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Nachrichten

25.09.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Sonntag– als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.


Am vierten und letzten Tag seines Deutschland-Besuchs hat Papst Benedikt XVI. gemeinsam mit rund 100.000 Gläubigen eine Heilige Messe gefeiert. Bei dem Gottesdienst auf dem Gelände des Freiburger Flugplatzes warnte das katholische Kirchenoberhaupt vor - so wörtlich - "religiöser Routine" in der Kirche. Nicht auf das Reden, sondern auf das Tun komme es an, sagte Benedikt. In seiner Predigt hob der Papst zudem hervor, der Mensch habe eine von Gott gegebene Freiheit, zwischen Gut und Böse zu wählen. Gott habe seiner Macht selbst eine Grenze gesetzt, indem er die Freiheit seiner Geschöpfe anerkenne. Die Katholiken in aller Welt rief Benedikt auf, ihren Glauben mit neuem Elan zu leben. - Im Laufe des Nachmittags will der Papst noch mit Richtern des Bundesverfassungsgerichts sowie mit in Kirche und Gesellschaft besonders engagierten Katholiken zusammentreffen, ehe er am Abend nach Rom zurückkehren wird. - Bei seinem dritten Deutschland-Besuch hatte der Papst neben Freiburg auch in Berlin und Thüringen Station gemacht.

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Als bislang ranghöchster Regierungspolitiker hat Russlands Finanzminister Alexej Kudrin Unmut über den sich abzeichnenden Ämtertausch an der Staatsspitze geäußert. Er werde sein Amt unter einem Ministerpräsidenten Dmitri Medwedew nicht weiter ausüben, sagte Kudrin. Er habe zahlreiche Differenzen mit dem derzeitigen Präsidenten. So kritisierte Kudrin unter anderem das Aufstocken der Militärausgaben als zu starke Belastung für den Staatshaushalt Russlands. Kudrin gilt als einer der liberalsten Ressortchefs im Moskauer Kabinett. Vor ihm hatte bereits Medwedews oberster Wirtschaftsberater, Arkadi Dworkowitsch, den Ämtertausch kritisiert. Medwedew und Ministerpräsident Wladimir Putin hatten am Samstag angekündigt, dass Putin bei den Präsidentschaftswahlen 2012 antreten werde. Medwedew seinerseits soll bei den Parlamentswahlen im Dezember Spitzenkandidat der Regierungspartei "Einiges Russland" und dann Regierungschef werden.

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Bei der Jahrestagung von Internationalem Währungsfonds und Weltbank haben die Europäer mit Deutschland an der Spitze versucht, Befürchtungen vor einer Eskalation der Schuldenkrise zu zerstreuen. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble zeigte sich in Washington dabei offen, den dauerhaften Euro-Rettungsschirm ESM möglicherweise schon im nächsten Jahr - und nicht erst 2013 - in Kraft treten zu lassen. Zugleich warnte Schäuble vor überzogenen Erwartungen, da der entsprechende Vertrag erst noch ausgehandelt und dann ratifiziert werden müsse. US-Finanzminister Timothy Geithner rief die Europäer erneut eindringlich zur Eindämmung der Schuldenkrise auf. Diese sei derzeit das ernstzunehmendste Risiko für die Weltwirtschaft, betonte Geithner. Chinas Zentralbankchef Zhou Xiaochuan warnte, dass der Internationale Währungsfonds bei weiteren Hilfsanträgen aus Europa womöglich nicht über ausreichend Mittel verfügen werde. Der IWF selbst erklärte, die Länder der Euro-Zone hätten versichert, "alles Notwendige" für die Überwindung der Krise zu tun.

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Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel hat sich für Volksentscheide über die Zukunft Europas und des Euro ausgesprochen. Über grundsätzliche Fragen der Europapolitik sollte das Volk in Zukunft direkt entscheiden, sagte der Sozialdemokrat der Zeitung "Bild am Sonntag". Solche Volksentscheide seien zwar schwierig und nicht immer erfolgreich. Aber sie zwängen die politischen und wirtschaftlichen Eliten Europas dazu, das europäische Projekt zu erklären und dafür zu werben, meinte Gabriel. - Auch der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Andreas Voßkuhle, hält weitere Schritte zur europäischen Integration ohne direkte Einbindung des Volkes für problematisch. Das Grundgesetz erlaube weitere Kompetenzübertragungen an europäische Institutionen ohnehin kaum, sagte Voßkuhle der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Sei dennoch mehr Europa gewünscht, wäre ein Volksentscheid nötig.

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Seit dem Start des freiwilligen Wehrdienstes im Juli haben mehr als 20 Prozent der Neulinge die Bundeswehr schon wieder verlassen. Wie das Verteidigungsministerium in Berlin mitteilte, beendeten 780 der 3459 Freiwilligen ihren Dienst vorzeitig - das sind 22,5 Prozent. Neben privaten Gründen seien andere Jobangebote sowie andere Vorstellungen vom Dienst in den Streitkräften ausschlaggebend gewesen. Verteidigungsminister Thomas de Maizière erklärte, es sei richtig und fair, dass derjenige, der freiwillig kommt, natürlich auch freiwillig wieder gehen kann. Gleichwohl könne er mit den Zahlen nicht zufrieden sein. Die Gründe für das Ausscheiden würden nun analysiert, damit die Bundeswehr gegensteuern könne. Anfang 2012 solle eine Gesamtbilanz zur Probezeit gezogen werden.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Überwiegend freundlich und trocken. Die Höchsttemperaturen liegen zwischen 17 Grad auf den Nord- und Ostsee-Inseln und 27 Grad im Breisgau. Die weiteren Aussichten: Am Montag nach Auflösung von Frühnebel wieder viel Sonne bei Höchstwerten von 22 bis 27 Grad, im Küstenbereich etwas kühler.

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