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Langsam gesprochene Nachrichten

25.09.2017 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Montag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Audio anhören 08:30

Nachrichten von Montag, 25. September 2017 – langsam gesprochen als MP3

LGNR Politisches Beben in Berlin - SPD geht in die Opposition:

Die Bundestagswahl vom Sonntag sorgt für eine Zäsur in der deutschen Politik: Erstmals seit mehr als 50 Jahren zieht mit der Alternative für Deutschland (AfD) eine Partei rechts neben der Union in den Bundestag ein. Sie landet bei 12,6 Prozent und ist damit drittstärkste Kraft im Parlament in Berlin. Kanzlerin Angela Merkel kann zwar voraussichtlich vier weitere Jahre regieren, allerdings ist es der größte Verlust von CDU/CSU nach 1949. Die Union fällt auf 33,0 Prozent. Der bisherige Koalitionspartner SPD stürzt mit 20,5 Prozent auf ein Rekordtief. Parteichef und Kanzlerkandidat Martin Schulz kündigte noch am Wahlabend an, die Sozialdemokraten gingen in die Opposition. Den Freien Demokraten gelingt mit 10,7 Prozent der Wiedereinzug in den Bundestag. Die Grünen bekommen 8,9 Prozent, die Partei Die Linke holt 9,2 Prozent. Vertreter von FDP und Grünen zeigten sich prinzipiell gesprächsbereit über eine im Bund noch nie erprobte schwarz-gelb-grüne Dreier-Koalition, sahen dafür aber große Hürden. Merkel sagte, sie habe sich ein besseres Ergebnis erhofft. Die Union habe aber ihre strategischen Ziele erreicht: Sie sei stärkste Kraft und habe den Auftrag zur Regierungsbildung.

 

Österreich sieht Flüchtlingspolitik als Ursache:

Österreichs Außenminister Sebastian Kurz sieht den Grund für das schlechte Abschneiden der Union und den Erfolg der AfD bei der Bundestagswahl in der Flüchtlingspolitik der Bundesregierung. Das Ergebnis sei für ihn wenig überraschend, erklärte der Vorsitzende der in Wien in einer großen Koalition mitregierenden Österreichischen Volkspartei (ÖVP). Es gebe in Deutschland bei vielen Menschen Unzufriedenheit mit der Position der Regierung in der Flüchtlingspolitik. Auch das Erstarken der Alternative für Deutschland (AfD) sei darauf zurückzuführen. Die Flüchtlingskrise sei von vielen Politikern und traditionellen Parteien in Europa nicht ernst genug genommen worden. Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron gratulierte Kanzlerin Angela Merkel in einem Telefonat zum "Erfolg der Union" bei der Bundestagswahl. "Wir werden unsere Zusammenarbeit, die unentbehrlich für Europa und unsere Länder ist, entschlossen fortführen", erklärte er im Kurznachrichtendienst Twitter weiter. Glückwünsche erhielt Merkel auch von EU-Ratspräsident Donald Tusk in einem Telefonat.

 

Neue Einreisesperren in den USA:

US-Präsident Donald Trump hat sein umstrittenes Einreiseverbot auf Bürger aus drei weiteren Staaten erweitert. Dabei handelt es sich um Venezuela, den Tschad und Nordkorea, wie das Weiße Haus mitteilte. Die bisherigen Einreiseverbote, die am Sonntag ausliefen, betrafen Bürger aus den vorwiegend muslimischen Ländern Iran, Syrien, dem Jemen, Libyen, Somalia und dem Sudan. Dieser wurde nun von der aktualisierten Liste gestrichen. Weiter hieß es, bei der neuen Version der Einreiserestriktionen handele es sich nicht mehr um pauschale Einreiseverbote für Bürger bestimmter muslimischer Länder, sondern um verschärfte Überprüfungen von Einreisewilligen aus den betreffenden Staaten. Die Regelungen sollen am 18. Oktober in Kraft treten. Trump begründet seine restriktive Einreisepolitik mit dem Kampf gegen den Terrorismus. Seit Ende Juni gilt auch ein 120-tägiges Einreiseverbot für sämtliche Flüchtlinge. Dieser Bann gilt noch bis Ende Oktober.

 

Trump-Schwiegersohn nutzte Privat-Email für Regierungssachen:

Der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, soll laut einem Medienbericht ein privates E-Mail-Konto für seine Tätigkeit als Berater im Weißen Haus genutzt haben. Kushner habe so mit Mitarbeitern unter anderem über Pressetermine und andere Planungen kommuniziert, berichtet das Magazin "Politico" am Wochenende. Trump hatte seine Kontrahentin Hillary Clinton wegen ihres dienstlichen Gebrauchs eines privaten E-Mail-Kontos während ihrer Zeit als Außenministerin scharf angegriffen. Ein Anwalt Kushners bestätigte in einer Stellungnahme, sein Mandant habe von Januar bis August "weniger als hundert E-Mails" über seinen privaten Account gesendet oder erhalten.

 

Irakische Kurden stimmen über Unabhängigkeit ab:

Gegen den Willen der Zentralregierung und von Nachbarstaaten wird in den irakischen Kurdengebieten in einem Referendum über die Unabhängigkeit abgestimmt. Es wird erwartet, dass eine klare Mehrheit der Stimmberechtigten mit "Ja" votiert. Der Ausgang des Referendums ist zwar nicht bindend, doch soll es dem Chef der kurdischen Regionalregierung, Massud Barsani, ein Mandat für Verhandlungen mit der Zentralregierung in Bagdad und den Nachbarstaaten geben. Auch die Türkei und der Iran sind gegen die Abstimmung. Die Regierung in Ankara erklärte, sollte die nationale Sicherheit gefährdet sein, werde sie alle im Rahmen des Völkerrechts erlaubten Maßnahmen ergreifen. Kurz nach Beginn der Abstimmung wurde laut Medien ein Grenzübergang für Einreisen aus dem Nordirak blockiert. Auch die deutsche Bundesregierung hat sich gegen die Volksabstimmung ausgesprochen. Im Nordirak sind deutsche Soldaten stationiert, die kurdische Peschmerga für den Kampf gegen die Islamisten-Miliz IS ausbilden.

 

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