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Nachrichten

25.06.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Montag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Der neue Präsident Ägyptens, der Islamist Mohammed Mursi, hat sich in seiner ersten Erklärung als Staatsoberhaupt als "Präsident aller Ägypter" bezeichnet und das Land zur Einigkeit aufgerufen. Der Vertreter der konservativen Muslimbrüder gedachte der Opfer des Volksaufstands vom Januar und Februar 2011, der zum Sturz des Machthabers Husni Mubarak geführt hatte, und kündigte seinen Anhängern die "Fortsetzung der Revolution" an. Die jüngsten Beschlüsse des herrschenden Militärrats, die Machtbefugnisse des Präsidenten zu beschneiden, kommentierte Mursi nicht. Er versprach, alle internationalen Verträge einzuhalten. Ägypten ist - neben Jordanien - das einzige arabische Land, das einen Friedensvertrag mit Israel geschlossen hat.

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Die USA und Israel haben nach dem Sieg des Islamisten Mohammed Mursi bei der Präsidentenwahl den Willen zur Zusammenarbeit mit Ägypten bekräftigt. Die USA sprachen von einem "Meilenstein auf dem Weg zum demokratischen Übergang". Die neue Führung in Kairo müsse einen "nationalen Dialog" beginnen und zudem ihre Rolle als "Eckpfeiler des regionalen Friedens" erfüllen, hieß es aus dem Weißen Haus. Israel schätze den "demokratischen Prozess" und respektiere den Wahlausgang, ließ Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in Jerusalem mitteilen. Man hoffe auf eine weitere Kooperation auf der Basis des Friedensvertrages. Die EU wertete die Entwicklung in Ägypten als "historisch" für das Land und die gesamte Region. Auch Bundesaußenminister Guido Westerwelle gratulierte Mursi, hob aber hervor, dass der Weg zur Demokratie noch weit sei.

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Tunesien hat den früheren Ministerpräsidenten Libyens, Al-Baghdadi al Mahmudi, an sein Heimatland ausgeliefert. Al Mahmudi sei in einem Gefängnis des Justizministeriums untergebracht worden und werde wegen mutmaßlicher Verbrechen gegen das libysche Volk vor Gericht gestellt, gab der amtierende libysche Regierungschef Abdel Rahim al-Kib in Tripolis bekannt. Al Mahmudi war vor neun Monaten wegen illegalen Grenzübertritts in Tunesien festgenommen worden. Er befand sich auf der Flucht nach Algerien, wo Mitglieder des später getöteten Machthabers Muammar al-Gaddafi Unterschlupf gefunden hatten. --- Im Januar hatten sich tunesische und internationale Menschenrechtsorganisationen gegen eine Auslieferung Al Mahmudis ausgesprochen. Sie fürchteten, er könnte in seinem Heimatland gefoltert oder getötet werden. - In Tunesien stritten verschiedene staatliche Stellen über die Auslieferung.

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Die Außenminister der 27 EU-Staaten beraten an diesem Montag in Luxemburg über die Lage in Syrien und Ägypten. Sie wollen nach Angaben von Diplomaten auch bekräftigen, dass der Stopp der Öleinfuhren aus dem Iran wie geplant am 1. Juli beginnt. Aus Protest gegen das Regime von Präsident Baschar al-Assad und die anhaltende Gewalt sollen die Sanktionen gegen Syrien weiter verschärft werden. Geplant ist unter anderem, mehrere Unternehmen oder Organisationen auf eine schwarze Liste zu setzen. Außerdem sollen Konten in Europa gesperrt werden. Der Abschuss eines türkischen Kampfjets durch Syrien wird ebenfalls Thema der Ministerrunde sein.

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Die südamerikanische Wirtschaftsgemeinschaft Mercosur hat Paraguay wegen der Amtsenthebung des Präsidenten Fernando Lugo von ihrem nächsten Gipfel ausgeschlossen. Die Staatschefs wollten außerdem beim Treffen am Freitag im argentinischen Mendoza weitere Maßnahmen gegen die neue paraguayische Regierung ins Auge fassen, teilte das argentinische Außenministerium mit. Die Mercosur-Mitglieder verurteilten in einer gemeinsamen Erklärung das Amtsenthebungsverfahren gegen Lugo als "Bruch der demokratischen Ordnung". Mehrere Staaten hatten ihre Botschafter abgezogen. ---Lugo war am Freitag im Eilverfahren vom Senat in Asunción abgesetzt worden. Er wurde für den Tod von 17 Menschen bei Zusammenstößen zwischen Landbesetzern und Polizisten politisch verantwortlich gemacht.

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