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Nachrichten

23.10.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Sonntag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Gleich zum Auftakt des EU-Gipfeltreffens zur Schuldenkrise sind Hoffnungen auf den ursprünglich angekündigten "großen Wurf" in einem umfassenden und durchgreifenden Gesamtpaket gedämpft worden. Bundeskanzlerin Angela Merkel stellte in Brüssel klar, sie erwarte schwierige Verhandlungen, die lediglich Entscheidungen beim zweiten Gipfel am kommenden Mittwoch vorbereiten könnten. Es gehe um - so wörtlich - "technisch zum Teil sehr komplizierte Prozesse", zum Beispiel über die künftige Wirkungsweise des Euro-Rettungsschirms EFSF. Es gehe zudem generell um die Koordination der Eurogruppe in Wirtschafts- und Finanzfragen, so die Kanzlerin. Notwendig seien stärkere Durchgriffsrechte auf die Einzelstaaten und damit dürften auch Änderungen an den EU-Verträgen "kein Tabu" sein, sagte Merkel. Derweil bekräftigte Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker seine Kritik an den jüngsten parlamentarischen Gepflogenheiten in Berlin, die langsamer seien als in den anderen Hauptstädten. Der Bundestag könne "nicht alles bis ins Detail vorher beschließen", weil die endgültigen Lösungen oft erst auf den Gipfeltreffen ausgehandelt würden, beklagte Juncker im Magazin "Der Spiegel".

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Trotz eingetrübter Konjunkturaussichten rechnet allein die Bundesregierung für das laufende Jahr mit mehr Steuereinnahmen von zehn Milliarden Euro. Auf Länder und Gemeinden entfalle ein ähnlich hoher Betrag, berichtet das Nachrichtenmagazin "Spiegel" unter Berufung auf inoffizielle Informationen aus dem Bundesfinanzministerium in Berlin. Danach sollen auch 2012 die Steuereinnahmen weiter steigen, obwohl die Prognose für das wirtschaftliche Wachstum zuletzt nahezu halbiert worden war. Das im Haushaltsentwurf eingeplante Plus von zwei Milliarden Euro, so der "Spiegel", werde auf jeden Fall erreicht, möglicherweise sogar um einige hundert Millionen Euro übertroffen.

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Bundespräsident Christian Wulff hat Japan sieben Monate nach der Erdbeben-, Tsunami- und Atomkatastrophe anhaltende Solidarität und Unterstützung zugesichert. Deutschland teile das Leid Japans, sagte Wulff am ersten Tag seines Besuchs in Tokio. Gemeinsam mit Kronprinz Naruhito besuchte der Bundespräsident dort ein deutsch-japanisches Freundschaftsfest. Wulff kündigte an, er werde am Dienstag in das Katastrophengebiet reisen, um den Menschen dort Respekt zu bezeugen. Offizieller Anlass des sechstägigen Besuchs des Bundespräsidenten ist der 150. Jahrestag der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Berlin und Tokio.

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Die Linkspartei hat mit großer Mehrheit ihr erstes Grundsatzprogramm seit dem Zusammenschluss aus PDS und WASG vor vier Jahren beschlossen. Über 96 Prozent der Delegierten in Erfurt stimmten für das leicht veränderte Konzept des Parteivorstandes. Angestrebt ist der Umbau einer als neoliberal und sozial ungerecht bewerteten Gesellschaft. Großbetriebe und Banken sollen dafür verstaatlicht oder in das Eigentum der Belegschaften überführt werden. Für verbesserte Sozialleistungen werden Vermögende und Betriebe stärker zur Kasse gebeten. Eine Beteiligung an Regierungen, die Kriege führt und Kampfeinsätze der Bundeswehr im Ausland zulässt, schließt das Programm aus.

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In Libyen ist der Leichnam des früheren Machthabers Muammar al Gaddafi entgegen früheren Ankündigungen der neuen Führung doch obduziert worden. Dies teilte ein Sprecher des Militärrates der Stadt Misrata mit, in der der Leichnam ausgestellt worden war. Ein libyscher Gerichtsmediziner teilte mit, die Obduktion habe bestätigt, dass Gaddafi durch einen Kopfschuss getötet worden sei. Gaddafi war am Donnerstag in seiner Heimatstadt Sirte von Kämpfern der Übergangsregierung gefangengenommen worden und danach unter bislang ungeklärten Umständen zu Tode gekommen.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Sonnig und trocken. Nur in Niederungen vor allem am Bodensee und entlang der Donau hält sich zäher Nebel. Die Höchsttemperaturen liegen zwischen acht und 15 Grad.

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