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Nachrichten

23.09.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Sonntag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Der pakistanische Eisenbahnminister Ghulam Ahmad Bilour hat 100.000 Dollar Kopfgeld auf den Produzenten des in den USA produzierten Mohammed-Schmähvideos ausgesetzt. Nach Medienberichten des Landes will Bilour demjenigen das Geld geben, der den Video-Macher umbringt. Es gebe keinen anderen Weg, "Gotteslästerern" Furcht einzuflößen, wird der Minister zitiert. Zugleich rief er die Taliban und die Terror-Organisation Al-Kaida auf, ihn zu unterstützen. Pakistans Regierung distanzierte sich von den Äußerungen. Bilour habe nur seine persönliche Meinung geäußert, erklärte ein Sprecher. Produzent des Videos soll ein in den USA lebender koptischer Christ sein. Bundesaußenminister Guido Westerwelle sprach sich unterdessen gegen die Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen in europäischen Satirezeitschriften aus. Meinungsfreiheit umfasse nicht das Recht, Andersgläubige zu beleidigen und damit absichtsvoll den öffentlichen Frieden zu stören, sagte der FDP-Politiker der "Welt am Sonntag".

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Nach der jüngsten Gewalt in Libyen haben die Behörden die Auflösung aller "illegitimen" Milizen beschlossen. Alle Brigaden und bewaffneten Gruppen, die sich außerhalb der staatlichen Autorität befänden, würden aufgelöst, erklärte Parlamentspräsident Mohammed al-Megarjef in Bengasi. Zudem werde ein "Operationszentrum" in der ostlibyschen Stadt eingerichtet, das die Armee, die Sicherheitskräfte des Innenministeriums und die Brigaden von früheren Rebellen zusammenfassen solle. Zuvor hatten hunderte Bürger mehrere bewaffnete Milizen von ihren Stützpunkten in der Stadt verjagt und auch die Gruppe vertrieben, die für den Tod des US-Botschafters vor anderthalb Wochen verantwortlich gemacht wird. Dabei kamen mindestens elf Menschen ums Leben, etwa 70 wurden verletzt.

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Das türkische Militär hat Medienberichten zufolge gepanzerte Fahrzeuge und schwere Waffen an die Grenze zu Syrien verlegt. Erst vor wenigen Tagen hatten die syrischen Rebellen den Grenzübergang Tal Abjad zur Türkei unter ihre Kontrolle gebracht. Beim Versuch der Rückeroberung durch die syrischen Regierungstruppen waren heftige Kämpfe entbrannt. Die Türkei, die bereits mehrmals Truppen an der 911 Kilometer langen Grenze zu Syrien stationiert hat, ist unmittelbar von dem Bürgerkrieg im Nachbarland betroffen. Die Türkei hat nicht nur 80.000 Flüchtlinge aufgenommen, sondern dient zugleich als Rückzugsort für einen Teil des bewaffneten Widerstands gegen Syriens Präsidenten Baschar al-Assad. Die Freie Syrische Armee hatte nach eigenen Angaben noch bis vor wenigen Tagen ihre Kommandozentrale in der Türkei.

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In der autoritär regierten Ex-Sowjetrepublik Weißrussland hat die Parlamentswahl begonnen. Etwa sieben Millionen Menschen sind aufgerufen, die 110 Mandate im Abgeordnetenhaus in Minsk neu zu vergeben. Im Vorfeld der Abstimmung klagten Gegner von Staatschef Alexander Lukaschenko über Manipulationen und Einschüchterungen. Es wurde zum Boykott der Wahlen aufgerufen. Die Opposition sieht den Urnengang als Farce, da sich die Rolle der Volksvertretung weitgehend darauf beschränke, Entscheidungen Lukaschenkos durchzuwinken. Westliche Wahlbeobachter haben seit 1995 keine Wahl in Weißrussland mehr als frei und fair eingestuft. Menschenrechtsgruppen werfen der Regierung vor, in den vergangenen Wochen vermehrt Oppositionelle verhaftet zu haben.

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In CSU und FDP zeichnet sich eine breite Ablehnung der Frauenquote für Spitzengremien deutscher Großunternehmen ab. Eine gesetzlich fixierte Zwangsquote werde es mit der CSU-Landesgruppe im Bundestag nicht geben, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der Partei, Stefan Müller, der Zeitung "Die Welt". Er plädierte stattdessen dafür, dass sich Unternehmen selbst eine individuelle Frauenquote geben. Auch der Parlamentarische Geschäftsführer der FDP, Jörg van Essen, sagte, er gehe für seine Fraktion von einer großen Mehrheit gegen den entsprechenden Bundesratsentwurf aus. Derlei Vorgaben behinderten Unternehmen in ihrer Freiheit und seien aus Sicht vieler Frauen der falsche Weg. Der Bundesrat hatte am Freitag beschlossen, dass die Spitzengremien von großen Firmen bis spätestens 2023 zu 40 Prozent mit Frauen besetzt werden sollen.

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In einem der größten Trachtenumzüge der Welt ziehen am heutigen Sonntag rund 9.000 Trachtler, Schützen, Fahnenschwinger und Musikanten durch München zum Oktoberfest. Sie kommen alljährlich aus vielen Teilen Deutschlands, aber auch aus Italien, Österreich und der Schweiz. Mehr als 40 geschmückte Festwagen und Kutschen fahren mit. In Ehrenkutschen sind auch Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) und ihre Ehefrauen dabei. Ude hatte am Samstag mit dem traditionellen Anzapfen des ersten Fasses das 179. Oktoberfest eröffnet. Rund sechs Millionen Besucher aus aller Welt werden bis zum 7. Oktober auf der "Wiesn" erwartet.

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