1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Brutales Verbrechen in Bangladesch

26 Todesurteile in Bangladesch

Ein ehemaliges Mitglied der regierenden Awami League hat Offiziere einer Eliteeinheit angeheuert, politische Rivalen zu ermorden. Die grausame Tat sorgte im ganzen Land für Empörung. Nun sprach das Gericht die Urteile.

Bangladesch Prozess Nur Hossain in Narayanganj (picture-alliance/NurPhoto/Z.H. Chowdhury)

Nur Hossain (M.) erteilte den Mordauftrag - jetzt wurde er zum Tod durch den Strang verurteilt

In einem Aufsehen erregenden Prozess in Bangladesch sind 26 Menschen zum Tode verurteilt worden. Ein Richter in Narayanganj befand alle 35 Angeklagten für schuldig, im April 2014 sieben Menschen in dieser Stadt entführt und ermordet zu haben. Für 26 Angeklagte ordnete er die Hinrichtung durch den Strang an, darunter ist der Auftraggeber des Verbrechens, Nur Hossain, ein ehemaliger Politiker der regierenden Awami League. Unter den zum Tode Verurteilten ist mit Tarek Sayeed zudem der Schwiegersohn eines Ministers im Kabinett von Regierungschefin Sheikh Hasina. Die neun übrigen Angeklagten erhielten Haftstrafen zwischen sieben und 17 Jahren.

Entführt, Bauch aufgeschlitzt, in den Fluss geworfen 

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte Hossain, Ex-Stadtrat von Narayanganj, im Jahr 2014 Offiziere einer Sondereinheit der Streitkräfte engagiert, um seinen damaligen Konkurrenten Nazrul Islam und vier seiner Mitarbeiter auszuschalten. Ein Anwalt, der die Entführung der fünf vor einem Cricket-Stadion mit seinem Smartphone filmte, wurde ebenfalls zusammen mit seinem Fahrer verschleppt. Die Kidnapper töteten alle sieben Opfer und warfen sie mit aufgeschlitzten Bäuchen in den Fluss Shitalakshya vor den Toren der Stadt. Dort wurden die Leichen drei Tage später entdeckt.

Hossain floh nach dem grausamen Verbrechen nach Indien. Dort wurde er festgenommen und an Bangladesch überstellt. In dem südasiatischen Land sind Urteile gegen Angehörige der Polizei und der Streitkräfte selten. Nach Berichten von Menschenrechtlern töten Mitglieder des Sicherheitsapparates immer wieder, ohne dafür juristisch zur Rechenschaft gezogen zu werden.

se/hk (afp, rtr, ap, dpa)