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Nachrichten

22.08.2013 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Der UN-Sicherheitsrat hat sich bei seiner Krisensitzung zu dem angeblichen Giftgaseinsatz in Syrien nicht explizit zu einem offiziellen Untersuchungsverfahren durchgerungen. Der Rat forderte lediglich "Klarheit" über die Ereignisse, ohne jedoch direkt eine Untersuchung durch die UN-Inspektoren vor Ort zu verlangen. Rund 35 Länder einschließlich der USA, Frankreichs und Großbritanniens hatten Ermittlungen so bald wie möglich gefordert. Laut UN-Diplomaten sprachen sich aber die ständigen Mitglieder Russland und China dagegen aus. Berichte über einen schweren Giftgaseinsatz der syrischen Regierung lösten weltweit Entsetzen aus. Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie zahlreiche andere Staats- und Regierungschefs äußerten sich erschreckt über Angaben der syrischen Opposition, nach denen am Mittwoch in einem Vorort von Damaskus bis zu 1300 Menschen getötet wurden. Beide Bürgerkriegsparteien bestreiten, chemische Waffen abgefeuert zu haben.

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Der zu 35 Jahren Haft verurteilte Wikileaks-Informant Bradley Manning hat US-Präsident Barack Obama um eine Begnadigung gebeten. Mannings Anwalt David Coombs sagte in Fort Meade, dass sein Mandant zumindest auf eine Herabsetzung des Strafmaßes hoffe. Ein Militärgericht hatte dort das Strafmaß für Manning wegen der Weitergabe hunderttausender Geheimdienstdokumente an die Enthüllungswebseite Wikileaks verkündet. Neben der 35-jährigen Haftstrafe wird der Obergefreite außerdem degradiert, unehrenhaft aus der Armee entlassen und verliert seine Sold- und Pensionsansprüche. - Allerdings hat Manning die Möglichkeit, bei guter Führung in gut neun Jahren auf Bewährung freizukommen.

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Als vorIäufiger Abschluss eines der spektakulärsten Politskandale in China hat an diesem Donnerstag der Gerichtsprozess gegen den gestürzten Spitzenfunktionär Bo Xilai begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem ehemaligen Politbüromitglied Korruption, Bestechlichkeit und Machtmissbrauch vor. Dem 64-jährigen Bo Xilai drohen viele Jahre Gefängnis, möglicherweise auch lebenslange Haft. Die Affäre hatte dem Ansehen der Kommunistischen Partei schwer geschadet. Bo galt seit seiner Zeit als Parteisekretär in der Wirtschaftsmetropole Chongqing als Hoffnungsträger der Parteilinken. - Seit der Verurteilung der "Viererbande" um Jiang Qing, der Witwe des revolutionären Staatsgründers Mao Tsetungs, im Jahr 1981 hat China nach Einschätzung vieler Beobachter nicht mehr einen derart heiklen und politisierten Prozess erlebt.

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Der Untersuchungsausschuss des Bundestages zur Mordserie der rechtsextremen Neonazigruppe NSU stellt an diesem Donnerstag seinen Abschlussbericht in Berlin vor. Medienberichten zufolge übt der Ausschuss scharfe Kritik an der Aufklärung durch die Sicherheitsbehörden. In ihrem 1000 Seiten starken Dokument kommen die Abgeordneten nach anderthalbjähriger Arbeit klar zu dem Schluss, dass die Behörden die Gefahren der gewaltbereiten rechtsextremen Szene in Deutschland unterschätzten. Hinweise darauf, dass die Ermittler einen ausländerfeindlichen Hintergrund der NSU-Taten absichtlich ignorierten, wies der Vorsitzende des Ausschusses, Sebastian Edathy, aber zurück. Die Behörden müssten vor allem stärker kooperieren und ihre Beamten besser für die Beobachtung von rechtsextremen Aktivitäten ausbilden, so der SPD-Politiker. -- Die NSU soll für Morde an zehn Menschen verantwortlich sein. Der rassistische Hintergrund der Taten kam erst 2011 ans Licht.

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Eine Woche nach einer Hai-Attacke vor Hawaii ist eine 20-jährige Deutsche ihren Verletzungen erlegen. Sie starb in einem Krankenhaus auf der Insel Maui, wie die Ärzte mitteilten. Die junge Frau war knapp 50 Meter vor der Küste der Ferieninsel Maui schnorcheln, als ein Hai ihr den rechten Arm abriss. US-Medienberichten zufolge hat es in Hawaii zuvor seit fast zehn Jahren keine tödliche Hai-Attacke mehr gegeben. Allerdings haben Haie in diesem Jahr bereits mehrfach Menschen angegriffen, vier Mal allein in den vergangenen Wochen. Die Behörden registrieren ansonsten durchschnittlich vier Hai-Attacken pro Jahr in den Küstengewässern rund um die Insel, oft erst im Herbst. Die hawaiianische Umweltbehörde hat nun angekündigt, die Bewegung der Tigerhaie vor den Küsten Hawaiis zu erforschen. Diese Art bewege sich bis zu 160 Kilometer pro Tag und könne auch in besonders flachen Gewässern schwimmen, sagen Biologen.

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