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Nachrichten

22.05.2011 - Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Sonntag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Der Vorstandschef des Versicherungskonzerns Allianz, Michael Diekmann, fordert für das hochverschuldete Griechenland einen umfassenden Aufbauplan nach dem Vorbild der US-Hilfen für Westeuropa nach dem 2. Weltkrieg. Eine Umschuldung werde nicht genügen, mit Geld allein sei das Problem nicht zu lösen, sagte Diekmann der Zeitung "Bild". Man brauche einen Industrialisierungsplan für Griechenland, "eine Art Marshall-Plan", um Arbeit und Produktion aus ganz Europa nach Griechenland zu verlagern, und nicht nach Osteuropa oder Asien. Die Allianz ist Europas größter Versicherungskonzern und einer der weltweit wichtigsten Kapitalanleger. - Der Chef der Euro-Gruppe, Jean-Claude Juncker, schlägt den pleitebedrohten Griechen eine Privatisierung des Staatsbesitzes nach dem Modell der deutschen Treuhand vor. In einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" bezifferte er die möglichen Erlöse mit deutlich über 50 Milliarden Euro.

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In Spanien finden unter dem Eindruck anhaltender Massenproteste gegen die hohe Arbeitslosigkeit und den Sparkurs der Regierung Regional- und Kommunalwahlen statt. Sie gelten als Stimmungstest für die sozialistische Regierung unter Ministerpräsident José Luis Rodriguez Zapatero, die Umfragen zufolge mit einer Wahlschlappe rechnen muss. Dagegen kann die konservative Volkspartei auf Zugewinne hoffen. Aus Protest gegen die Massenarbeitslosigkeit hatte sich in Spanien in den vergangenen Tagen eine Protestbewegung formiert. Trotz eines wegen der Wahlen verhängten Demonstrationsverbots gingen auch am Samstag wieder Zehntausende Menschen auf die Straßen, da sie keine Zukunftsperspektiven sehen. Die Arbeitslosenquote liegt derzeit bei 21 Prozent, bei jungen Erwachsenen bis 25 Jahren bei mehr als 40 Prozent. Enttäuscht sind viele Spanier auch vom Sparprogramm der Regierung, durch das Millionen Jobs verloren gingen und viele Einkommen gekürzt wurden.

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Der monatelang schwelende Konflikt zwischen Union und FDP über Steuersenkungen in Deutschland ist nach Ansicht von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble beigelegt. Bei einem langen Gespräch mit dem neuen FDP-Vorsitzenden und Wirtschaftsminister Philipp Rösler seien sie sich in dieser Woche einig geworden, berichtete der CDU-Politiker der Zeitung "Bild am Sonntag". Vorrang habe die Haushaltskonsolidierung. Falls darüber hinaus Spielräume für Steuererleichterungen entstünden, werde man sie nutzen, so Schäuble. Diese Verabredungen wollten die Union und er "gemeinsam mit Rösler und der FDP in enger Abstimmung durchziehen". Die Nachrichtenagentur dapd erfuhr aus FDP-Kreisen, dass Rösler mit Schäuble auch darüber gesprochen haben soll, die Gesamtausgaben im Haushalt strikt zu begrenzen.

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Der deutsche Verbraucher muss für Benzin wegen der marktbeherrschenden Stellung einiger Unternehmen mehr bezahlen, als nötig. Zu diesem Ergebnis kommt ein Gutachten des Bundeskartellamts, aus dem mehrere Presseorgane zitieren. Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtet, die Studie stütze den Verdacht, dass die Verbraucher es im deutschen Tankstellengeschäft mit einem marktbeherrschenden Oligopol zu tun hätten. Ein kleiner Kreis von Anbietern versorge eine Vielzahl von Abnehmern. Nur fünf Unternehmen, angeführt von Aral und Shell, kontrollierten rund 70 Prozent des Kraftstoffabsatzes. Eine weitere Konzentration werde man nicht zulassen, zitiert das Magazin Kartellamtspräsident Andreas Mundt. Laut "Bild am Sonntag" unterhielten die Konzerne bundesweit ein enges Beobachtungs- und Meldesystem der Konkurrenz. "Preise absprechen ist verboten, Preise abgucken nicht", zitiert das Blatt einen ungenannten Mineralöl-Manager.

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Im kleinsten Bundesland Bremen wird an diesem Sonntag ein neues Parlament gewählt. Rund 500.000 Wahlberechtigte sind aufgerufen, sich an der fünften Landtagswahl in diesem Jahr zu beteiligen. Die jüngsten Umfragen sehen die rot-grüne Koalition von Regierungschef Jens Böhrnsen (SPD) mit einer großen Mehrheit vorn. Die CDU könnte das schlechteste Ergebnis seit Jahrzehnten einfahren und hinter den Grünen nur noch drittstärkste Kraft in der Bürgerschaft werden. Erstmals bei einer Landtagswahl überhaupt dürfen im Stadtstaat Bremen auch 16- und 17-Jährige ihre Stimme abgeben. Wegen weiterer Änderungen des Wahlrechts wird das amtliche Endergebnis erst am Mittwoch vorliegen.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Süden und Osten zunächst noch vielfach freundlich. Im Tagesverlauf von Westen her aufkommende Schauer und Gewitter mit Gefahr von lokalen Unwettern. Höchsttemperaturen 20 bis 27 Grad. Die weiteren Aussichten: Am Montag Wechsel von Sonne, Wolken und Regen. Höchstwerte zwischen 19 und 26 Grad.

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