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Nachrichten

23.07.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Nach dem Doppelanschlag vom Freitag macht die Justiz in Norwegen den festgenommenen 32-jährigen Mann verantwortlich für den Tod von mindestens 91 Menschen. Der Norweger wurde vorläufig der Durchführung von Terrorakten beschuldigt. Die Behörden in Oslo sprachen von einem christlich-fundamentalistischen Hintergrund und einer antiislamischen Gesinnung des Täters. Über Kontakte zur rechtsextremistischen Szene oder mögliche Komplizen gibt es widersprüchliche Angaben. Nach Presseberichten soll der Mann vor einigen Monaten sechs Tonnen Kunstdünger bestellt haben, der zum Bau von Bomben geeignet ist. Bei der riesigen Explosion im Regierungsviertel waren sieben Menschen getötet worden. Anschließend hatte der als Polizist verkleidete Angreifer in einem Jugendlager der regierenden Sozialdemokraten ein Blutbad angerichtet und mindestens 84 Menschen erschossen. Er war erst fast ein Stunde später von einem Sonderkommando festgenommen worden. Die Polizei prüft derzeit Berichte über einen möglichen zweiten Schützen. Ministerpräsident Jens Stoltenberg sprach von einer "nationalen Tragödie" und der schlimmsten Katastrophe seit dem 2. Weltkrieg.

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Erschüttert und empört hat die internationale Staatengemeinschaft auf den Doppelanschlag in Norwegen reagiert. Die USA, Russland, Großbritannien und Israel drückten ihr Mitgefühl mit den Opfern aus und boten Hilfe an. Der britische Premier David Cameron verwies auf die enge Zusammenarbeit der Geheimdienste beider Länder. Bundeskanzlerin Angela Merkel nannte die Anschläge menschenverachtend und betonte, Deutschland stehe solidarisch an der Seite Norwegens. Das Auswärtige Amt in Berlin rief alle Deutschen in Oslo zur Vorsicht auf. Die Innenstadt sollte gemieden und Anweisungen der Sicherheitskräfte Folge geleistet werden.

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In den Verhandlungen zur Lösung der Schuldenkrise in den USA ist der Streit zwischen Demokraten und oppositionellen Republikanern um eine Anhebung der Schuldenobergrenze eskaliert. Elf Tage vor Ablauf der Frist brach der republikanische Mehrheitsführer des Repräsentantenhauses, John Boehner, die Gespräche mit Präsident Barack Obama wutentbrannt ab. Boehner sagte in Washington, er wolle nun versuchen, mit dem von den Demokraten dominierten Senat zu einer Einigung zu kommen. Obama fragte vor der Presse, ob die Republikaner überhaupt zu irgendeinem Vorschlag "Ja" sagen würden. Hauptstreitpunkte im Zusammenhang mit der Genehmigung weiterer Schulden sind die Forderungen nach Steuererhöhungen für Reiche und nach Kürzungen bei Sozialprogrammen. Falls man sich nicht bis zum 2. August auf eine Anhebung des Schuldenlimits von derzeit 14,3 Billionen Dollar einigen sollte, droht der weltweit größten Volkswirtschaft die Zahlungsunfähigkeit.

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Kampfflugzeuge der NATO haben Samstagfrüh Ziele in der libyschen Hauptstadt Tripolis bombardiert. Laut Augenzeugen lösten die Angriffe mindestens sechs Explosionen aus. Das Staatsfernsehen sprach von Opfern unter der Bevölkerung, nannte aber keine Einzelheiten. Militärisch gesehen herrscht seit Wochen eine Patt-Situation zwischen den von der NATO unterstützten Aufständischen und den Truppen von Machthaber Muammar al Gaddafi.

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Zwei Sonderberater von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon haben sich sehr besorgt gezeigt über die anhaltenden Menschenrechtsverletzungen in Syrien. Ihnen lägen Berichte vor, nach denen Polizei und Armee in Syrien nach wie vor Zivilisten töteten und Menschen willkürlich festnähmen, erklärten die UN-Vertreter Francis Deng und Edward Luck in New York. Sie appellierten an die syrische Führung, humanitären Organisationen Zugang zu den Unruhegebieten zu gewähren und Beauftragte des UN-Menschenrechtsrats ins Land zu lassen. - Nach dem Freitagsgebet waren in Syrien wieder hunderttausende Gegner von Staatschef Baschar al Assad auf die Straße gegangen. In mehreren Städten gab es große Kundgebungen, allein in Deir Essor und Hama kamen laut Menschenrechtsaktivisten mehr als eine Million Menschen zusammen. Mindestens acht Zivilisten seien getötet worden.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Von der Lausitz über Sachsen bis nach Franken neben Wolken auch sonnige Abschnitte. Sonst Wechsel aus Wolken, Schauern und kurzen Aufheiterungen. In Nordseenähe auch länger anhaltender Regen. Es bleibt für die Jahreszeit zu kühl mit Tageswerten zwischen 14 und 20 Grad. Die weiteren Aussichten: Am Sonntag und auch zu Wochenbeginn im Westen viele Schauer, nach Osten hin etwas freundlicher. Tageshöchstwerte nur zwischen 12 und 20 Grad.

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