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Nachrichten

23.08.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Die libyschen Widerstandskämpfer haben nach dem Einmarsch in die Hauptstadt Tripolis das Ende der vier Jahrzehnte währenden Herrschaft von Machthaber Muammar al-Gaddafi ausgerufen. Die Ära Gaddafi sei beendet, erklärte der Chef des Nationalen Übergangsrats der Rebellen, Mustafa Abdul Dschalil. Der Rat bereite sich nun darauf vor, von der zweitgrößten libyschen Stadt Bengasi nach Tripolis umzuziehen. Die Hauptstadt sei fast vollständig unter Kontrolle der Rebellen, sagte Dschalil weiter. Über den Verbleib von Machthaber Gaddafi gibt es noch keine gesicherten Informationen. Der Übergangsrat erklärte, er wolle den 69-Jährigen lebend fassen und ihn vor Gericht stellen. Gaddafis Sohn, Saif al-Islam, tauchte inzwischen überraschend in Tripolis auf. Die Rebellen hatten seine Gefangennahme gemeldet. Er bestritt, dass die Aufständischen den größten Teil der Hauptstadt unter ihre Kontrolle gebracht hätten. In Tripolis wird derweil weiter gekämpft. Gefechte soll es unter anderem in der Nähe der Residenz Gaddafis geben.

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Der Umsturz in Libyen ist international mit Erleichterung aufgenommen worden. Die Staats- und Regierungschefs vieler Länder äußerten sich zuversichtlich, dass nun der Weg für einen demokratischen Wandel in dem nordafrikanischen Land frei sei. US-Präsident Barack Obama erklärte, die Zukunft Libyens liege nun in der Hand des Volkes. Nach den monatelangen Kämpfen sei es an der Zeit, ein demokratisches Libyen aufzubauen. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sicherte dem Land die Unterstützung der Vereinten Nationen zu. Es sei wichtig, dass der Konflikt ohne weitere Verluste von Menschenleben beendet werde. Die Außenbeauftragte der Europäischen Union, Catherine Ashton, sagte, Libyen stehe vor dem Beginn einer neuen Ära. Sie mahnte den Übergangsrat, beim Wiederaufbau des Landes die Menschenrechte zu achten. Bundesaußenminister Guido Westerwelle forderte, Machthaber Gaddafi müsse vor Gericht gestellt werden. Zugleich sagte er Libyen deutsche Unterstützung beim Wiederaufbau zu.

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In Syrien setzt Präsident Baschar al-Assad seinen harten Kurs gegen die Protestbewegung fort. Auch zu Wochenbeginn hätten Sicherheitskräfte in den Protesthochburgen Homs und Hama wieder mindestens acht Menschen getötet, berichten syrische Menschenrechtsaktivisten. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon kritisierte Assad für das brutale Vorgehen gegen die Demonstranten. Es sei beunruhigend, dass der Präsident nicht Wort gehalten habe. Der Machthaber hatte zuletzt Reformen sowie ein Ende der Militäroperationen angekündigt. - In Genf setzt der UN-Menschenrechtsrat an diesem Dienstag seine Beratungen über eine Resolution zur Lage in Syrien fort. Die Europäische Union hatte die Sondersitzung beantragt. Die arabischen Ratsmitglieder Jordanien, Kuwait, Katar und Saudi-Arabien unterstützen die EU-Initiative. Insgesamt kamen einer Dokumentation der Vereinten Nationen zufolge seit Mitte März mehr als 2200 Zivilisten bei den Gewalttaten in den syrischen Städten ums Leben.

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Im Verfahren gegen den ehemaligen Chef des Internationalen Währungsfonds, Dominique Strauss-Kahn, hat die New Yorker Staatsanwaltschaft überraschend ihre Anklage zurückgezogen. Sie beantragte beim zuständigen Richter, das Verfahren gegen den 62-Jährigen einzustellen. In dem Antrag heißt es, es bestünden begründete Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Hauptbelastungszeugin, einer 32-jährigen Hotelangestellten. Sie hatte Strauss-Kahn unter anderem versuchte Vergewaltigung vorgeworfen. Der Franzose wird an diesem Dienstag noch einmal zu einer Anhörung vor Gericht erwartet. Beobachter rechnen damit, dass der Richter dann dem Antrag der Staatsanwaltschaft nachkommt und das Verfahren einstellt. Dominique Strauss-Kahn war wegen der Vergewaltigungsvorwürfe als Chef des Internationalen Währungsfonds zurückgetreten. Er selbst hatte stets seine Unschuld beteuert.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel besucht erstmals Serbien. Es wird erwartet, dass die Kanzlerin bei dem für diesen Dienstag in Belgrad geplanten Gespräch mit Präsident Boris Tadic auf Fortschritte bei der Lösung des Grenzkonflikts zwischen Serbien und dem Kosovo dringen wird. Die Auseinandersetzung war vor vier Wochen blutig eskaliert und erst am Wochenende erneut kurzfristig aufgeflammt. Die Bundesregierung fordert die Wiederaufnahme des Dialogs zwischen Serbien und dem Kosovo, dessen Unabhängigkeit von Belgrad nicht anerkannt wird. Der von Serbien angestrebte Beitritt zur EU ist aus deutscher Sicht ohne eine Lösung im Kosovo-Konflikt ausgeschlossen. - Am Montag hatte Merkel Kroatien besucht und die Regierung in Zagreb aufgefordert, bei Konflikten auf dem westlichen Balkan eine Vermittlerrolle einzunehmen. Außerdem sprach sie sich für den Ausbau der wirtschaftlichen Beziehungen zu Kroatien aus.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Meist heiter und trocken, nur im Nordwesten wechselnd bewölkt, gelegentlich Regen oder Gewitter. Höchstwerte 19 bis 34 Grad, vor allem in Süddeutschland schwülheiß. Auch hier sind örtlich starke Gewitter möglich.

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