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Nachrichten

23.05.2013 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Im Osten der britischen Hauptstadt haben zwei Angreifer mit Macheten oder Schlachtermessern nahe einer Kaserne einen jungen Mann ermordet, vermutlich einen Soldaten. Die Attentäter wurden von der Polizei angeschossen und schwer verletzt. Premierminister David Cameron und der Londoner Bürgermeister Boris Johnson gingen von einem Terrorakt aus, Regierungskreise vermuteten radikale Islamisten als Täter. Der britische Fernsehsender ITV strahlte ein Amateur-Video von einem dunkelhäutigen Mann aus, der in seinen blutverschmierten Händen ein Beil und ein Messer hielt. "Auge um Auge, Zahn um Zahn", schwor der Angreifer Rache und drohte: "Leute, ihr werdet niemals sicher sein". Zuletzt hatten im Juli 2005 vier Selbstmordattentäter in U-Bahnen und Bussen Anschläge verübt. Sie rissen 52 Menschen mit in den Tod und verletzten Hunderte weiterer Personen.

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Die Europäische Union will bis zum Jahresende das Bankgeheimnis praktisch abschaffen. Für den Beschluss über die Weitergabe von Steuerdaten von Bürgern innerhalb der EU "haben wir heute eine Frist bis Jahresende gesetzt", sagte Ratspräsident Herman Van Rompuy in Brüssel nach dem EU-Gipfel. Luxemburg stellt jedoch Bedingungen, die den Zeitplan verzögern können. Auch Österreich sperrt sich noch. Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach von einem "Durchbruch" im Kampf gegen Steuerhinterziehung und auch Steuervermeidung durch Konzerne. Alle EU-Staaten seien jetzt bereit, einem vollen Austausch der Informationen für alle Arten von Einkommen zuzustimmen. Die Staats- und Regierungschefs haben sich laut Merkel auch auf ein konkretes Ziel bei der besseren Verflechtung der nationalen Energienetze verständigt. In den nächsten zehn Jahren solle eine Verbindung von mehr als zehn Prozent der jeweils erzeugten Energiemenge zwischen allen Mitgliedstaaten erreicht werden.

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Noch immer wird in 112 Staaten gefoltert, weltweit sind so viele Menschen auf der Flucht wie schon lange nicht mehr. Zu diesem Ergebnis kommt der neueste Jahresbericht von Amnesty International (ai). In etwa 100 Ländern wurde das Recht auf freie Meinungsäußerung unterdrückt. Massive Kritik übt der Bericht vor allem auch an "bürokratischen Schikanen" gegen Nichtregierungsorganisationen in relativ jungen Demokratien wie etwa Russland und Ägypten. "2012 haben viele Regierungen versucht, ihren Bürgern die in den vergangenen Jahren gewonnenen Freiheiten wieder zu nehmen", beklagte die Generalsekretärin von Amnesty Deutschland, Selmin Caliskan, in Berlin. Mit den Razzien in Russland, von denen auch deutsche Stiftungen betroffen waren, solle die dortige Bevölkerung von einem zivilgesellschaftlichen Engagement abgehalten werden. Vergleichsweise gute Noten gibt es für die Bundesrepublik. Auf deutliche Kritik stößt bei Amnesty jedoch die deutsche Abschiebepraxis.

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In Deutschland wird der 200. Geburtstag des Komponisten Richard Wagner gefeiert. Vor einem Sonderkonzert der Bayreuther Festspiele würdigte Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer den Musiker als "Genie von Weltrang". Im Wagner-Jahr 2013 seien die Menschen überall im Wagner-Fieber - das Jubiläum begeistere Musikliebhaber weltweit. Zuvor hatte die Stadt Leipzig den Geburtstag ihres berühmten Sohnes begangen. Richard Wagner (1813-1883) gilt als Erneuerer des Musiktheaters im 19. Jahrhundert. Zugleich äußerte er sich wiederholt antisemitisch. Zudem schätzten auch viele Nationalsozialisten - allen voran Adolf Hitler - seine Werke. Hitler war ein enger Freund der Familie Wagner.

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Mit einem großen Festakt in Leipzig feiert die SPD an diesem Donnerstag das 150-jährige Bestehen der deutschen Sozialdemokratie. Dazu werden rund 1600 Gäste aus 80 Ländern erwartet. Auch Bundespräsident Joachim Gauck und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) haben zugesagt. Zehn Staats- und Regierungschefs aus Europa kommen zu dem Festakt im Gewandhaus, Frankreichs sozialistischer Präsident Francois Hollande wird die Festrede halten. Als offizielle Geburtsstunde der deutschen Sozialdemokratie gilt die Gründung des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins (ADAV) durch Ferdinand Lassalle am 23. Mai 1863 in Leipzig.

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