1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

24.07.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Sonntag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Norwegen trauert um die 93 Opfer des schwersten Massakers in der jüngsten Geschichte des Landes. König Harald und Ministerpräsident Jens Stoltenberg waren die prominentesten Teilnehmer eines Trauergottesdienstes im Osloer Dom unweit des teils zertrümmerten Regierungsviertels. Der Norweger Anders Behring Breivik, ein 32 Jahre alter Rechtsradikaler, gestand den Autobombenanschlag im Stadtzentrum und das Blutbad in dem Jugendlager der Arbeitspartei. Dies sei "grausam", aber "notwendig" gewesen, wird er von seinem Anwalt im Fernsehen zitiert. Laut Polizei versicherte der Todesschütze, als Einzeltäter gehandelt zu haben. Seine Gewaltakte seien offenbar seit langem geplant gewesen. Kurz vor den Angriffen am Freitag hatte der nationalistische Fanatiker und christliche Fundamentalist ein 1500 Seiten umfassendes antimuslimisches Pamphlet ins Internet gestellt. Darin äußerte er seinen Hass auf "Kultur-Bolschewisten" und rief zum "Kreuzzug" gegen den Islam auf.

***

Nach dem Anschlag auf das Jugendlager der norwegischen Arbeiterpartei werden die Sicherheitsvorkehrungen für das internationale Festival der sozialistischen Jugend (IUSY) am österreichischen Attersee verschärft. Mehr als hundert Polizisten sowie Sicherheitsdienste und Freiwillige seien im Einsatz, bestätigten die Veranstalter. Zu dem einwöchigen Treffen, das am Montagabend beginnt, werden 3000 junge Menschen aus über hundert Ländern erwartet. Am Dienstag wollen der österreichische Bundeskanzler Werner Faymann und SPD-Chef Sigmar Gabriel das Jugendfestival besuchen. Das Treffen in Österreich werde nun zu einer Trauerfeier für die getöteten norwegischen Freunde, sagte SPD-Chef Gabriel der "Bild am Sonntag". Er bitte die jungen Menschen, sich nicht einschüchtern zu lassen, sondern sich weiterhin für Freiheit, Demokratie und soziale Gerechtigkeit zu engagieren.

***

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) sieht hierzulande keine unmittelbare Gefahr rechtsextremistischer Terroranschläge. Man beobachte in Deutschland die rechte Szene intensiv, sagte er nach den Anschlägen in Norwegen der "Bild am Sonntag". Hinweise auf rechtsterroristische Aktivitäten lägen derzeit nicht vor. Der Fall in Norwegen weise keine Bezüge zu Deutschland auf. Die abscheulichen Taten zeigten aber, welche Gefahren von fanatisierten Einzeltätern ausgehen könnten, und zwar unabhängig von ihren Motiven. Friedrich ergänzte, eine offene Gesellschaft sei immer verwundbar. Deshalb dürfe sich die freiheitliche Gesellschaft aber nicht einschränken lassen. Wichtig sei ein effizientes Frühwarnsystem.

***

Die USA haben einen hochrangigen Vertreter Nordkoreas zu Sondierungsgesprächen über das Atomprogramm des kommunistischen Landes eingeladen. Vize-Außenminister Kim Kae-Gwan werde gegen Ende kommender Woche in New York erwartet, ließ US-Außenministerin Hillary Clinton zum Abschluss ihres Besuchs beim ASEAN-Gipfel in Indonesien bekanntgeben. Der nordkoreanische Unterhändler solle mit US-Vertretern die nächsten Schritte beraten, die zu einer Wiederbelebung der Atomgespräche in größerem Rahmen führen sollen. Erst am Freitag war es am Rande des Regionalgipfels der südostasiatischen Staatengemeinschaft in Bali überraschend zum ersten Spitzentreffen zwischen Nord- und Südkorea seit zweieinhalb Jahren gekommen. - An den derzeit ausgesetzten Sechs-Parteien-Gesprächen über das umstrittene Nuklearprogramm sind auch China, Russland und Japan beteiligt.

***

Die Schreckensmeldungen aus den von der Hungerkatastrophe betroffenen Regionen Ostafrikas reißen nicht ab: In manchen Orten in Somalia sterbe in diesen Tagen alle sechs Minuten ein Kind, schätzte UNICEF, das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen. Die UN wollen deshalb ihre Hilfslieferungen noch weiter aufstocken. Schnelligkeit sei ganz entscheidend, mahnte die Direktorin des Welternährungsprogramms (WFP), Josette Sheeran, vor Journalisten in Nairobi. Mehr als zwei Millionen vom Hungertod bedrohte Somalier seien weiterhin durch islamische Extremisten von der Hilfe abgeschnitten, beklagte Sheeran. Über den von den radikalen Schabaab-Milizen kontrollierten Gebieten müssten vielleicht Lebensmittel aus der Luft abgeworfen werden. - Der Flüchtlingsstrom in die Camps in Kenia und Äthiopien geht unvermindert weiter. In der äthiopischen Region Dolo Ado wird an einem vierten Lager gearbeitet, das weitere 60.000 Hungernde aufnehmen soll.

***

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Nordwesten schauerartiger Regen. Von Vorpommern bis nach Thüringen und Sachsen heiter und meist trocken. Sehr kühle elf Grad im Bergischen Land und bis 21 Grad Richtung Oder. Die weiteren Aussichten: Am Montag im Norden viele Wolken, sonst ein Mix aus Sonne, Wolken und örtlichen Schauern. Tageshöchstwerte 15 bis 21 Grad.

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links

Audio und Video zum Thema