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Nachrichten

23.10.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Zwei Wochen vor der Präsidentschaftswahl in den USA haben sich Amtsinhaber Barack Obama und der republikanische Herausforderer Mitt Romney in ihrem dritten und letzten Fernseh-Duell vor allem mit Themen der Außenpolitik befasst. Zum Auftakt der Übertragung aus Florida gratulierte Romney zur Tötung von Al-Kaida-Chef Bin Laden, sprach aber zugleich von fehlender Führungsstärke Obamas während der Umwälzungen in der arabischen Welt. Der Präsident wiederum warf Romney vor, seine außenpolitischen Positionen immer wieder geändert zu haben. Obama wies den Vorwurf zurück, die Beziehungen zu Israel zu gefährden und nicht genug gegen eine nukleare Bedrohung durch den Iran zu tun. Obama wie Romney machten beide deutlich, dass sie eine weltweite Führungsrolle für die USA beanspruchten. In einer Schnellumfrage des Fernsehsenders CNN/ORC sagten die Mehrheit der Zuschauer, Obama habe dieses Duell gewonnen. Die Präsidentenwahl ist am 6. November.

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Das "Kommando Spezialkräfte" der Bundeswehr hat nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung einen der meistgesuchten Taliban-Führer im Norden Afghanistans festgenommen. Dabei handele es sich um den von den radikalen Islamisten eingesetzten "Schatten-Gouverneur" der Provinz Kundus, Mullah Abdul Rahman, schreibt das Blatt weiter. "Bild" zitiert einen Bundeswehrsprecher, wonach der Top-Taliban mitverantwortlich ist für einen Angriff auf drei Bundeswehr-Soldaten, die am Karfreitag 2010 in einem Hinterhalt getötet wurden. Zudem soll er 2009 nahe Kundus die verhängnisvolle Kaperung von zwei Tanklastern angeordnet haben. Bei deren Bombardierung auf Anordnung der Bundeswehr wurden mehr als 100 Menschen getötet. Der Zugriff erfolgte bereits am Freitagabend. KSK-Soldaten und afghanische Spezialkräfte hätten Rahman nahe der Ortschaft Ghundai Kalai in der Provinz Kundus festgenommen, wo ein Treffen ranghoher Führer der Extremisten stattfand. Rahman sei den afghanischen Behörden übergeben worden.

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Wegen früherer Kontakte zu einem Gangster-Syndikat hat der japanische Justizminister Keishu Tanaka nach nur einem Monat Amtszeit seinen Rücktritt erklärt. Der 74 Jahre alte Tanaka hatte zugegeben, vor rund 30 Jahren für ein ranghohes Mitglied der japanischen Yakuza eine Hochzeit arrangiert zu haben. Zuvor hatte ein Wochenmagazin darüber berichtet. Tanaka war bereits wegen eines Spendenskandals in die Schusslinie der Kritik geraten. Die Opposition will den Fall dazu nutzen, den Druck auf Regierungschef Yoshihiko Noda zu erhöhen, vorzeitige Neuwahlen auszurufen. Noda hatte erst kürzlich zum dritten Mal seit seinem Amtsantritt vor einem Jahr sein Kabinett umgebildet.

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16 Millionen Menschen und damit im Durchschnitt jeder Fünfte in Deutschland ist im vergangenen Jahr von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffen gewesen. Diese Zahlen aus der Erhebung "Leben in Europa 2011" veröffentlichte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden. Das bedeutet, dass die Betroffenen aus finanziellen Gründen heraus beispielsweise ihre laufenden Rechnungen nicht begleichen, nicht mindestens jeden zweiten Tag eine vollwertige Mahlzeit einnehmen, keine notwendigen Anschaffungen tätigen, nicht in den Urlaub fahren oder sich keinen Pkw leisten konnten. Frauen waren mit einer Quote von 21,3 Prozent im Jahr 2011 häufiger von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffen als Männer (18,5 Prozent).

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Die Bundesbank holt in den nächsten drei Jahren einen Teil ihrer Goldreserven aus den USA nach Deutschland zurück. Hier sollen die Barren eingeschmolzen werden, um die Menge und die Echtheit des Edelmetalls zu überprüfen, wie ein Sprecher in Frankfurt am Main mitteilte. Damit beugt sich die Notenbank teilweise dem Druck des Bundesrechnungshofes, der seit geraumer Zeit die Überprüfung aller im Ausland lagernden Bestände fordert. Deutschland verfügt über die zweitgrößten Goldreserven der Welt. Ende 2011 waren es fast 3400 Tonnen mit einem aktuellen Wert von fast 150 Milliarden Euro. Verwahrt werden die Goldbarren in Frankfurt am Main sowie bei der US-Notenbank FED in New York, der französischen Nationalbank in Paris und der Bank of England in London. - Seit Monaten fordern der Bundesrechnungshof und einige Bundestagsabgeordnete eine Änderung der bisherigen Überprüfungspraxis. Anstatt die Barren nur gelegentlich in Augenschein zu nehmen und auf die Bestätigung der Lagerverwaltung zu vertrauen, müssten diese nach einem statistisch gesicherten Verfahren überprüft werden.

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