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Nachrichten

23.12.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Sonntag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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In Ägypten zeichnet sich offenbar eine Mehrheit für den islamistisch geprägten Verfassungsentwurf ab. Nach Angaben der regierungsnahen Muslimbrüder stimmten rund 64 Prozent der Wähler für das Referendum. Die Opposition wirft der Regierung von Präsident Mohammed Mursi weiterhin Wahlrechtsverstöße vor. Noch während der Abstimmung trat am Abend der ägyptische Vizepräsident Mahmud Mekki zurück. Der Streit um den Verfassungsentwurf hat das Land tief gespalten. Vor dem Referendum war es immer wieder zu Zusammenstößen zwischen Befürwortern und Gegnern gekommen. Kritiker sehen Frauen- und Freiheitsrechte in Gefahr und befürchten eine zunehmende Islamisierung der Gesellschaft in Ägypten.

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In der Europäischen Union sind neue Sanktionen gegen den Iran in Kraft getreten, mit denen die EU das Land am Ausbau seines Atomprogramms hindern will. Sie umfassen europäische Exportverbote für den Schiffbau, bestimmte Metalle, Öltechnologie und Computersoftware für industrielle Prozesse. Untersagt sind zudem die Einfuhr und die Beförderung von iranischem Erdgas. Außerdem legt die EU-Verordnung Einzelheiten für die Kontrolle von Banküberweisungen fest. So sind europäischen Banken Transaktionen mit iranischen Instituten weitgehend verboten. Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad erklärte, sein Land befinde sich in einem "gezielten Wirtschaftskrieg mit dem Feind". Die Auswirkungen des Ölembargos habe die Regierung im Griff, der vom Ausland erwartete Zusammenbruch des Iran sei ausgeblieben. Allerdings hätten die Sanktionen schwere Auswirkungen auf die Bevölkerung. Der Westen beschuldigt den Iran, heimlich Atomwaffen zu entwickeln. Teheran weist dies zurück.

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Eine Woche nach der Gruppenvergewaltigung einer Studentin in der indischen Hauptstadt Neu Delhi sind Tausende Inder den sechsten Tag in Folge auf die Straße gegangen. Sie forderten die Todesstrafe für die Täter und mehr Schutz für Frauen. Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein, als die Demonstranten versuchten, die Absperrungen am Präsidentenpalast zu durchbrechen. Die junge Frau war vor einer Woche in einem Bus von mehreren Männern über eine Stunde lang missbraucht und mit einer Eisenstange schwer verletzt worden. Anschließend warfen sie die Frau und deren Freund aus dem fahrenden Bus. Sie kämpft in einem Krankenhaus Neu Delhis noch immer um ihr Leben. Fünf Männer wurden inzwischen festgenommen.

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Südkorea hat an der Grenze zu Nordkorea eine riesige Leuchtinstallation in der Form eines Weihnachtsbaums eingeschaltet. Christen haben nach Angaben des Verteidigungsministeriums die Erlaubnis bekommen, die Lichter des großen Stahlturms bis zum 2. Januar brennen zu lassen. Der Turm steht auf einem Hügel nur wenige Kilometer von der militärisch bewachten Waffenstillstandslinie entfernt. Er kann aus einer nordkoreanischen Grenzstadt gesehen werden. Im vergangenen Jahr waren die Lichter aus geblieben, um einen Konflikt mit Nordkorea zu vermeiden. Die dortige Regierung wirft Südkorea vor, die Menschen in Nordkorea mit dem Baum zum Christentum bekehren zu wollen.

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Nach dem gescheiterten Bombenanschlag auf dem Bonner Hauptbahnhof will die Deutsche Bahn die Sicherheitsvorkehrungen erhöhen. Die Bahn wolle mehr Videoaufzeichnungen und damit eine bessere Verfolgung von Straftaten auf Bahnhöfen, sagte Konzernchef Rüdiger Grube der "Bild am Sonntag". Für Februar wolle er Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich, Vertreter der Länder und der Bundespolizei sowie Datenschützer zu einem Sicherheitsgipfel einladen. Ziel seien gemeinsame Konzepte für mehr Sicherheit auf Bahnhöfen. Am 10. Dezember hatte ein Unbekannter auf dem Bonner Hauptbahnhof eine Sporttasche mit einem Sprengsatz deponiert, der nur wegen eines Baufehlers nicht explodiert war. Die Bundesanwaltschaft geht davon aus, dass es sich um einen Anschlagsversuch von Islamisten handelte.

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