1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

22.12.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Bei einer Serie von Bombenexplosionen in Bagdad sind nach offiziellen Angaben mindestens 40 Menschen getötet und bis zu 150 verletzt worden. Sprengsätze gingen in rund zehn Vierteln der irakischen Hauptstadt hoch. Die Anschläge sind die folgenschwersten seit der Verschärfung des Machtkampfes zwischen Schiiten und Sunniten im Irak unmittelbar nach Abzug der letzten US-Soldaten. Vor allem der Streit zwischen dem schiitischen Regierungschef Nuri al-Maliki und dem sunnitischen Vizepräsidenten Tarik al Haschimi ließ die Furcht vor einem Wiederaufflammen der religiös motivierten Gewalt wachsen. Die irakische Justiz hatte - vermutlich auf Betreiben Malikis - Haftbefehl gegen Haschimi erlassen, weil er in Terroranschläge verwickelt sein soll. Er floh daraufhin in die halbautonome Kurdenregion. Haschimi gilt als scharfer Kritiker und Rivale Malikis. Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton äußerte sich besorgt über den Konflikt und rief die Kontrahenten zu einem Dialog auf.

***

Die Vorbereitungen für eine Beobachtermission in Syrien gehen in die entscheidende Phase. Ein 14-köpfiges Team der Arabischen Liga soll an diesem Donnerstag in der Hauptstadt Damaskus eintreffen, um den Weg für den Einsatz in dem Land zu ebnen. Dagegen hatte sich das Regime von Präsident Baschar al-Assad lange Zeit gesträubt. Die Beobachter sollen in zwei Wochen damit beginnen, in den Protesthochburgen den Abzug des Militärs und die Freilassung der politischen Gefangenen zu überwachen. Die syrische Opposition befürchtet allerdings, dass Assad versuchen wird, die Experten hinters Licht zu führen. Angeblich wurden bereits Militäreinheiten in die Kasernen der Polizei verlegt, um den Eindruck zu erwecken, die Operationen der Armee seien beendet.

***

Bundespräsident Christian Wulff bleibt wegen seines Privatkredits und seiner engen Kontakte zu Unternehmern in der Kritik. Nach Bekanntwerden neuer Vorwürfe geriet er weiter in Bedrängnis. Während Politiker der Koalition von CDU/CSU und Liberalen Wulff demonstrativ Rückendeckung gaben, warfen SPD und Grüne dem Staatsoberhaupt vor, immer nur scheibchenweise zur Aufklärung beizutragen. SPD-Chef Sigmar Gabriel sagte der "Passauer Neuen Presse", er erwarte, dass Wulff alle offenen Fragen persönlich beantworte und nicht nur über seine Anwälte. Zu befürchten sei weiterer Vertrauensverlust beim Bürger. Niemand könne wünschen, dass "innerhalb von zwei Jahren der zweite Bundespräsident" zurücktrete. In seiner Weihnachtsansprache wird Wulff mit keinem Wort auf die Vorwürfe eingehen. Vielmehr wird er zu den Themen Zusammenhalt und Gemeinsamkeit in der Gesellschaft sowie zu Europa reden. Das berichteten Gäste, die bei der Aufzeichnung anwesend waren. Auch spreche sich Wulff gegen Rassismus aus und plädiere für Weltoffenheit.

***

Die US-Ratingagentur Standard & Poor's hat die Kreditwürdigkeit Ungarns herabgestuft. Die Bewertung der lang- und kurzfristigen Bonität wurde um eine Stufe auf BB+ und damit auf Ramschniveau heruntergesetzt. Als Grund nannte S&P eine unsichere politische Entwicklung in dem finanziell angeschlagenen Land. Zudem hätten sich die wirtschaftlichen Bedingungen nicht nur global, sondern auch in Ungarn selbst verschlechtert. Konkret nannte die Ratingagentur Änderungen bei der Zentralbank, die deren Unabhängigkeit beeinträchtigen könnten. Wegen ähnlicher Bedenken hatten die EU und der Internationale Währungsfonds in der vergangenen Woche Vorgespräche mit der Budapester Regierung über ein Rettungspaket abgebrochen.

***

In Belgien hat ein Generalstreik gegen die Sparpolitik der Regierung vor allem den Zugverkehr lahmgelegt. Auch Verbindungen von und nach Deutschland sind betroffen. Der Flughafen Brüssel soll von den Arbeitsniederlegungen hingegen weitgehend unberührt bleiben. Gestreikt wird zum Beispiel auch bei Müllabfuhr und Post. Der eintägige Arbeitskampf richtet sich vor allem gegen die Pläne des neuen Kabinetts unter Ministerpräsident Elio Di Rupo, das Renteneintrittsalter von 60 auf 62 Jahre anzuheben. Die Rentenreform gehört zum Programm zur Senkung der Staatsverschuldung.

***

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Verbreitet bedeckt und regnerisch, nur im Südosten anfangs noch Schnee, Richtung Oder und Neiße bis zum Abend weitgehend trocken. Höchstwerte null bis zehn Grad. Die weiteren Aussichten: Am Freitag bewölkt, gebietsweise etwas Regen, im Süden oft trocken. Höchstwerte sechs bis zehn Grad.

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links

Audio und Video zum Thema