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Nachrichten

24.05.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Auf dem EU-Sondergipfel in Brüssel ist die Debatte um europäische Anleihen als Ausweg aus der Schuldenkrise offen zu Tage getreten. Bundeskanzlerin Angela Merkel betonte, Euro-Bonds verstießen gegen die EU-Verträge und sorgten zudem nicht für Wachstum. Der französische Präsident Francois Hollande sprach sich dagegen erneut für Gemeinschaftsanleihen aus. Auch der deutsche EU-Kommissar Günther Oettinger signalisierte Zustimmung zu den Bonds. Einigkeit demonstrierten die EU-Staatschefs in der Griechenland-Frage. Das Land solle in der Euro-Zone bleiben, müsse aber die Sparabkommen umsetzen, betonten die Gipfelteilnehmer. EU-Kommissionschef José Manuel Barroso kündigte in Brüssel an, dass seine Institution rund 7,3 Milliarden Euro ausgeben wolle, um Jobs für junge Leute zu schaffen. In Griechenland und Spanien ist mehr als jeder zweite junge Erwachsene erwerbslos. In Irland, Italien, Lettland, Litauen, Portugal und der Slowakei liegt die Jugendarbeitslosigkeit bei über 30 Prozent.

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In Ägypten wird die erste freie Präsidentenwahl in der Geschichte des Landes fortgesetzt. Es zeichnet sich eine hohe Wahlbeteiligung ab. Am Mittwoch mussten wegen des großen Andrangs viele Stimmlokale länger als vorgesehen geöffnet bleiben. Mehr als 50 Millionen Ägypter sind aufgerufen, aus zwölf Kandidaten einen Nachfolger für den 2011 gestürzten Langzeitmachthaber Husni Mubarak zu bestimmen. Als Favoriten unter den säkularen Bewerbern gelten der ehemalige ägyptische Außenminister Amre Mussa und Ex-Ministerpräsident Ahmed Schafik. Ebenfalls gute Chancen werden dem von den Salafisten unterstützten Abdel Moneim Abdul Futuh sowie dem Muslimbruder Mohammed Mursi eingeräumt. Nach letzten Umfragen wird jedoch kein Kandidat die absolute Mehrheit erreichen, so dass Mitte Juni eine Stichwahl fällig wird.

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Iranische Unterhändler sind mit dem Verlauf der Atomgespräche nach Berichten aus Teheran nicht zufrieden. Die dem Iran unterbreiteten neuen Vorschläge seien unausgewogen und daher nicht nützlich, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Irna Verhandlungskreise. Der Westen verdächtigt den Iran, unter dem Deckmantel eines zivilen Nuklearprogramms an Atomwaffen zu arbeiten. Die fünf UN-Vetomächte China, Frankreich, Großbritannien, Russland, die USA sowie Deutschland suchen als Vertreter der sogenannten 5+1-Gruppe nach einer friedlichen Lösung im Atomstreit. Die Gespräche, die an diesem Donnerstag fortgesetzt werden, finden in der irakischen Hauptstadt Bagdad statt.

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Amnesty International hat sich kritisch zur Menschenrechtssituation in Aserbaidschan geäußert, das am kommenden Wochenende den Eurovision Song Contest ausrichtet. In dem Land säßen noch immer 17 politische Gefangene in Haft, beklagte der Generalsekretär der deutschen Amnesty-Sektion, Wolfgang Grenz, bei der Vorlage des neuen Jahresberichts der Menschenrechtsorganisation in Berlin. Auch würden in dem Kaukasus-Staat Proteste unterdrückt und die Versammlungs- und Meinungsfreiheit eingeschränkt. Grenz mahnte, der Schlagerwettbewerb müsse genutzt werden, um auf die Missstände aufmerksam zu machen. Die Führung Aserbaidschans lege sehr viel Wert auf ihren Ruf. Auch über die Lage in der Ukraine, dem Mit-Gastgeberland der Fußball-Europameisterschaft, ist Amnesty besorgt. Folter und andere Misshandlungen würden dort nach wie vor nicht geahndet, bei der Unabhängigkeit der Justiz gebe es keine Fortschritte, so Grenz. Die UEFA als Ausrichter der EM dürfe zu solchen Missständen nicht schweigen.

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Angesichts eines schrumpfenden Geschäfts steht der weltgrößte Computerkonzern Hewlett-Packard (HP) vor dem größten Stellenabbau in seiner 73-jährigen Geschichte. Bis Oktober 2014 sollen nach Mitteilung des US-Unternehmens 27.000 Arbeitsplätze gestrichen werden - das sind rund acht Prozent der Gesamtbelegschaft. Mit der Stellenreduzierung und weiteren Sparmaßnahmen will HP bis zu 3,5 Milliarden Dollar einsparen. Hintergrund der Entscheidung ist die zunehmende Beliebtheit von Smartphones und Tablet-Computern, die dem PC-Hersteller schwer zu schaffen macht.

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