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Kultur

250.000 Katastrophen-Opfer im Jahr 2004

Naturkatastrophen forderten im vergangenen Jahr die höchste Zahl von Menschenleben seit 1970. Die Hauptursache war der Tsunami im indischen Ozean.

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Die indonesische Provinz Aceh traf es besonders hart

Killerwellen bei Japan

Eine durch den Taifun Tokage verursachte Welle am 20. Oktober 2004 im Hafen von Beppu, Japan

Bei weltweit 719 Naturkatastrophen sind im vergangenen Jahr insgesamt rund eine Viertel Million Menschen ums Leben gekommen. Dies ist die höchste Opferzahl der letzten drei Jahrzehnte, wie aus dem Weltkatastrophenbericht des Internationalen Roten Kreuzes für das Jahr 2004 hervorgeht, der am Mittwoch (5.10.2005) in Genf veröffentlicht wurde. Die hohe Opferzahl ist in erster Linie auf den Tsunami am 26. Dezember zurückzuführen. Insgesamt waren im vergangenen Jahr 146 Millionen Menschen von Naturkatastrophen betroffen. Den weltweiten finanziellen Schaden schätzt die IFRC auf bis zu 145 Milliarden Dollar (121 Milliarden Euro).

Bessere Informationen hätten Tausende Menschenleben retten können, erklärte die Organisation. Ohne die Flutkatastrophe im Indischen Ozean hätte es weltweit 25.000 Naturkatastrophen-Opfer gegeben, eine der niedrigsten Zahlen seit Beginn regelmäßiger Aufzeichnungen. Die bislang höchste Zahl von 500.000 Katastrophen-Opfern wurde im Jahr 1970 erreicht, als allein die Sturm- und Flutkatastrophe in Bangladesch Hunderttausenden das Leben kostete. Sechs Jahre später wurden bei schweren Erdbeben in China rund 240.000 Menschen getötet.

Vorbild Kuba

Hurrikan Jeanne in Florida

Der Hurrikan Jean im September 2004 begrub Teile von Hutchinson Island bei Florida unter Sand

In seinem Bericht hob das Rote Kreuz die Bedeutung funktionierender Frühwarnsysteme hervor. Als beispielhaft wurde das Katastrophenmanagement in Kuba zitiert, wo im vergangenen Jahr zwei Millionen Menschen vor dem Hurrikan "Charley" in Sicherheit gebracht wurden. Obwohl "Charley" im Westen Kubas 70.000 Häuser zerstörte, war die Zahl der Todesopfer mit vier deutlich geringer als in anderen Karibikstaaten. Im kommunistischen Kuba sind Evakuierungsanordnungen anders als in vielen Nachbarstaaten verbindlich, zu ihrer Umsetzung werden öffentliche Verkehrsmittel bereitgestellt.

Der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Rudolf Seiters, forderte die Regierung auf, den Aufbau von Frühwarnsystemen als wichtigen Teil der Entwicklungspolitik zu begreifen. Entwicklungsländer seien zehn Mal stärker von Naturkatastrophen betroffen. Jedes Mal werde die Entwicklung dieser Staaten zurückgeworfen. Viele Menschen hätten durch effektivere Information gerettet werden können.

Viele Tote in Entwicklungsländern

Ivan nimmt Kurs auf Kuba

Der Hurrikan Ivan nimmt im September 2004 Kurs auf Kuba (große Insel oben rechts)

"97 Prozent aller Toten kommen aus Entwicklungsländern", ergänzte die deutsche Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD). Angesichts der wachsenden Zahl von Naturkatastrophen müssten auch die Mittel für Soforthilfe aufgestockt werden. Das Geld dürfe nicht zu Lasten der Mittel für die Armutsbekämpfung gehen. Die SPD-Politikerin lobte den Einsatz des DRK und der internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften bei der Tsunami-Katastrophe. Dank schneller, professioneller Hilfe sei in der Unglücksregion nach dem Tsunami niemand an Seuchen gestorben

Die Verwüstungen der Wirbelstürme "Rita" und "Katrina" im Süden der USA hätten gezeigt, dass Katastrophenschutz auch in den reichsten Ländern der Erde nicht problemlos funktioniere, sagte Wieczorek-Zeul. Umso schwieriger sei die Situation in Entwicklungsländern, in denen Armut und schnelles Bevölkerungswachstum dazu führe, dass von Überschwemmungen und Erdrutschen gefährdete Gebiete besiedelt würden.

Kombo Seebeben Überschwemmung in Indonesien

Die überschwemmte Provinz Aceh

Nach dem verheerenden Tsunami im Indischen Ozean, bei dem im Dezember vorigen Jahres 220.000 Menschen starben, hat das Rote Kreuz umgerechnet 1,3 Milliarden Euro Spenden für die Katastrophenregion erhalten. Der Asien-Chef des IFRC, Bekele Geleta, sagte am Mittwoch in Bangkok zu den Spenden für die Region: "Haben wir genug Geld bekommen? Die Antwort ist ja". In der indonesischen Provinz Aceh verzögere sich aber das geplante Hausbauprogramm, da es unter anderen zu wenig Bauarbeiter gebe und noch nicht alle Straßen repariert seien, sagte der Delegationsleiter für Indonesien, Peter Cameron. (stu)

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  • Datum 05.10.2005
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