1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

22.09.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Papst Benedikt XVI. kommt an diesem Donnerstag zu seinem ersten Staatsbesuch nach Deutschland. Vier Tage lang besucht das katholische Kirchenoberhaupt sein Heimatland. Nach einer Begrüßung durch Bundespräsident Christian Wulff und Bundeskanzlerin Angela Merkel trifft sich das Kirchenoberhaupt mit beiden Politikern zu Gesprächen. Für den Abend ist eine Messe im Berliner Olympiastadion geplant, zu der mehr als 70.000 Gläubige erwartet werden. Es gibt aber auch eine politische Premiere: Als erster Papst spricht Benedikt im Bundestag. Etwa einhundert Abgeordnete von SPD, Grünen und Linken wollen der Rede fernbleiben. Sie begründen ihren Boykott damit, dass der Auftritt des katholischen Kirchen-Oberhauptes unvereinbar sei mit der religiösen Neutralität des Staates.

 

***

Trotz weltweiter Proteste ist der wegen Polizistenmordes verurteilte Amerikaner Troy Davis im US-Staat Georgia hingerichtet worden. Davis, der in den 20 Jahren in der Todeszelle stets seine Unschuld betont hatte, starb im Staatsgefängnis Jackson durch eine Giftspritze. Die Hinrichtung ist eine der umstrittensten in der US-Justizgeschichte überhaupt. Dem Schwarzen wird zur Last gelegt, 1989 in Savannah einen jungen weißen Polizeibeamten umgebracht zu haben, doch die tatsächliche Schuldfrage erscheint ungeklärt.

 

***

Im Streit über den Antrag der Palästinenser auf eine Vollmitgliedschaft bei den Vereinten Nationen zeichnet sich auch nach einer Vielzahl weiterer Gespräche keine Lösung ab. Ein Treffen zwischen US-Präsident Barack Obama und Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas am Rande der UN-Vollversammlung in New York blieb nach Angaben von Sprechern beider Seiten ohne greifbare Fortschritte. Die beiden Politiker hätten ihre jeweiligen Positionen bekräftigt, hieß es. Demnach unterstrich Obama, dass er im Weltsicherheitsrat sein Veto gegen den Aufnahmeantrag einlegen werde. Zugleich wiederholte der US-Präsident seinen Appell, wonach nur Verhandlungen mit Israel zu einem palästinensischen Staat führen könnten. Ähnlich hatte sich Obama zuvor bereits bei der UN-Generaldebatte geäußert. Abbas hielt dagegen an seinem Vorhaben fest, UN-Generalsekretär Ban Ki Moon am Freitag den Antrag auf Vollmitgliedschaft vorzulegen. Ban appellierte derweil an Israel, zurückhaltend auf den Vorstoß der Palästinenser zu reagieren.

 

***

Nach Präsident Barack Obama hat auch die US-Notenbank Fed ein neues, milliardenschweres Programm zur Stützung der lahmenden Konjunktur angekündigt. Bis Mitte kommenden Jahres will die Fed eigenen Angaben zufolge für 400 Milliarden Dollar langfristige Staatsanleihen zurückkaufen. Gleichzeitig sollen kurz laufende Anleihen veräußert werden. Mit diesem Schritt will die Notenbank erreichen, dass die Zinsen etwa für Unternehmenskredite oder Immobiliendarlehen weiter sinken und so die schwächelnde Konjunktur neue Impulse erhält. Es gebe erhebliche Abwärtsrisiken für die US-amerikanische Wirtschaft, erklärte die Notenbank zur Begründung. Den Leitzins beließ die Fed weiterhin auf dem historisch niedrigen Niveau nahe Null Prozent. Die New Yorker Wall Street reagierte mit Kursverlusten auf die Ankündigungen. Auch in Asien gingen die Kurse auf Talfahrt.

 

***

EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy hat eine Staatspleite Griechenlands ausgeschlossen. Die Gefahr einer Ansteckung bei einem Zahlungsausfall, einer Umschuldung oder eines Austritts aus der Eurozone sei zu groß. Dieses Risiko könne man nicht eingehen, betonte Van Rompuy. Die Regierung in Athen hatte am Mittwoch weitere drastische Kürzungen für Rentner und Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes beschlossen, um sich einen weiteren Notkredit der internationalen Geldgeber über acht Milliarden Euro zu sichern. Nochmals sollen Tausende Staatsbedienstete entlassen oder in die Teilzeit geschickt werden. Ob das Geld freigegeben wird, entscheidet die sogenannte Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds. Deren Experten sollen nächste Woche nach Athen zurückkehren, um ihre Prüfung der griechischen Sparfortschritte fortzusetzen. Unterdessen warnte Kanada vor einer weltweiten Bankenkrise als Folge der Schuldenprobleme Griechenlands. Finanzminister Jim Flaherty sagte vor einem Treffen mit seinen Kollegen der G-20-Staatengruppe in Washington, sollten die Europäer ihre Schwierigkeiten nicht in den Griff bekommen, würden die Märkte Tatsachen schaffen.

 

***

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Nördlich des Main ein Wechsel von etwas Sonne und dichten Wolken mit einzelnen Schauern, an den Küsten auch längere heitere Abschnitte. Im Süden viel Sonne und trocken. Höchstwerte 15 bis 22 Grad. Die weiteren Aussichten: Am Freitag in der Nordhälfte wechselnd bewölkt und weitgehend trocken. Nach Süden hin überwiegend heiter und niederschlagsfrei. Höchstwerte 19 bis 22 Grad.

 

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links

Audio und Video zum Thema