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Nachrichten

26.02.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Sonntag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Überschattet von anhaltender Gewalt hat in Syrien die Abstimmung über eine neue Verfassung begonnen. Mehr als 14 Millionen Wahlberechtigte sind vom Regime von Präsident Baschar al-Assad aufgerufen, sich an dem Referendum zu beteiligen. Wichtigste Neuerung ist, dass die Monopolstellung der regierenden Baath-Partei aufgehoben werden soll. Sollte die Vorlage angenommen werden, soll es binnen 90 Tagen Parlamentswahlen geben. Die Opposition lehnt den Verfassungsentwurf jedoch ab und ruft zum Boykott auf. Die Macht des Präsidenten werde kaum eingeschränkt, kritisieren Aktivisten. Sie befürchten, dass künftig nur regimenahe Gruppen Parteien gründen dürfen. Unterdessen geht die Gewalt im Lande weiter: Aus der Rebellenhochburg Homs und mehreren anderen Städten des Landes werden erneut Gefechte gemeldet. Bereits am Samstag wurden nach Angaben von Aktivisten landesweit fast 100 Menschen getötet.

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Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat sich bei dem Treffen der führenden Industriestaaten und Schwellenländer (G20) in Mexiko-Stadt gegen eine Ausweitung der Sicherungssysteme gegen die Euro-Schuldenkrise gestemmt und eine Erhöhung der Brandmauern abgelehnt. Schäuble unterstrich dagegen den Vorrang von Haushaltsdisziplin sowie Struktur- und Arbeitsmarktreformen. Ein Wachstum auf der Basis von mehr Schulden, würde eher hemmen als langfristig Wachstum erzeugen. Der Leiter der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Angel Gurria, forderte dagegen einen Stabilisierungsfond von umgerechnet 1,1 Billionen Euro, fast dreimal so viel, wie von der EU und dem Internationalen Währungsfonds zugesagt. Es gehe darum, die - so wörtlich - "Mutter aller Brandmauern" zu errichten. Auch US-Finanzminister Timothy Geithner sprach sich für stärkere und überzeugendere Brandmauern aus.

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Die US-Regierung hat nach den tödlichen Schüssen auf zwei US-Offiziere im afghanischen Innenministerium einen besseren Schutz der NATO-Truppen gefordert. Der Vorfall sei inakzeptabel, erklärte ein Sprecher des Pentagons. US-Verteidigungsminister Leon Panetta habe in einem Telefonat mit seinem afghanischen Kollegen Abdul Rahim Wardak entsprechende Maßnahmen gefordert. Das Präsidialamt in Washington erklärte, Präsident Barack Obama begrüße den Aufruf von Präsident Hamid Karsai zu Ruhe und Dialog. Der Kommandeur der NATO- und der US-Truppen in Afghanistan, General John Allen, zog nach dem Vorfall alle Verbindungsleute in afghanischen Ministerien ab. - Zu den Tötungen bekannten sich die radikalislamischen Taliban. Sie seien eine Racheaktion für die Koran-Schändungen durch US-Soldaten.

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Überschattet von Protesten gegen Staatschef Abdoulaye Wade wird im westafrikanischen Senegal ein neuer Präsident gewählt. Der 85-jährige Wade bewirbt sich für eine dritte Amtszeit, obwohl laut Verfassung zur zwei Amtszeiten erlaubt sind. Die Kandidatur Wades war jedoch vom Obersten Gerichtshof bestätigt wurden. Das gleiche Gericht schloss jedoch den bekannten Sänger Youssou N'dour als Gegenkandidaten aus, weil er zu wenige Unterstützerunterschriften gesammelt habe. Bei anschließenden Unruhen wurden mindestens sieben Menschen getötet. Aussichtsreichste Kandidaten unter den 13 Mitbewerbern sind die beiden früheren Ministerpräsidenten Macky Sall und Idrissa Seck. Wade gilt wegen der Zersplitterung der Opposition dennoch als Favorit. Sollte im ersten Wahlgang keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit erreichen, ist für den 18. März eine Stichwahl geplant.

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Aus Sorge vor einer möglichen radioaktiven Belastung haben am Sonntag etwa 3.000 Malaysier gegen den Bau einer Raffinerie für sogenannte Seltene Erden demonstriert. Es war der bislang größte Protest gegen die im Osten des Landes gelegene Anlage. Erst kürzlich hatten die Behörden einer Betriebserlaubnis für die australische Bergbaufirma Lynas zugestimmt. Damit könnte das chinesische Quasi-Monopol bei der weltweiten Versorgung mit diesen seltenen Metallsorten zumindest eingeschränkt werden. Lynas zufolge verfügt die Raffinerie über modernste Kontaminations-Kontrollen. In der Anlage soll radioaktives Erz aus Australien verarbeitet werden. Die Rohstoffe werden unter anderem für technisch hochwertige Produkte wie Handys, Flachbildschirme, Elektro-Autos und Abgas-Katalysatoren verwendet. Die Demonstranten, darunter auch Abgeordnete, forderten die Regierung auf, das Projekt fallen zu lassen.

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Die israelische Luftwaffe hat in der Nacht zum Sonntag erneut Ziele im palästinensischen Gazastreifen angegriffen. Im Süden des von der radikalen Palästinenserorganisation Hamas kontrollierten Gebietes seien eine Waffenfabrik und ein Schmugglertunnel bombardiert worden, teilte die Armee mit. Der Angriff war den Angaben zufolge eine Reaktion auf neue Raketenangriffe militanter Palästinenser auf israelische Grenzgebiete. - Sowohl bei dem Raketeneinschlag in Israel als auch bei dem Luftwaffenangriff auf den Gazastreifen wurde nach Angaben beider Seiten niemand verletzt.

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