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Nachrichten

23.04.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

In Syrien haben Sicherheitskräfte nach Augenzeugenberichten auf Trauerzüge für die Demonstranten geschossen, die am Freitag bei Protestzügen getötet worden waren. In der Nähe von Damaskus wurden demnach mindestens drei Menschen erschossen, in der Stadt Asraa im Süden des Landes drei weitere. Unabhängige Bestätigungen für die Vorfälle gibt es nicht, da das syrische Regime die Arbeit von Journalisten in den Unruhegebieten stark eingeschränkt hat. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldet, bei Angriffen von Bewaffneten auf Polizei- und Armeeposten seien zehn Menschen getötet worden, darunter zwei Polizisten und mehrere Soldaten. Am Freitag waren nach Angaben von Oppositionsgruppen bei landesweiten Protesten gegen das Regime von Präsident Baschar al Assad mehr als 100 Menschen getötet worden. Die Regimegegner sprachen von einem "Karfreitags-Massaker". Es war der blutigste Tag seit Beginn der Demonstrationen vor einem Monat. Die Opposition fordert den Rücktritt Assads und mehr Demokratie.

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Das blutige Vorgehen des syrischen Regimes gegen Demonstranten hat international Empörung ausgelöst. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und US-Präsident Barack Obama verurteilten das brutale Eingreifen der Sicherheitskräfte aufs Schärfste und forderten ein unverzügliches Ende der Gewalt. Die Vereinten Nationen wiederholten ihre Forderung nach einer unabhängigen, transparenten und effizienten Untersuchung der Todesfälle und erinnerten die syrische Führung an ihre Verantwortung für die Einhaltung der Menschenrechte. Auch das Europa-Parlament verurteilte die Gewalt gegen friedliche Demonstranten. Das Blutvergießen müsse sofort aufhören, ebenso wie die wahllosen Festnahmen, Morde und die Folter, forderte EU-Parlamentspräsident Jerzy Buzek.

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Die Truppen des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi wollen sich offenbar aus der seit Wochen umkämpften Stadt Misrata zurückziehen. Die Armee werde den ortsansässigen Stämmen die Lösung des Konflikts mit den Aufständischen überlassen, sagte Vizeaußenminister Chaled Kaim vor Journalisten in Tripolis. Die Stämme hätten die Gaddafi-Truppen zu diesem Schritt aufgefordert. Sie würden den Kampf gegen die Rebellen aufnehmen, wenn diese sich nicht ergäben. Wann der Abzug der Armee beginnen soll, teilte Kaim nicht mit. Ein Sprecher der Aufständischen in Bengasi reagierte mit Spott auf die Ankündigung. Das taktische Manöver zeige nur, dass Gaddafi versuche, sein Gesicht zu wahren und dass unsere Rebellen Misrata befreit haben, sagte Ahmed al-Bani, der Militärsprecher der Rebellen.

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Der einflussreiche US-Senator John McCain hat die internationale Staatengemeinschaft aufgerufen, den Übergangsrat der Aufständischen in Libyen als einzig legitime Vertretung des nordafrikanischen Landes anzuerkennen. Bei einem Besuch in der Rebellenhochburg Bengasi im Osten Libyens forderte der ehemalige Präsidentschaftskandidat der US-Republikaner zudem ein stärkeres Engagement seines Landes bei der Unterstützung der Regimegegner. - Nach Angaben französischer Regierungskreise wird auch Präsident Nicolas Sarkozy demnächst Bengasi besuchen. Die Einzelheiten der Reise stünden aber noch nicht fest, hieß es in Paris. Frankreich hat den Übergangsrat in Bengasi bereits anerkannt.

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Im Streit mit Italien um die Aufnahme tausender Flüchtlinge aus Nordafrika erwägt Frankreich eine vorübergehende Aussetzung des Schengen-Abkommens über ein Europa ohne Grenzkontrollen. Der darin verankerte Umgang mit Flüchtlingen sei mangelhaft, teilte der Elysée-Palast mit. Präsident Nicolas Sarkozy werde darüber am Dienstag auf dem französisch-italienischen Gipfel in Rom mit Regierungschef Silvio Berlusconi sprechen, hieß es in Paris. Italien begann kürzlich damit, rund 25.000 meist aus Tunesien stammenden Flüchtlingen befristete Aufenthaltsgenehmigungen auszustellen, mit denen sie in andere EU-Länder weiterreisen können. Die meisten Tunesier wollen nach Frankreich, wo viele Familienangehörige haben. Die Europäische Union streitet seit Wochen über den Umgang mit der zunehmenden Zahl von Flüchtlingen nach den Umstürzen in Nordafrika.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Wieder meist sonnig. Nach Südwesten und Westen hin am Nachmittag und Abend zeitweise wolkig, örtlich Schauer oder Gewitter. Höchstwerte zwischen 13 Grad an der Küste und 26 Grad entlang des Rheins.

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