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Kultur

"24" - die Uhr läuft weiter

Special Agent Jack Bauer ist wieder da. Diesmal muss er einen atomaren Anschlag von islamistischen Terroristen verhindern. Er hat 24 Stunden Zeit dafür - und in jeder Minute wird das volle Actionprogramm abgefeuert.

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Brutal und trotzdem sympathisch: Kiefer Sutherland als Jack Bauer

RTL II Serie 24

Alte Bekannte und neue Gesichter

Endlich ist es wieder soweit: Der zweite "längste Tag im Leben Jack Bauers" (Kiefer Sutherland) ist angebrochen. Wieder hat er 24 Stunden Zeit, um nicht nur ein, sondern gleich mehrere weltbewegende Probleme gleichzeitig zu lösen. Und wieder ist der Zuschauer in Echtzeit dabei: Jede Sekunde Spielzeit entspricht einer Sekunde realer Zeit. In "24 - the second day" tickt die Uhr noch unerbittlicher: Jack Bauer erlebt in zehn Minuten mehr, als jeder gewöhnliche Fernsehheld in einer ganzen Serie. Sein Motto diesmal: "Allein gegen die Atombombe".

Hatte der Federal Agent in der ersten Staffel nur das geplante Attentat auf einen Senator zu verhindern, ist die Gefahr diesmal globaler. In Los Angeles soll ein nuklearer Sprengkopf gezündet werden - eine Katastrophe ungeahnten Ausmaßes mit weitreichenden Folgen. Um acht Uhr vierundzwanzig erhält Jack einen Anruf des ehemaligen Senators und jetzigen Präsidenten David Palmer (Dennis Haysbert). Bauer - traumatisiert vom Tod seiner Frau Teri - hat seinen Job bei Anti-Terror-Einheit CTU (Counter Terrorist Unit) an den Nagel gehängt. Dennoch wird er nun um Unterstützung gebeten im Kampf gegen die islamischen Terroristen, die vermutlich hinter dem geplanten Anschlag stecken. Nach kurzem Zögern ist Jack Bauer wieder im Einsatz - skrupelloser denn je: Nur eine knappe Stunde später hat er den ersten Zeugen enthauptet ("Ich brauche eine scharfe Säge").

Verschwörungstheoretiker kommen auf ihre Kosten

Sarah Wynter als Kate, RTL II Serie 24

Sarah Wynter als Kate

Die neue Staffel ist düsterer - nicht nur die Bösen, auch die Guten foltern - als die erste, und auch politischer. "24" könnte durchaus als Kritik an der amerikanischen Irak-Invasion verstanden werden, wäre das Drehbuch nicht zuvor geschrieben worden. In "24" zögert der weise Präsident einen Angriff auf die vermeintlichen Feinde - drei islamische Länder - so weit wie möglich hinaus. Erst müssen die Beweise dafür, dass die Regierungschefs dieser Länder mit den Terroristen unter einer Decke stecken, klar auf der Hand liegen. Und: Es wird die Möglichkeit erwogen, dass reaktionäre Kräfte in der amerikanischen Regierung die Fäden in der Hand halten. Jack Bauer soll dies alles herausfinden. Dass einer seiner Kollegen mit den Terroristen zusammenarbeitet, macht seinen Job nicht leichter. Auch für die neue Staffel gilt: Jeder gerät mal in Verdacht, jeder misstraut jedem. Als Zuschauer wird man zum Verschwörungstheoretiker. "24" trifft wie keine andere Serie die amerikanischen Paranoia nach dem 11. September 2001.

Es geht weniger darum, wie ein Attentat verhindert, sondern wie es in seinen Folgen abgemildert werden kann. Die Frage ist: Was geschieht nach der Bombe? Dazu schrieb die FAZ, in dessen Feuilleton es die Kult-Serie immerhin geschafft hat: "Im Grunde ist dies die psychologische Vorbereitung oder Begleitung des 'Krieges gegen den Terror', den der echte amerikanische Präsident George W. Bush führt. Und es ist eine intelligente, bis in die kleinste Folgenabschätzung stichhaltige Schilderung, Erläuterung und Kommentierung der Verfasstheit dieser Welt." Dass nichts an der Story künstlich und die Handlung nur in ein paar Wendungen an den Haaren herbeigezogen scheint, das macht die fiktionale Leistung von "24" aus.

Überragende Kritiken

Zur Freude der Fans ist Jack Bauers zweiter Auftritt noch spannender, als die erste Staffel. Die amerikanische Kritik hat die Rückkehr des Special Agent euphorisch gefeiert. So schrieb USA Today: "Believe me, by the end of the first hour, you'll know Jack is back, and you'll be eager to see where he's headed next. Looks like another great day." In den USA durchlebt Jack Bauer derzeit zum dritten Mal den längsten Tag seines Lebens.

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