteln der jüngsten Präsidentenwahl angeordnet. Damit ist unklar, ob der mit lediglich 8000 Stimmen Vorsprung zum Wahlsieger erklärte Uhuru Kenyatta im April als neuer Staatschef vereidigt werden kann. Sein stärkster Konkurrent, der bisherige Ministerpräsident Raila Odinga, fordert eine komplette Wiederholung der Wahl. Die ursprünglich für diesen Dienstag geplante Amtseinführung Kenyattas war verschoben worden, um der Justiz Zeit für eine endgültige Entscheidung einzuräumen. Diese wird Ende der Woche erwartet.

***

Begleitet von kritischen Stimmen ist im südafrikanischen Durban der Gipfel der sogenannten BRICS-Staaten eröffnet worden. Die Staats- und Regierungschefs von Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika wollen bei ihrem zweitägigen Treffen die Weichen zu mehr ökonomischer Unabhängigkeit vom Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank stellen. So soll unter anderem die Gründung einer eigenen Entwicklungsbank und eines Antikrisenfonds beschlossen werden. Die BRICS-Staaten stellen zusammen etwa 44 Prozent der Weltbevölkerung. Zuletzt erwirtschaften sie rund ein Viertel der weltweiten Wirtschaftsleistung. 2040 könnte ihr Anteil an der Weltwirtschaft schon bei 40 Prozent liegen.

***

Die in Großbritannien aufgefundene Leiche des russischen Oligarchen und Kreml-Kritikers Boris Beresowski weist Spuren auf, die auf einen Tod durch Erhängen hinweisen. Das teilte die Polizei in London mit. Ob der 67-Jährige Selbstmord beging, ist allerdings noch nicht zweifelsfrei geklärt. Der Pathologe habe jedoch "keine Hinweise auf einen gewaltsamen Kampf" gefunden, berichtete die Polizei. Die endgültige Auswertung der Untersuchungen, etwa auf Giftstoffe, werde aber noch mehrere Wochen dauern. Beresowski war am vergangenen Samstag tot im Badezimmer seines Anwesens in Ascot bei London gefunden worden. Der Geschäftsmann war nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion Anfang der 90er Jahre zu einem der reichsten und mächtigsten Männer Russlands aufgestiegen. Später wurde er ein entschiedener Gegner des derzeitigen russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links

Audio und Video zum Thema