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Nachrichten

26.01.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Im schweizerischen Davos hat das 42. Weltwirtschaftsforum begonnen. Dort diskutieren führende Vertreter von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft fünf Tage lang über drängende ökonomische Probleme. In ihrer Eröffnungsrede warnte Bundeskanzlerin Angela Merkel vor einer Überforderung Deutschlands bei der Sanierung der Eurozone. Europas führende Volkswirtschaft sei zwar stark, man dürfe aber keine Zusagen machen, die man am Ende nicht einhalten könne. Die Bundesregierung steht derzeit unter Druck, einer massiven Aufstockung des dauerhaften Euro-Rettungsschirms ESM zuzustimmen. Wegen des Weltwirtschaftsforums sind in Davos Hunderte Polizisten und bis zu 5000 Soldaten im Einsatz. Zum ersten Mal protestieren Globalisierungskritiker in diesem Jahr in der Nähe des Tagungsorts. Wenige Kilometer entfernt befindet sich ein Iglu-Dorf der sogenannten Occupy-Bewegung.

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Die US-Notenbank will wegen der schlechten Konjunktur länger an ihrer Politik des billigen Geldes festhalten als bisher geplant. Das derzeit außergewöhnlich niedrige Zinsniveau solle bis mindestens Ende 2014 beibehalten werden, teilte die Fed in Washington mit. Grund seien die Lage der Wirtschaft und Inflationserwartungen. Zuvor war nur von Niedrigzinsen bis Mitte 2013 die Rede gewesen. Die Zentralbank hatte den Leitzins vor gut drei Jahren auf eine historisch niedrige Spanne zwischen 0,0 und 0,25 Prozent gesenkt. Fed-Chef Ben Bernanke sagte, die Konjunktur sei trotz Anzeichen der Besserung im Moment noch sehr anfällig. Die Pläne der Notenbank sorgten an den US-Börsen für Auftrieb. Der Leitindex Dow Jones schloss im Plus.

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Israelis und Palästinenser haben ihre Gespräche über einen Neubeginn von Friedensverhandlungen ohne greifbares Ergebnis beendet. Ein hochrangiger palästinensischer Vertreter sagte in der jordanischen Hauptstadt Amman, Israel habe sich nicht einen Schritt bewegt. Weitere Treffen seien nicht geplant. In Israel hieß es, es habe keinen Durchbruch gegeben. Die direkten Nahost-Friedensgespräche liegen seit September 2010 auf Eis. Die Palästinenser fordern als Bedingung für eine Wiederaufnahme vor allem einen Siedlungsstopp in Ostjerusalem und dem Westjordanland. Ende Oktober hatte das Nahost-Quartett aus EU, USA, Vereinten Nationen und Russland die Konfliktparteien aufgefordert, binnen drei Monaten Lösungsvorschläge zu machen. Diese Frist läuft nun aus.

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China hat die Wirtschaftssanktionen der Europäischen Union gegen die Atompolitik des Iran kritisiert, ähnlich wie bereits Russland. Blind Druck auszuüben sei nicht konstruktiv, heißt es in einer Erklärung des Pekinger Außenministeriums. Die EU hatte am Montag beschlossen, keine neuen Verträge über Öllieferungen mit dem Iran zu schließen. Außerdem wurden die Konten der Teheraner Zentralbank in Europa eingefroren. China gilt als wichtiger Handelspartner und Verbündeter Irans.

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In Papua-Neuguinea haben aufständische Soldaten bei einer unblutigen Meuterei den Militärchef des Landes gestürzt und ihren Anführer zum Nachfolger bestimmt. Sie forderten den Rücktritt von Ministerpräsident Peter O'Neill binnen einer Woche und die Wiedereinsetzung des gestürzten Regierungschefs Michael Somare. Nach Medienberichten stürmten Soldaten das Hauptquartier der Streitkräfte in der Hauptstadt Port Moresby und stellten den Armeechef unter Hausarrest. In Papua-Neuguinea tobt seit Monaten ein politischer und juristischer Machtkampf zwischen O'Neill und Somare. Die frühere Kolonialmacht Australien zeigte sich besorgt über die Entwicklung in dem südpazifischen Inselstaat.

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Der Deutsche Bundestag will an diesem Donnerstag die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses zur Mordserie der rechtsextremen Zwickauer Terrorzelle beschließen. Ein entsprechender Antrag wird von allen fünf Fraktionen im Parlament getragen. Dem Gremium sollen insgesamt elf Abgeordnete angehören. Sie sollen klären, warum die Neonazis jahrelang Morde begehen konnten, ohne im Visier der Sicherheitsbehörden zu stehen, und welche Konsequenzen sich daraus für die Arbeit von Verfassungsschutz und Polizei ergeben. Auf das Konto der Rechtsterroristen soll die Ermordung neun türkisch- und griechischstämmiger Kleinunternehmer sowie einer Polizistin gehen.

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Die Zahl der Kinder in Deutschland, die von der Grundsicherung -Hartz Vier- leben müssen, ist laut einem Pressebericht in den vergangenen fünf Jahren gesunken. Die Zahl der Betroffenen unter 15 Jahren sei bundesweit um 13,5 Prozent auf knapp 1,6 Millionen zurückgegangen, meldet die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf eine Analyse der Bundesagentur für Arbeit. Allerdings gebe es große regionale Unterschiede. So habe sich die Zahl der hilfebedürftigen Kinder in Bayern von 2006 bis 2011 um mehr als 22 Prozent verringert, während das Minus in Berlin nur bei 1,2 Prozent gelegen habe.

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