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Nachrichten

22.08.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Montag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Die mehr als 40jährige Herrschaft von Muammar al Gaddafi in Libyen ist zu Ende. Sechs Monate nach Beginn des Aufstands brachten die Rebellen auch weite Teile der Hauptstadt Tripolis unter ihre Kontrolle. Kommandeure gaben bekannt, die Leibgarde des Machthabers habe kapituliert, viele Soldaten seien gefangengenommen worden. Der arabische Sender Al-Dschasira zeigte Bilder, wie tausende jubelnde Menschen die Aufständischen auf den Straßen von Tripolis begrüßten. Die Rebellen besetzten das Zentrum der Hauptstadt, trafen aber zum Beispiel nahe der Gaddafi-Residenz auf heftigen Widerstand. Drei Söhne Gaddafis wurden festgenommen. Der Internationale Strafgerichtshof rief den Übergangsrat in Bengasi auf, den Gaddafi-Sohn Saif al Islam nach Den Haag zu überstellen, gegen den ein internationaler Haftbefehl vorliegt. Wo der Diktator selbst sich versteckt hält, ist unklar. Er hatte sich in mehreren Aufrufen an seine Anhänger gewandt und sie zur Verteidigung von Tripolis aufgefordert.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel rief den libyschen Machthaber Muammar al Gaddafi zum Rückzug von der Staatsspitze auf. Er solle möglichst schnell aufgeben, um weiteres Blutvergießen zu vermeiden, so die CDU-Vorsitzende in einem Fernsehinterview. NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen sagte in der Nacht zum Montag, es sei nun an der Zeit, ein neues Libyen auf der Basis von Freiheit und Demokratie zu schaffen. US-Präsident Barack Obama appellierte an Gaddafi, das Ende seiner Herrschaft einzugestehen. Der Wunsch nach "Würde und Freiheit" sei stärker als der "eiserne Griff eines Diktators".

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Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière schließt einen Bundeswehreinsatz zur militärischen Stabilisierung Libyens nach dem Ende des Gaddafi-Regimes nicht aus. Im Falle einer entsprechenden Anfrage würde die Bundesregierung das "konstruktiv" prüfen, sagte der CDU-Politiker der "Rheinischen Post" in Düsseldorf. Die Regierung setze jedoch darauf, dass Libyen in einer Zeit nach Gaddafi aus eigener Kraft einen stabilen Staat aufrechterhalten könne, sagte der Minister weiter.

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Der syrische Präsident Baschar al-Assad zeigt sich weiter unnachgiebig und hat Forderungen nach einem Rücktritt zurückgewiesen. Er sei vom syrischen Volk gewählt und nicht vom Westen eingesetzt, sagte Assad in einem Interview des Staatsfernsehens. Die Forderungen der USA und der Europäischen Union, er solle sein Amt aufgeben, bezeichnete Assad als wertlos. Zugleich warnte er den Westen vor einem militärischen Eingreifen in Syrien. Assad ist wegen des gewaltsamen Vorgehens gegen die Opposition in seinem Lande international isoliert. Nach Erkenntnissen der Vereinten Nationen haben die syrischen Truppen und Milizionäre in den vergangenen Monaten rund 200 Zivilisten getötet.

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Palästinensische Extremisten im Gazastreifen haben den Beschuss Israels fortgesetzt. Am Morgen seien selbstgebaute Raketen und Mörser auf den Süden Israels abgefeuert worden, teilten dortige Militärsprecher mit. Die im Gazastreifen herrschende radikalislamische Hamas hatte am Vortag eine Waffenruhe angeboten. Als Voraussetzung müsse Israel aber ebenfalls die Angriffe auf die Palästinenser beenden, erklärte ein Hamas-Vertreter. Seit Tagen ist die Gewalt zwischen beiden Seiten wieder aufgeflammt. Auslöser der Eskalation war der Terrorangriff auf mehrere Fahrzeuge nahe Eilat, bei dem am vergangenen Donnerstag acht Israelis getötet worden waren.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Süden und Norden wieder heiter und trocken. Im Westen und in der Mitte Deutschlands sind Gewitter und Schauer zu erwarten. Wieder sommerlich warm mit Höchstwerten zwischen 22 und 33 Grad. DIE WEITEREN AUSSICHTEN: Am Dienstag in der Südosthälfte überwiegend heiter, im Tagesverlauf jedoch vereinzelte Gewitterschauer. Im Nordwesten stärker bewölkt. Insgesamt aber weiter warm, im Süden sommerlich heiß.

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