1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

22.07.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

***

Die 17 Euro-Länder haben sich auf eine gemeinsame Strategie zur Rettung Griechenlands und zur Stabilisierung der gesamten Euro-Zone geeinigt. Bei ihrem Krisengipfel in Brüssel verständigten sich die Staats- und Regierungschefs darauf, die Regierung in Athen mit einem zweiten Hilfspaket in Höhe von 109 Milliarden Euro zu unterstützen. Erstmals werden auch private Gläubiger wie Banken und Versicherungen auf freiwilliger Basis in die Bewältigung der Schuldenkrise miteinbezogen. Dafür brechen die Staaten ein Tabu. Sie akzeptieren den vorübergehenden Zahlungsausfall Griechenlands. Denn die Hinzuziehung privater Gläubiger könnte dazu führen, dass die Ratingagenturen das Land für "teilweise zahlungsunfähig" erklären. Um eine wirtschaftliche Erholung zu ermöglichen, werden die Zinssätze auf 3,5 Prozent gesenkt, die Kreditlaufzeiten auf mindestens 15 bis 30 Jahre gestreckt. - Griechenland war bereits im vergangenen Jahr mit internationalen Kreditzusagen von 110 Milliarden Euro vor der Pleite bewahrt worden. Davon stehen noch 45 Milliarden Euro aus.

***

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat das neue Hilfspaket für Griechenland als wichtige Entscheidung für die Zukunft Europas gelobt. Besonders auch für die Menschen in Deutschland brächten die Beschlüsse ein Mehr an Währungssicherheit und Wohlstand. Der Euro sei mehr als nur eine Währung, er sei ein "Ausdruck von großer europäischer Verbundenheit", sagte die Kanzlerin. Außenminister Guido Westerwelle äußerte sich erleichtert über das Ergebnis. Europa habe sich als handlungsfähig erwiesen, sagte er bei einem Besuch in Kabul. Zugleich mahnte er, gefordert seien jetzt Haushaltsdisziplin in den EU-Mitgliedsstaaten und eine Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit für Europa. Die Opposition bewertete die Ergebnisse dagegen mit Skepsis. So forderte SPD-Chef Sigmar Gabriel, Griechenland benötige einen "echten Schuldenschnitt". EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso sprach indessen von einem sehr glaubhaften Hilfspaket. Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann bezeichnete den freiwilligen Beitrag der Banken und Versicherungen als Opfer.

***

Am zweiten Tag seiner Afghanistan-Reise hat Bundesaußenminister Guido Westerwelle die deutschen Soldaten im größten deutschen Feldlager bei Masar-i-Scharif im Norden des Landes besucht. Anlass der Reise ist die anstehende Übergabe der Provinzhauptstadt in die Obhut der Afghanen. Von Samstag an werden die regionalen Behörden selbst für die Sicherheit dort zuständig sein. Landesweit haben die Afghanen dann die Verantwortung in sieben Gebieten. Westerwelle sagte, die Übergabe der Sicherheitsverantwortung auch im deutschen Zuständigkeitsbereich mache deutlich, dass es trotz mancher Rückschläge auch Fortschritte gebe. Bis Ende 2014 sollen die Afghanen das militärische Kommando im ganzen Land übernommen haben und die internationalen Kampftruppen abgezogen werden.

***

Angesichts der Hungersnot am dürregeplagten Horn von Afrika prüft die Bundesregierung weitere Hilfen für die betroffenen Länder. Entwicklungsminister Dirk Niebel sagte der "Saarbrücker Zeitung", die internationale Gemeinschaft setze alles daran, den Menschen zu helfen. Die Bundesregierung hatte ihre Soforthilfe zuletzt auf 14 Millionen Euro erhöht. Die für humanitäre Hilfe zuständige EU-Kommissarin Kristalina Georgieva reist unterdessen in die Dürregebiete Kenias. Auf dem Programm steht unter anderem ein Besuch des mit mehr als 400.000 Menschen völlig überfüllten Flüchtlingslagers Dadaab an der Grenze zu Somalia. - Allein in den vergangenen zwei Monaten haben mehr als 78.000 Somalier Zuflucht in den Nachbarländern Äthiopien und Kenia gesucht. Außer im Bürgerkriegsland Somalia leiden auch Millionen Menschen in Äthiopien, Kenia, Dschibuti und Uganda unter der Dürre.

***

Syrische Streitkräfte haben nach Angaben aus Oppositionskreisen ein Wohnviertel in der Stadt Homs beschossen. Die drittgrößte Stadt des Landes gilt als Hochburg des Widerstands gegen das Regime von Präsident Baschar al-Assad. Videos, die von Aktivisten ins Internet gestellt wurden, zeigten ein von einer Panzergranate getroffenes Haus. Auf anderen Videos war anhaltendes Feuer aus automatischen Waffen zu hören. Mindestens 20 Menschen seien festgenommen worden, hieß es aus Kreisen der Opposition. Das Auswärtige Amt in Berlin kritisierte das Vorgehen der syrischen Führung.

***

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Nordosten länger anhaltender Regen, in der Mitte meist trocken. Sonst wechselnd bis stark bewölkt mit einigen Schauern. Höchstwerte 15 bis 21 Grad. DIE WEITEREN AUSSICHTEN: Am Wochenende kommt Regen von Nordwesten nach Süden voran. Am Samstag gelegentliche Aufheiterungen in der Mitte des Landes. Die Temperaturen erreichen maximal 20 Grad.

Die Redaktion empfiehlt

Audio und Video zum Thema