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Nachrichten

22.11.2013 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Zwischen den USA und Afghanistan gibt es neue Verstimmungen wegen des geplanten Sicherheitsabkommens für die Zeit nach 2014. Der afghanische Präsident Hamid Karsai hatte bei der Großen Stammesratsversammlung in Kabul unerwartet angekündigt, das ausgehandelte Abkommen solle erst nach der Präsidentenwahl im April kommenden Jahres unterzeichnet werden. Damit würde den NATO-Verbündeten noch weniger Zeit gegeben für ihre Planungen für eine mögliche Ausbildungsmission nach dem Truppenabzug vom Hindukusch. Zudem könnte das ohnehin angespannte Verhältnis zu den USA durch den Wahlkampf noch stärker belastet werden. James Dobbins, der US-Sondergesandte für Afghanistan und Pakistan, zeigte sich enttäuscht über die Verzögerungen, die alles nur "noch schwieriger" machten. Die USA würden versuchen, Karsai zum Einlenken zu bewegen, kündigte Dobbins an. Auch ein Sprecher des Weißen Hauses rief die Verantwortlichen in Afghanistan auf, das ausgehandelte Sicherheitsabkommen so schnell wie möglich zu billigen und in Kraft zu setzen.

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Der venezolanische Präsident Nicolás Maduro hat seine neuen Sondervollmachten genutzt und zwei Dekrete zur Wirtschaftspolitik erlassen. Er unterzeichnete ein Gesetz, das unter anderem die Preise bestimmter Warengruppen senkt und Unternehmensgewinne auf 15 bis 30 Prozent beschränkt. Ziel sei, die wirtschaftlichen und sozialen Rechte der arbeitenden Bevölkerung zu schützen, sagte der Staatschef. Ein zweites Gesetz soll verhindern, dass Händler bei importierten Waren im Inland überhöhte Preisaufschläge verlangen. Am Dienstag hatte die Nationalversammlung das Ermächtigungsgesetz, das sogenannte Ley Habilitante, gebilligt. Maduro kann nun ein Jahr mit Dekreten und ohne Beteiligung des Parlamentes regieren. Die Opposition hatte kritisiert, das Gesetz demontiere die Demokratie, die Verfassung und den Rechtsstaat. Maduros Vorgänger Hugo Chávez ließ sich in seiner 14-jährigen Amtszeit vier mal Sondervollmachten einräumen.

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Eine Woche nach dem Blutbad an friedlichen Demonstranten in Tripolis haben weitere Milizen die libysche Hauptstadt verlassen. So übergaben die Al-Kaaka-Brigade sowie die Sawaek-Brigade - beide aus Sintan - bei einer Zeremonie mit Regierungsbeteiligung ihre Stützpunkte und rückten samt Panzern und Waffen ab. Eine islamistische Miliz, die ein Gefängnis auf dem Mitiga-Luftwaffenstützpunkt betrieb, kündigte ebenfalls ihren Abmarsch an. Die Misrata-Brigade, die im Zentrum der Zusammenstöße mit mehr als 45 Toten stand, hatte mit dem Rückzug aus Tripolis bereits am Montag begonnen. Der Stadtrat von Tripolis und mehrere Organisationen riefen dazu auf, an diesem Freitag wieder für den Abzug sämtlicher Milizen auf die Straße zu gehen.

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Ein halbes Jahr nach der spektakulär beendeten Frauenentführung von Cleveland in den USA hat die britische Polizei einen ähnlich verstörenden Fall aufgedeckt: Sie nahm einen Mann und eine Frau fest, die in London offenbar jahrzehntelang drei Frauen wie Sklavinnen gefangen gehalten hatten. Nach Vernehmungen wurden sie gegen Kaution wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Befreiung der Frauen erfolgte bereits am 25. Oktober, wie Scotland Yard jetzt bekanntgab. Die Opfer sind demnach eine heute 69 Jahre alte Malaysierin, eine 57-jährige Irin und eine 30-jährige Britin. Alle drei seien "extrem traumatisiert" und an einen sicheren Ort gebracht worden, teilte die Polizei mit. Auch sie vermochte zunächst nicht zu sagen, ob die 30-jährige Britin möglicherweise in dem Haus im Süden Londons geboren wurde. Die Organisation Freedom Charity, die gegen Sklaverei und Zwangsehen kämpft, hatte die Polizei auf den Fall aufmerksam gemacht.

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Die Zahl der Toten nach dem Einsturz eines Einkaufszentrums in der lettischen Hauptstadt ist auf 21 gestiegen. Etwa 30 Menschen wurden mit Verletzungen in Krankenhäusern behandelt. Die Zahl der Vermissten sei unklar, teilten die Rettungskräfte mit. Das Dach des erst vor zwei Jahren errichteten Supermarkts in einem Vorort von Riga war auf einer Fläche von insgesamt rund 500 Quadratmetern eingebrochen. Die Unglückursache ist bisher unbekannt. Regierungschef Valdis Dombrovskis berief den Krisenrat ein. Die Polizei ermittelt gegen die Betreiber des Marktes. Sie hätten vermutlich zu spät auf Warnungen reagiert.

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