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Fußball

26. Spieltag: Durchgebissen – Wölfe sind Spitze

Berlin patzt. Hoffenheim rutscht weiter ab. Hamburg bleibt dran, und Wolfsburg holt den "Big Point". Außerdem: Leverkusen siegt im Derby in Köln. Am 26. Spieltag war richtig was los.

Felix Magath (Foto: dpa)

Felix Magath: Ist er der Meistermacher?

Spielszene Wolfsburg - München (Foto: AP)

Demütigung: Grafite trifft per Hacke zum 5:1

Die Fußball-Bundesliga hat einen neuen Tabellenführer. Erstmals in der laufenden Saison hat dieses Kunststück der VfL Wolfsburg geschafft – und wie. Im Spitzenspiel des 26. Spieltags deklassierten die "Wölfe" den FC Bayern München mit 5:1. Der achte Sieg in Folge für den VfL. Von der Meisterschaft will der Trainer-Sportdirektor-Manager Felix Magath dennoch nichts wissen: "Natürlich ist das ein ungewöhnlicher Tag für uns. 5:1 ist ein Ergebnis, das halt nur ganz, ganz selten vorkommt. Wir haben unsere Chancen auf einen internationalen Startplatz damit verbessert."

"Das hat Felix seinen Job gekostet"

Gute Stimmung also bei den Grünen, lange Gesichter bei den Roten. Bayern-Coach Jürgen Klinsmann sagte unmittelbar nach dem Spiel: "Was sich da in der zweiten Halbzeit abgespielt hat, berechtigt mit Sicherheit zu viel Kritik." Nach einer schlaflosen Nacht, in der sich Klinsmann das Spiel und die vielen Fehler noch einmal angeschaut hatte, ergänzte er:

Jürgen Klinsmann (Foto: AP)

Richtig sauer: Klinsmann nach der 1:5-Pleite

"Es gibt ein paar Parallelen zur Vergangenheit, als 2006 das Double gewonnen wurde und man dann gemeint hat, alles ist ein Selbstläufer. Das hat Felix seinen Job gekostet und Ottmar wurde Vierter und musste UEFA-Cup spielen." Klinsmann weiß, dass auch sein eigenes Projekt auf dem Prüfstand steht. Die nächste Bewährungsprobe lässt nicht lange auf sich warten. Am Mittwoch (08.04.2009) müssen die Bayern im Viertelfinale der Champions-League gegen den FC Barcelona bestehen.

Berlin patzt, Hamburg holt auf

Den Wechsel an der Tabellenspitze gab es nur, weil sich der bisherige Tabellenführer aus Berlin einen Patzer leistete. Die Hertha musste sich nach zuletzt zehn Heimsiegen Borussia Dortmund mit 1:3 geschlagen geben. Jetzt ist sie nur noch Dritter. Trainer Lucien Favre war verärgert: "Wir haben unsere Torchancen nicht genutzt und manchmal vergessen, mit hundertprozentiger Konzentration zu verteidigen."

Spielszene Hamburg - Hoffenheim (Foto: AP)

Hopp und ab ins Tor: Pitroipa schießt den HSV zum Sieg

Neuer Zweiter, punktgleich hinter Wolfsburg, ist nun der Hamburger SV, der Aufsteiger 1899 Hoffenheim mit 1:0 bezwang. Der Sieg war zwar etwas glücklich, aber daran störte sich beim HSV niemand – auch nicht Coach Martin Jol: "Wir haben gekämpft wie die Löwen, auch mit zehn Mann, deshalb bin ich sehr zufrieden." David Jarolim hatte kurz vor Schluss die Gelb-Rote Karte gesehen. Für Herbstmeister Hoffenheim war die Pleite das achte sieglose Spiel in Folge. Jetzt muss der Aufsteiger sogar um die UEFA-Cup-Teilnahme zittern. Denn vor Hoffenheim und hinter dem Vierten, dem FC Bayern, rangiert der VfB Stuttgart auf Platz fünf. Die Schwaben siegen beim VfL Bochum 2:1 und schieben sich auf einen UEFA-Cup-Platz vor.

Leverkusen hofft, Bremen kommt nicht voran

Diesen Rang hat auch Bayer Leverkusen im Visier. Nach einer tollen Hinrunde träumte man bei Bayer schon von der Meisterschaft. Im Jahr 2009 läuft es bei den Leverkusenern allerdings nicht wirklich rund. In den letzten fünf Partien gab es keinen Sieg mehr. Da kam der 2:0-Erfolg im rheinischen Derby beim 1. FC Köln genau richtig. Torschütze Patrick Helmes: "Das war ein wichtiger Sieg. Wir haben zuletzt eine ganze Reihe schwächerer Spiele gehabt. Jetzt kommt Bremen und dann sehen wir mal weiter."

Trotz Sieg so gut wie chancenlos, was die Qualifikation für das internationale Geschäft angeht, ist Werder Bremen. Bremen tat sich lange schwer, machte am Ende mit Hannover 96 aber kurzen Prozess und siegte 4:1. Sieggarant war Claudio Pizarro, der dreimal traf. Trotzdem bleibt es dabei: Für Werder ist bei zehn Punkten bis zu Rang fünf in dieser Saison wohl nicht mehr drin als ein Platz im Tabellen-Niemandsland.

Torloses Kellerduell

Spielszene Karlsruhe - Gladbach (Foto: AP)

Hände hoch: Gladbachs Baumjohann schirmt den Ball ab

So langsam gehen in Karlsruhe die Bundesliga-Lichter aus. Der Karlsruher SC erzielte auch im siebten Spiel in Folge kein Tor. Dabei wäre ein Erfolg im Kellerduell gegen Mönchengladbach so wichtig gewesen. Am Ende blieb es beim torlosen 0:0, das den Gästen mehr half. "Ich bin mit diesem 0:0 nicht unzufrieden", resümierte Trainer Hans Meyer. Mönchengladbach fehlt jetzt nur noch ein Punkt zum ersten Nicht-Abstiegsplatz.

Punkten im Abstiegskampf konnte auch Eintracht Frankfurt. Die Hessen feierten nach zuletzt vier Spielen ohne Sieg einen 2:1-Erfolg gegen einen schwachen FC Energie Cottbus, für den die Luft langsam dünn wird. Größer geworden sind die Sorgen auch bei Arminia Bielefeld, das dem FC Schalke 04 0:2 unterlag und nun nur noch einen Punkt Vorsprung auf den Abstiegs-Relegationsplatz hat.


Autor: Benjamin Wüst

Redaktion: Wolfgang van Kann

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