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Nachrichten

23.03.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Mittwoch – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

TOKIO: Die hohe radioaktive Strahlung aus dem zerstörten japanischen Atomkraftwerk Fukushima behindert die laufenden Reparaturarbeiten der Betreibergesellschaft Tepco. Die Arbeiten zur Instandsetzung der Reaktortechnik in Block 2 und 3 mussten unterbrochen werden, alle Experten dort wurden abgezogen. Aus Block 3, in dem das hochgefährliche Plutonium lagert, stieg wieder Rauch auf. Heftige Nachbeben erschütterten zudem die unmittelbare Umgebung des Katastrophenmeilers. Nach Angaben der japanischen Atomsicherheitsbehörde entstanden in der Anlage aber keine weiteren Schäden. Das Gesundheitsministerium weitete das Verkaufsverbot für landwirtschaftliche Produkte aus der Region aus. Erhöhte Radioaktivität wurde auch wieder im Leitungswasser der Hauptstadt Tokio gemessen. Kinder sollen das Wasser nicht mehr trinken. Zwölf Tage nach dem Erdbeben der Stärke 9 und dem Tsunami bestätigte die Polizei jetzt mehr als 9.400 Todesopfer.

BERLIN: Die Bundesregierung hat eine Ausweitung des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr beschlossen. Bis zu 300 Soldaten sollen für AWACS-Aufklärungsflüge am Hindukusch zur Verfügung gestellt werden, entschied das Kabinett in Berlin. Damit sollen die am Militäreinsatz in Libyen beteiligten Länder entlastet werden. Die Mandatsobergrenze des Afghanistan-Einsatzes von 5.000 Bundeswehrsoldaten zuzüglich der Reserve von 350 Soldaten soll aber nicht überschritten werden. Noch an diesem Mittwoch will der Bundestag erstmals über den Mandatstext beraten, die Abstimmung ist für Freitag geplant. Nachdem die NATO entschieden hatte, das UN-Waffenembargo gegen Libyen auf dem Seeweg zu überwachen, hatte die Bundesregierung beschlossen, die im Rahmen der Anti-Terror-Operation "Active Endeavour" im Mittelmeer agierenden Bundeswehreinheiten aus der Region zurückzuziehen.

PARIS: Frankreich hat sich mit den USA und Großbritannien nun doch darauf verständigt, dass die NATO beim Militäreinsatz in Libyen eine Schlüsselrolle spielen soll. Vorausgegangen waren intensive Kontakte der Präsidenten Sarkozy und Obama und des britischen Premierministers Cameron. Man habe sich "auf die Modalitäten zur Nutzung der Strukturen des NATO-Kommandos geeinigt, um die Koalition zu unterstützen", teilte die Regierung in Paris mit. Details blieben zunächst unklar. In Washington hieß es, man rechne mit einem Kommandowechsel innerhalb weniger Tage.

TRIPOLIS: Die westliche Militärallianz hat ihre Luftangriffe auf Truppen des libyschen Machthabers Gaddafi fortgesetzt. Augenzeugen berichten von Detonationen und Luftabwehrfeuer in der Hauptstadt Tripolis. Zuvor hatten Gaddafi-treue Einheiten Stellungen der Aufständischen in den Städten Misrata und Sintan unvermindert heftig mit Panzern und Artillerie beschossen.

BERLIN: Der Bundestag befasst sich an diesem Mittwoch in einer Aktuellen Stunde mit der anstehenden Überprüfung der 17 deutschen Atomkraftwerke. Dabei geht es um die Anforderungen des Umweltministeriums für die Untersuchungen. Die Opposition drängt auf strenge Maßstäbe. Angesichts möglicher Milliardenkosten für Nachrüstungen könnte das aber viele AKW unrentabel machen. Bundeskanzlerin Merkel hat bislang keine Vorschläge dazu gemacht, wie sie sich die Prüfung der Atommeiler oder einen beschleunigten Ausbau alternativer Energieformen vorstellt. Im Rahmen eines dreimonatigen Moratoriums produzieren derzeit nur neun deutsche Kernkraftwerke Strom, die anderen sind abgeschaltet. Bis Juni muss die Regierung entscheiden, ob und wenn ja welche AKW dauerhaft abgeschaltet werden müssen.

GAZA-STADT: Die Auseinandersetzungen zwischen militanten Palästinensern im Gazastreifen und Israel verschärfen sich. Extremisten feuerten zwei Raketen auf die 40 Kilometer entfernte israelische Stadt Beerscheva ab, wo ein Anwohner verletzt wurde. Eine weitere Rakete schlug am Rande der Küstenstadt Aschdod ein. Am Dienstag waren bei israelischen Militäreinsätzen drei palästinensische Jugendliche und ein Erwachsener sowie vier militante Palästinenser im Gazastreifen getötet worden.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Wieder viel Sonne. Höchstwerte zwischen sechs Grad an den Küsten und bis zu 17 Grad an Rhein und Mosel.

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