1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

23.05.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Mittwoch – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

***

Fünfzehn Monate nach dem Sturz des autokratischen Staatschefs Husni Mubarak hat in Ägypten die erste freie Präsidentenwahl begonnen. Um die Stimmen der rund 50 Millionen Wahlberechtigten bewerben sich zwölf Kandidaten. Zu den aussichtsreichsten Bewerbern zählen Ex-Außenminister Amr Mussa, Mubaraks letzter Ministerpräsident Ahmed Schafik, der von den radikal-islamischen Salafisten unterstützte Abdel Moneim Abol Fotuh sowie der Muslim-Bruder Mohamed Nursi, dessen Partei aus der Parlamentswahl als stärkste Kraft hervorgegangen war. Es wird damit gerechnet, dass keiner der Kandidaten bei der zweitägigen Abstimmung die erforderlichen 50 Prozent erhalten wird. Die endgültige Entscheidung wird dann Mitte Juni in einer Stichwahl unter den beiden Erstplatzierten fallen. Der neue Präsident soll am 1. Juli sein Amt antreten und damit sechs Jahrzehnte der Dominanz des ägyptischen Militärs beenden.

***

Iranische Ingenieure haben einen Forschungsreaktor in Teheran mit einem im Land hergestellten Brennelement bestückt, das auf 20 Prozent angereichertes Uran enthält. Wie die iranische Atomenergiebehörde meldet, wurde das Brennelement in den Reaktorkern eingeführt. Der Westen befürchtet, der Iran arbeite am Bau einer Atombombe. Teheran bestreitet das. Mit der Herstellung eigener Brennstäbe ist das Land den Voraussetzungen zum Bau einer Atombombe aber ein Stück näher gekommen. An diesem Mittwoch beginnt in Bagdad eine neue Verhandlungsrunde der fünf UN-Vetomächte und Deutschlands über das iranische Atomprogramm. Die Fähigkeit des Iran, in den Atomanlagen von Fordo und Natans Uran auf 20 Prozent anzureichern, bereitet dem Westen Sorgen. Er befürchtet, dass die Anlagen genutzt werden könnten, um Uran auf 90 Prozent anzureichern. Dies würde für den Bau einer Atombombe reichen.

****

Ungeachtet der Proteste Pakistans haben die USA erneut einen Drohnenangriff in den Stammesgebieten im Nordwesten des Landes geflogen. Dabei wurden nach pakistanischen Geheimdienstangaben vier mutmaßliche Extremisten getötet. Zu der Attacke sei es in der Stadt Datta Khel in Nord-Waziristan gekommen. Die Region nahe der afghanischen Grenze gilt als Rückzugsgebiet von Taliban und Al-Kaida-Angehörigen. Die pakistanische Regierung fordert seit langem ein Ende der Angriffe mit den unbemannten Flugzeugen, was die USA ignorieren. Washington verlangt seinerseits von Pakistan die Wiedereröffnung der Nachschubrouten für die NATO-Truppen in Afghanistan. Islamabad hatte die Routen nach einem US-Angriff gesperrt, bei dem im vergangenen November 24 pakistanische Soldaten getötet worden waren.

***

Im Norden Syriens sind mindestens zwölf schiitische Pilger aus dem Libanon von syrischen Rebellen entführt worden. Nach Angaben der amtlichen libanesischen Nachrichtenagentur ANI war die Gruppe auf dem Rückweg von einer Pilgerreise in den Iran. Die Schiiten wurden demnach in der Provinz Aleppo verschleppt. In einem schiitisch geprägten Vorort der libanesischen Hauptstadt Beirut kamen tausende Menschen, darunter auch Angehörige der Entführten, zu Protesten zusammen. Sie errichteten Straßensperren und zündeten Reifen und Abfälle an. Der blutige Konflikt in Syrien hatte zuletzt vermehrt auf das Nachbarland übergegriffen. Bei Zusammenstößen zwischen Gegnern und Anhängern des syrischen Regimes wurden dabei im Libanon mehrere Menschen getötet.

***

Bei einem landesweiten Streiktag in Spanien haben zehntausende Lehrer, Studenten, Schüler und Eltern gegen rigorose Kürzungen im Bildungswesen demonstriert. In der Hauptstadt Madrid gingen nach Angaben der Veranstalter mehr als 100.000 Menschen auf die Straße. In Barcelona zählte die Polizei rund 25.000 Menschen, die Veranstalter mehr als 150.000. Zu dem Streik hatten die Veranstalter insgesamt 7,5 Millionen Schüler und Studenten sowie 1,5 Millionen Lehrer aufgerufen. Weitere Proteste fanden in Alicante, Pamplona, Sevilla, Valencia und Saragossa statt. Die Regierung des konservativen Ministerpräsidenten Rajoy hatte Ende April angekündigt, die Bildungsausgaben um weitere drei Milliarden Euro kürzen zu wollen und die Studiengebühren zu erhöhen. Die Kürzungen sind Teil eines rigorosen Sparprogramms der Regierung, das in diesem Jahr 27,3 Milliarden Euro umfasst.

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links

Audio und Video zum Thema